MFP verzichtet auf Probefahrten
16.01.2026 ItingenNeue Filiale der Fahrzeugprüfstation wird täglich 100 Autos testen
Vor allem das Oberbaselbieter Autogewerbe dürfte vom kurzen Weg nach Itingen statt nach Münchenstein zur Fahrzeugprüfung angetan sein. Aus Rücksicht auf die Anwohnerschaft soll es dort keine ...
Neue Filiale der Fahrzeugprüfstation wird täglich 100 Autos testen
Vor allem das Oberbaselbieter Autogewerbe dürfte vom kurzen Weg nach Itingen statt nach Münchenstein zur Fahrzeugprüfung angetan sein. Aus Rücksicht auf die Anwohnerschaft soll es dort keine Probefahrten geben, sagt MFP-Chef Roger Sterki.
Peter Sennhauser
Eine Werkhalle, in die von der einen Seite ein- und auf der anderen ausgefahren werden kann, und eine Lage im Gewerbegebiet direkt an der Schnellstrasse: Die Infrastruktur der Garage Ritter im Gewerbegebiet «Zelgli» in Itingen ist der ideale Standort für die Filiale der Motorfahrzeug-Prüfstation beider Basel. Davon ist Roger Sterki, Leiter der MFP, überzeugt. Allerdings verzögert sich die Eröffnung der Kleinprüfstelle entgegen der ursprünglichen Planung um rund ein halbes Jahr. Sterki rechnet mit einer Eröffnung Mitte dieses Jahres.
Inzwischen sei das Baugesuch für die Nutzungsänderung eingereicht, sagt Sterki auf Anfrage der «Volksstimme». Und auch wenn es sich einem Laien nicht ganz erschliesse, inwiefern die Änderung des Betriebs von einer Garage auf eine Prüfstation eine andere Nutzung sein soll: Die Transition werde «selbstverständlich unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben und Auflagen vonstatten gehen», versichert Sterki.
«Keine quietschenden Reifen!»
Er könne «gut nachvollziehen, dass die Ankündigung des neuen Prüfbetriebs bei einigen Anwohnern Fragen und Bedenken ausgelöst» habe. Tatsächlich wird die Prüfstation mit einem Motorrad- und vier Auto-Prüfplätzen täglich rund 25+100 Zufahrten verursachen. Schon der Garagenbetrieb Ritter habe rund 50 Bewegungen pro Tag verursacht, gibt Sterki zu bedenken; er gehe davon aus, dass der Anstieg kaum spürbar sei. Zumal in diesem Gewerbegebiet bis vor einigen Jahren noch die Firma RCC mit bis zu 400 Beschäftigten ansässig gewesen sei, die ein Vielfaches an Zu- und Wegfahrten verursacht haben dürfte.
Trotzdem setzt die MFP alles daran, die Emissionen so gering wie möglich zu halten. Aus diesem Grund werde man auf Probefahrten, wie man sie vom Prüfbetrieb in Münchenstein kennt, verzichten, verspricht er. «Ohnehin stört mich die Behauptung, es werde mit quietschenden Reifen auf dem Platz herumgefahren: Seit Jahrzehnten sind Fahrzeuge mit moderner Technik wie ABS und ESP ausgerüstet, welche das früher oft gehörte Quietschen der Reifen bei Brems- und anderen Fahrmanövern wirksam unterbindet.» Probefahrten seien denn auch in der europäischen Prüfnorm, die den Abnahmen zugrunde liege, gar nicht vorgesehen, sofern die Prüfpunkte mit anderen Messmethoden kontrolliert würden. Entsprechend investiere die MFP beider Basel in modernste Prüfeinrichtungen, welche besagte Probefahrten obsolet machen.
Erleichterung für Garagisten
Die Einrichtung der Prüfhalle sei inzwischen auf Papier festgelegt: Es werden vier moderne Hebebühnen mit integrierten Fahrwerktestern und neuer Spur- und Bremsmesstechnik eingerichtet, auf denen sämtliche Tests während der jeweils 20-minütigen Prüfung stattfinden können.
Die «Kleinprüfstelle» soll fünf Tage pro Woche geöffnet sein und grundsätzlich allen Fahrzeughaltern mit Wohnort im Baselbiet oberhalb von Liestal automatisch für die regelmässige Prüfung zugeteilt werden. Fahrzeugbesitzer oder Garagisten können danach wie bis anhin den Termin auf einen anderen Zeitpunkt legen lassen und neuerdings auch den Ort der Prüfung frei wählen. Die MFP-Filiale in Itingen dürfte auch von jenen Einwohnenden des Kantons Aargau (Fricktal) gerne genutzt werden, die ihre Fahrzeuge bei der MFP beider Basel abnehmen lassen. Dies analog zu den Fahrzeughalterinnen und -haltern aus dem Laufental, welche die Wahl haben, ihre Fahrzeuge bei der Motorfahrzeugkontrolle Solothurn in Wahlen oder bei der MFP in Münchenstein prüfen zu lassen.
Itingen als neuer MFP-Standort dürfte aber namentlich vom im Oberbaselbiet recht starken Autogewerbe geschätzt werden, sagt Sterki: «50 Prozent der Vorführungen werden vom Gewerbe vorgenommen, und für die Garagenbetriebe ist es eine enorme Entlastung, nicht mehr mit jedem Auto den stauanfälligen Weg bis nach Münchenstein und zurück absolvieren zu müssen.»

