Glockengeläut und Gebete für Papst Franziskus
23.04.2025 Region, Kultur, Gesellschaft, Kirche, BaselbietNach dem Tod von Papst Franziskus läuteten für ihn die Kirchenglocken und Gläubige der Römischkatholischen Kirche in aller Welt beten für sein Seelenheil. Aussenseiterchancen für das höchste Kirchenamt hat der frühere Bischof von Basel, Kurt Koch.
...Nach dem Tod von Papst Franziskus läuteten für ihn die Kirchenglocken und Gläubige der Römischkatholischen Kirche in aller Welt beten für sein Seelenheil. Aussenseiterchancen für das höchste Kirchenamt hat der frühere Bischof von Basel, Kurt Koch.
ch. Papst Franziskus ist am frühen Ostermontag 88-jährig an einem Schlaganfall verstorben. Noch am Ostersonntag hatte er den Segen «Urbi et Orbi» gesprochen. Die Beisetzung findet am Samstag statt. Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter wird dabei die Schweiz vertreten.
Bereits am Montagnachmittag wurden auf Beschluss der Schweizer Bischofskonferenz für den Vertreter Christi auf Erden während 15 Minuten die Kirchenglocken geläutet. So auch in den Römisch-katholischen Kirchen im Baselbiet. In allen Gottesdiensten, die diese Woche gefeiert werden, seien spezielle Fürbitten für den verstorbenen Papst geplant, wie Valentine Koledoye, Bischofsvikar des Bistums Basel, auf Anfrage der «Volksstimme» sagt. Während der neuntägigen Trauerzeit würden die Gläubigen für die Seele des Papstes beten. In Erinnerung an den Argentinier Jorge Bergoglio, der 2013 als Franziskus als Papst inthronisiert wurde, hat die Römischkatholische Kirche Baselland auf ihrer Website die Stufen auf dessen Karriereleiter bis ins Pontifikat aufgelistet.
Das Wirken des «Papstes der Armen», wie Franziskus auch genannt wurde, würdigt Bischofsvikar Valentine Koledoye als «Stärkung der Kirche in ihrer Offenheit und ihrem Engagement für die Menschheit». So einen Führer wünschte er sich für das höchste Kirchenamt erneut: «Einen Papst, der dem Willen Gottes folgt und der, aufbauend auf dem Erbe seiner Vorgänger, offen für die Anliegen der heutigen Menschen bleibt.»
«Kardinal Koch wäre sehr fähig»
Zum grossen Kreis der möglichen Nachfolger von Papst Franziskus zählt auch Kurt Koch, der frühere Bischof von Basel. Als Favorit wird der 75-Jährige aber nicht gehandelt. Dennoch: Wie beurteilt der Bischofsvikar dessen Wahlchancen? «Kardinal Kurt Koch ist ein guter Kandidat für das Amt», sagt Valentine Koledoye. Als erfahrener ehemaliger Diözesanbischof bringe er sowohl pastoral eine gute Grundlage mit als auch als Kurienkardinal: Während fast 15 Jahren sei er für die kirchlichen Beziehungen zu anderen Religionen zuständig gewesen und habe daher genügend Erfahrung auf der Weltbühne. «Nach meiner persönlichen Beobachtung ist er ein Mann des Glaubens und des Mutes», so der Bischofsvikar, «sollte er gewählt werden, wäre er sicherlich ein sehr fähiger Papst.»
Bestimmt wird der neue Papst durch das so genannte «Konklave», das 15 bis 20 Tage nach dem Tod des bisherigen Amtsträgers in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan beginnt. Wahlberechtigt sind nach aktuellem Stand 135 Kardinäle aus aller Welt unter 80 Jahren, unter ihnen die Schweizer Kurt Koch und der Walliser Emil Paul Tscherrig (78).
Nach der Bekanntgabe des neuen Pontifex wird erneut das Geläut der Kirchen weltweit zu hören sein und in jeder katholischen Pfarrei werden Gebete für den Beginn des Pontifikats gesprochen. Dies gilt gemäss Bischofsvikar Koledoye auch für die Schweiz und das Baselbiet. Ob eine Delegation des Bistums Basel für die Amtseinführung entsendet wird, entscheide sich «zu gegebener Zeit».
Durch den Tod des Pontifex wird die auf den 6. Mai angesetzte Vereidigung der Schweizer Gardisten in den Herbst verschoben. Im vergangenen Jahr war das Baselbiet Gastkanton der Zeremonie, dieses Jahr ist der Kanton Uri an der Reihe.