Anlass setzt Schlusspunkt unter ein wunderbares Fasnachtsjahr
Mit der «Chluuri»-Verbrennung ist am Donnerstagabend die fantastisch-schöne Sissacher Fasnacht zu Ende gegangen. Mit den Worten «Aadie Chluuri, aadie Fasnecht» wurde das stattliche ...
Anlass setzt Schlusspunkt unter ein wunderbares Fasnachtsjahr
Mit der «Chluuri»-Verbrennung ist am Donnerstagabend die fantastisch-schöne Sissacher Fasnacht zu Ende gegangen. Mit den Worten «Aadie Chluuri, aadie Fasnecht» wurde das stattliche «Chluuri» in Gestalt von Susanna «Zeusi» Dätwyler dem Feuer übergeben.
Robert Bösiger
Selten mehr und so bitterlich haben die in weisse Laken gehüllten Brüelerinnen und Brüeler geheult und selten beherzter mit ihren Kässeli geschüttelt als am vergangenen Donnerstagabend. Und das Publikum, das – wie die Aktiven selber – eine punkto Stimmung, Ambiance und Wetter selten prächtige Fasnacht erlebt hat, zeigte sich entsprechend generös.
Punkt halb acht setzte sich der Trauerzug am östlichen Eingang zur Begegnungszone in Bewegung. Gemessenen Schrittes zog die trauernde Fasnachtsgemeinde hinter den Laternen und den ebenfalls in Weiss gewandeten vereinigten Cliquen und Guggen durch die Begegnungszone hinterher. Beim Dorfbrunnen vor dem Gemeindehaus wurde das über sieben Meter hohe und etwa 6,5 Tonnen schwere «Chluuri» in Empfang genommen und die Rheinfelderstrasse hinab zum Richtplatz auf der Grossen Allmend geleitet.
Mehr Lob als Tadel
Der anonyme «Chluuri»-Redner mit seiner markanten Stimme hat in seiner Rede wie gewohnt die paar «Entgleisungen» und Schnitzer, ohne die es halt im Rahmen eines mehrtägigen Ausnahmezustands nicht geht, hervorgehoben. So tadelte er etwa jenen Wagen, der seine Konfettikanone direkt in die gute Stube einer Frau abgeschossen hat. Oder jene Gruppen, die «mit ihren Riesenwagen und Sattelschleppern der frisch geteerten Mittelrinne neue Risse» versetzen könnten.
Mehr noch aber hat der Redner gelobt und damit mehrfach einen Zwischenapplaus des grossen Publikums erwirkt: Angefangen bei der ältesten «Sonntagszeitung» des Landes, dem «Glöggeliwagä», über die bunte Vielzahl an «Schyssdräckzüügli» und die Saubermacher des Werkhofs bis hin zu den einzelnen Veranstaltungen verteilte er Blumen.
Gegen Ende seiner «Standpauke» kam der Redner auf das «Chluuri» zu sprechen. Dieses gehe heuer in Gestalt der Büsi- und Igelhüterin Susanna Dätwyler – liebevoll «Zeusi» genannt – in den «Chluuri»-Himmel ein. Seit mehreren Jahrzehnten, so der Redner, sei sie «die moralische Instanz, wenn es darum geht, Sürmelchäiben den Marsch zu blasen, wenn diese ‹mit Garacho› durch die Einbahn fahren» und so Mensch und vor allem Tier gefährden.
Für die «Chluuri»-Bauer ist Susanna Dätwyler «ein Dorforiginal», das nicht ständig im Rampenlicht stehen müsse. Weil sie sich mit viel Hingabe um streunende Katzen in ihrem Quartier kümmere und auch für aufgefundene Igel bei sich zu Hause eine kleine Auffangstation betreibe, sei es an der Zeit, sie und ihr Engagement gebührend zu ehren.
Mit den Worten «Aadie Chluuri, aadie Fasnecht!» wurde das «Chluuri» dem Feuer übergeben. Das Feuer zögerte anfänglich etwas. Doch dann stand das «Chluuri» innert Sekunden im Vollbrand.