Weniger Risiko bei Bauten
31.05.2018 Baselbiet, Gelterkinden, Bauprojekte, Sissach
Bei den Gelterkinder Bauprojekten läuft alles glatt, wie die Geschäftsprüfungskommission in ihrem Bericht festhält. Trotzdem empfiehlt sie einen unabhängigen Controller. In Sissach will derweil ein Einwohner kontrollieren, wie es bei der Kunsti-Sanierung ...
Bei den Gelterkinder Bauprojekten läuft alles glatt, wie die Geschäftsprüfungskommission in ihrem Bericht festhält. Trotzdem empfiehlt sie einen unabhängigen Controller. In Sissach will derweil ein Einwohner kontrollieren, wie es bei der Kunsti-Sanierung läuft.
Michéle Degen
Die Gelterkinder Geschäftsprüfungskommission (GPK) empfiehlt dem Gemeinderat, künftig bei Grossbauprojekten einen unabhängigen Projektcontroller einzusetzen. Dies, obwohl bei den Bauten in Gelterkinden – dem neuen Hallenbad, dem Schulhaus-Neubau und der Sanierung der Kopfstand-Turnhalle – gemäss GPK-Bericht sachgerecht gearbeitet worden sei.
«Ein Projektcontroller unterstützt die Führung und Steuerung von komplexen Projekten», erklärt Patrick Tschudin, Präsident der GPK Gelterkinden. Wenn ein Externer ein Bauprojekt betreut, der nicht jeden Tag damit zu tun hat, könne dieser andere Sichtweisen und Lösungsansätze in die Planung und Umsetzung einbringen und dadurch mögliche Risiken verringern. Das gebe dem Projektteam zusätzliche Sicherheit. «Die entscheidenden Faktoren bei solchen Bauten sind Qualität, Zeit und Kosten. Personen, die ein Projekt von aussen betrachten, können einen positiven Effekt auf diese Faktoren haben und so auch die Projektorganisation entlasten», so Tschudin. Ob künftig ein Projektcontroller zum Einsatz käme, könne sie heute noch nicht sagen, erklärt Christine Mangold, Gemeindepräsidentin von Gelterkinden. Da es selten so grosse Bauprojekte umzusetzen gebe, wolle der Gemeinderat das vor dem nächsten konkreten Fall aber prüfen.
Drei Kontrollstellen
Dass die GPK die Bauten so genau unter die Lupe genommen hat, sei jedoch zu Recht geschehen. «Das sind sowohl finanziell als auch gesellschaftlich prägende Projekte», sagt Mangold. Bisher sei der Gemeinderat jedoch davon ausgegangen, dass genügend Kontrollstellen vorhanden sind. Der Gemeinderat ist in die Arbeit der Baukommission miteinbezogen, alle wesentlichen Entscheide – zum Beispiel Auftragsvergaben – werden im Gemeinderat beraten und beschlossen. Eine Auflistung des Baukostenstands werde zudem jeweils der Rechnungsprüfungskommission zugestellt. Drei Gremien bilden also die Kontrollstellen. «Wir sind bisher immer davon ausgegangen, dass die Kontrolle so funktioniert.» Dass der Bericht der GPK auch dementsprechend ausgefallen ist, sei daher sehr erfreulich.
Graf stellt Fragen zur Kunsti
In Sissach gibt es bei den meisten Bauten ebenfalls keinen externen Controller. Zumindest keinen offiziell von der Gemeinde eingesetzten. Bei der Kunsti-Sanierung hebt trotzdem einer den Finger, der genau wissen will, wie der Stand der Dinge aussieht: Ruedi Graf, der damals das Komitee «Ja zur Kunsti Sissach» angeführt hat. Nun hat er Fragen an den Gemeinderat gestellt, die er an der «Gmäini» vom 19. Juni beantwortet haben möchte.
Graf verlangt Auskunft über die Vergaben der Sanierungsaufträge, die Ausgaben für die einzelnen Aufträge, absehbare Kostenüberschreitungen und mögliche Einsparungen. Er will mit seiner Kontrolle eine erneute Kostenüberschreitung bei den Arbeiten an der Kunsti verhindern. «Nur mit einer permanenten und strengen Baukostenüberwachung kann die bewilligte Baukostenhöchstgrenze von 8,7 Millionen Franken eingehalten werden», schreibt Graf in seinem Antrag an den Gemeinderat.
Wie es nun in Gelterkinden der Fall ist, habe auch die Sissacher GPK auch schon einen externen Projektcontroller empfohlen, sagt der Sissacher Gemeindepräsident Peter Buser. Ob eine unabhängige Kontrollstelle notwendig ist, werde aber jeweils vor dem Start eines Bauprojekts abgeklärt. Wie in Gelterkinden gebe es aber ausreichend Kontrollstellen in der Bauleitung und der Baukommission. Buser steht Grafs Kontrollfragen deshalb kritisch gegenüber. Mehr wollte er gestern dazu noch nicht sagen.