Lebensraum für Kleintiere an bester Lage
In Sichtweite zum Restaurant Alpbad hat die Arbeitsgemeinschaft für Natur und Heimatschutz Sissach eine 35 Meter lange Trockenmauer realisiert. Zahlreiche Institutionen haben sich an den Kosten beteiligt.
Christian ...
Lebensraum für Kleintiere an bester Lage
In Sichtweite zum Restaurant Alpbad hat die Arbeitsgemeinschaft für Natur und Heimatschutz Sissach eine 35 Meter lange Trockenmauer realisiert. Zahlreiche Institutionen haben sich an den Kosten beteiligt.
Christian Horisberger
Im Gebiet Iktental und Limberg, im Nordwesten von Sissach, hat die Arbeitsgemeinschaft für Natur und Heimatschutz Sissach (AGNHS) eine 35 Meter lange Trockenmauer erbauen lassen. Am Mittwoch haben die Initianten, die beteiligten Handwerker, die Sponsorenvertreter sowie die Grundeigentümer gemeinsam auf das neue Naturschutzobjekt angestossen.
Die Schlangen, Eidechsen, Insekten und Wiesel, die sich hier einmal einquartieren werden, sind zu beneiden. Sie leben nicht nur mietfrei, ihre Wohnungen befinden sich auch an bester, ganzjährig stark besonnter Lage mit einer grandiosen Aussicht auf Felder, Wiesen, Reben und die Sissacher Fluh. Und in weniger als 300 Metern Luftlinie entfernt liegt erst noch eine Beiz: das Restaurant Alpbad. Doch ob sie das zu schätzen wissen …? Sicher ist: Menschen soll die Mauer nicht als Aufenthaltsort oder Picknickplatz dienen, sondern der Tierwelt als vernetzendes Element zwischen Wald und Landwirtschaftsgebiet vorbehalten bleiben, wie Daniel Schmutz von der AGNHS an der Einweihung erklärte.
Die 35 Meter lange und 1,20 Meter hohe Steinmauer sticht schon von Weitem ins Auge. Denn anders als bei bisherigen Trockenmauer-Projekten der AGNHS handelt es sich nicht um die Sanierung einer bereits bestehenden Mauer, sondern um einen «Neubau», erstellt anstelle einer bestehenden «ökologisch wenig wertvollen Wegböschung», wie es im Projektbeschrieb heisst.
Die Idee dazu sei am Naturschutztag vor drei Jahren entstanden, sagte Daniel Schmutz, und später gemeinsam mit den Grundeigentümern, Magdalena und Johannes Hostettler vom Biohof Alpbad, konkretisiert worden. Die AGNHS holte Offerten ein, suchte Sponsoren, und als die Finanzierung stand, wurde das Baugesuch eingereicht. Die Baubewilligung lag Anfang dieses Jahres vor. Dass der Bau erst im Herbst in Angriff genommen wurde, begründete Schmutz damit, dass die Honigbienen des nahen Bienenhauses ihr Territorium in dieser Zeit weniger stark verteidigen würden.
Erstellt wurde die Mauer aus Liesberger Kalkstein im September von einer vierköpfigen Arbeitsgemeinschaft unter der Leitung des Steinbildhauers Emmanuel Weber. Innerhalb von dreieinhalb Wochen vollendeten die Steinmetze und Landschaftsgärtner, teils unter widrigen Wetterbedingungen, ihr Werk.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen und die Kostenvorgabe von 74 000 Franken wurde eingehalten: Die Endabrechnung für das Projekt beträgt 71 800 Franken. Neben Beiträgen der AGNHS und den Landeigentümern beteiligten sich die Bürger- und die Einwohnergemeinde Sissach, der Naturfonds Salzgut sowie der Swisslos-Fonds Baselland und die Walder-Bachmann-Stiftung an den Erstellungskosten. Wobei die beiden letztgenannten Organisationen den Löwenanteil beisteuerten.
Für weitere rund 5500 Franken liessen die Sissacher Naturschützer durch die Stiftung Ökojob in der Nähe der Trockenmauer zwei so genannte Sandlinsen für Wildbienen anlegen. Hierbei handelt es sich für die AGNHS um eine Premiere, wie es im Projektbericht heisst: «Wir sind gespannt auf die Entwicklung und Nutzung.»
Im Zuge der Projekte im Gebiet Alpbad entfernten Naturschützer zudem einen eingewachsenen Eisenmaschendraht von 130 Metern Länge samt einbetonierter Eisenpfähle am Waldrand, rodeten Brombeer-Sträucher und pflanzten Büsche sowie 16 Hochstammbäume. Die Hochstämme wurden am Naturschutztag vom vergangenen Samstag gepflanzt – exakt drei Jahre nachdem die Idee von der Trockenmauer geboren wurde.