Felix Kaufmann malt Basler Fasnachtslaternen
Beeinflusst vom Grossvater und gefördert von einer Laternenmalerin, malt Felix Kaufmann (20) aus Zunzgen für die bevorstehende Basler Fasnacht schon die dritte Laterne. Ein Hobby, das ans Herz gewachsen ist, und auch bleiben ...
Felix Kaufmann malt Basler Fasnachtslaternen
Beeinflusst vom Grossvater und gefördert von einer Laternenmalerin, malt Felix Kaufmann (20) aus Zunzgen für die bevorstehende Basler Fasnacht schon die dritte Laterne. Ein Hobby, das ans Herz gewachsen ist, und auch bleiben wird.
Carolina Mazacek
Dunkel und ruhig sind die Wintermonate in Basel. Doch ein Licht brennt im Vereinslokal der J.B.-Clique Santihans im Grossbasel. Ist die Clique am Üben? Nein, Felix Kaufmann, aufgewachsen in Zunzgen, arbeitet an einer Laterne. Dass es zu einer solchen Szene überhaupt kommt, daran hat Kaufmanns Grossvater entscheidenden Anteil.
«Ich bin in eine Basler Fasnachtsfamilie hineingeboren», sagt Kaufmann. Die Grosseltern, die Mutter sowie die Gotte spielen in der J.B.-Clique Santihans. Kaum waren Schreiben und Lesen möglich, kam auch das Piccolo in die Hand, später stiessen die beiden jüngeren Geschwister in der jungen Garde dazu.
Die Junge Garde hatte einen Deal mit einer Künstlerin, die für sie immer die Laternen malte. Wer von den Jungen Lust hatte, durfte beim Bemalen mithelfen. Auch Kaufmann meldete sich, und von Beginn weg stimmte die Zusammenarbeit. «Ein Jahr darauf hatte die Künstlerin keine Zeit mehr und schlug vor, dass ich das Laternenmalen übernehmen solle», sagt Kaufmann. Und so entsteht nun bereits die dritte Laterne nach Kaufmanns Ideen.
Vom Grossvater geprägt
Die eigentliche Inspiration war der Grossvater. Als Kind wurde zugeschaut, wie kleine Kopflaternen, Steckenlaternen oder Larven bemalt wurden. «Er ist mein grösstes Vorbild, und von ihm habe ich alle Tipps und Tricks», sagt Kaufmann. Unter anderem diese Binsenwahrheit: «Was drauf ist, ist drauf.»
Die verwendeten Farben sind Wasserfarben und lassen sich nur schlecht überdecken. «Als Kind ist mir beim gemeinsamen Malen versehentlich Farbe auf die Laterne getropft», erinnert sich Kaufmann. Statt in Panik zu geraten, verwandelte der Grossvater den Klecks kurzerhand in einen Raben. Wie die Laterne am Ende aussieht, hängt vom Sujet ab. Die Junge Garde entscheidet im Verbund über das Thema. Kaufmann erarbeitet eine Vorlage und geniesst dabei viel künstlerische Freiheit bei der Umsetzung des Sujets.
Im November beginnen die Vorarbeiten, im Dezember wird die Laterne aufgezogen. Das Holzgerüst wird mit Baumwollstoff bespannt und dieser mit Gelatine behandelt, damit die Oberfläche straff wird. Im Januar beginnt die Malerei. Zusätzlich entstehen Vorlagen für Larven, gemalt werden diese von jemand anderem – das hat in Kaufmanns Zeitplan keinen Platz mehr.
Kaufmanns Stil ist bunt und expressiv: «Mir gefällt eine solche Laternen am besten.» Am wichtigsten sei jedoch, dass das Sujet ausdrucksstark sei und als Ganzes erkannt werde. Erst dann sei eine Laterne gelungen.
Zwischen Nervosität und Freude
Rückt der Morgestraich näher, wächst die Nervosität. Die Vorstellung, dass Hunderttausende Menschen die Laterne sehen, sei nicht nur schön, sondern auch beängstigend. «Es ist ein merkwürdiges Gefühl, dass allen dein Werk so präsentiert wird», sagt Kaufmann.
Den Spass am Laternenmalen nimmt das nicht. «Die Möglichkeit, sich auf einem grossen Format gestalterisch auszudrücken, ist für mich immer noch etwas Ungewohntes», sagt Kaufmann und fügt an: «Mein zehnjähriges Ich würde staunen.»
Es sei noch zu früh, um über einen beruflichen Einstieg zu entscheiden. Einen gestalterischen Beruf kann sich Kaufmann jedoch gut vorstellen. «Ich schaue, wie es im nächsten Jahr mit dem Studium klappt.» Trotz des Vorkurses an der Schule für Gestaltung in Basel bleibt für Kaufmann genügend Zeit, um nicht in Stress zu geraten und rechtzeitig die Laterne vor der Fasnacht fertigzustellen.
Der Pinsel wird erneut angesetzt, die noch fast leere Fläche füllt sich weiter. Bis zur Veröffentlichung dieses Artikels wird die Laterne fertig sein. Zu sehen ist sie jedoch erst am Morgestraich. Denn echte Fasnächtler verraten ihre Sujets vor der Fasnacht nicht.