Generationenübergreifende Gartenliebe
22.09.2026 Bezirk Sissach, Gesellschaft, Baselbiet, Natur, SissachGrossvater und Enkelin sorgen gemeinsam dafür, dass es rund ums «Alpbad» blüht
Die Gäste des gleichnamigen Restaurants kennen und schätzen sie: die Blumenpracht rund um den Hof Alpbad. Viele der Pflanzen haben eine lange Geschichte. Gleichzeitig kommen jedes Jahr neue Sorten ...
Grossvater und Enkelin sorgen gemeinsam dafür, dass es rund ums «Alpbad» blüht
Die Gäste des gleichnamigen Restaurants kennen und schätzen sie: die Blumenpracht rund um den Hof Alpbad. Viele der Pflanzen haben eine lange Geschichte. Gleichzeitig kommen jedes Jahr neue Sorten hinzu.
Brigitt Buser
Vom Dorf aus gesehen liegt links unterhalb der Sissacher Fluh der Hof Alpbad. Besuchern des Gastronomiebetriebs fällt vor allem die lange Blumenrabatte rund um die Gartenwirtschaft auf. Auf dem Platz stehen mehrere stattliche Kastanien und Tischgarnituren. Damit es hier während der gesamten Vegetationszeit möglichst schön und farbenfroh aussieht, ist die Rabatte mit zahlreichen verschiedenen Blumen bepflanzt. Im Frühling zum Beispiel leuchten vor allem Tulpen. Sind sie verblüht, lässt Hans Hostettler (82), Vertreter der dritten Generation auf dem Hofgut, ihr Laub zunächst gelb werden, bevor er es entfernt. Während der «Tulpenzeit» treiben bereits mehrjährige Stauden wie violette Prachtscharte, verschiedenfarbiger Staudenphlox, Malven und zahlreiche Lilien aus dem Boden. Auch die noch vorhandenen Rosen seiner Mutter, Tulpen des Grossvaters und Stauden seiner Schwester werden zur Erinnerung weiter gepflegt. Dazwischen wachsen Sommerastern und Kornblumen.
Teilweise haben Samen der letztjährigen Pflanzen den Winter überstanden und keimen mit den ersten wärmenden Strahlen der Frühlingssonne. Auch übersehene Dahlienknollen oder Gladiolenzwiebeln treiben wieder aus. Mittlerweile lässt Hans Hostettler sie teilweise bewusst im Boden und deckt sie zusätzlich mit Laub ab. So überwintern sie seit Jahren meist problemlos. Im Frühjahr treiben diese Pflanzen deutlich früher aus als jene, die im Haus vorgezogen oder erst nach den Eisheiligen in den Garten gesetzt werden.
«Gladiolen bilden Tochterzwiebeln. Hier kommt es vor, dass die Mutterzwiebel während des Winters abstirbt, die Nachkommen aber problemlos überwintern und sich gut vermehren», erklärt Hans Hostettler. Ähnliches gilt für Dahlienknollen, die allerdings gelegentlich geteilt werden müssen. Immer wieder kommen neue Sorten hinzu, schliesslich gibt es Dahlien in unzähligen Blütenformen, Grössen und Farben – ausser Blau.
Bleibt beim Entfernen der verblühten Blüten die eine oder andere stehen und kann Samen bilden, gibt es im nächsten Jahr häufig Überraschungen. Viele Samen keimen und bei einem optimalen Sommer zeigen sich bereits im Hochsommer die ersten Blüten. «Aufgrund der Trockenheit in diesem Sommer blühen die ersten Sämlinge aber erst jetzt. Interessant ist auch, dass sie teilweise bis zu zwei Meter hoch werden, wenn sie nicht gestutzt werden, damit sie buschiger wachsen», erklärt Anna Spiess (23), die Enkelin von Hans Hostettler.
Keine Arbeit, sondern Freude
Seit einigen Jahren unterstützt sie ihren Grossvater bei der Pflege der langen Rabatte. Mittlerweile ist sie zudem für einen beachtlichen Gartenteil hinter dem Haus verantwortlich. Dort gedeihen neben Gemüse, Beeren und Kräutern für den vorwiegend privaten Gebrauch auch zahlreiche Blumen. Je nach Bedarf dürfen sie im Garten blühen oder werden als Schnittblumen für das Restaurant verwendet. Einige Pflanzen werden hier zunächst vorgezogen. Haben sie sich bewährt, dürfen sie später in die Rabatte rund um die Gartenwirtschaft wandern.
Annas Ziel ist es, auch künftig dafür zu sorgen, dass die Blumenpracht im und ums Haus erhalten bleibt. «Momentan bin ich aber noch Lehrling bei meinem Grossvater. Soweit es meine Arbeit und Freizeit erlauben, bin ich am liebsten mit ihm im Garten. Dabei lerne ich sehr viel von ihm», erzählt sie mit einem glücklichen Lächeln.
Ein weiterer, kleinerer Gartenteil befindet sich links des Restaurants «Alpbad», gleich hinter dem Parkplatz. Dieser ist ganz allein Hostettlers Reich. Weil ein Teil der Pflanzen vor der Blüte zurückgeschnitten wird, blühen hier auch jetzt noch zahlreiche Staudenphloxe. Dahinter wird, wie in Annas Garten hinter dem Haus, Gemüse gepflanzt. Anstelle herkömmlicher Pflanzenschutzmittel wird in allen drei Gärten auf dem Hofgut vorbeugend Homöopathie in Form von Globuli eingesetzt.
Nicht zu übersehen sind zudem die zahlreichen Kübelpflanzen: Klivien, Schmucklilien, Enzianstrauch, Cannas und einjähriger Sommerflor blühen unter den Kastanien oder sorgen dort für zusätzliches Grün. Ein besonderes Schmuckstück ist die übernommene südafrikanische Blutblume mit ihren orangefarbenen Kugelblüten beim Eingang zur Gaststube.
Die Kübelpflanzen müssen zwar im Haus überwintern. Doch weder Grossvater noch Enkelin empfinden den Anbau der Pflanzen und die Pflege der Gärten rund ums «Alpbad» als Arbeit, sondern als Freude. Eine Ausnahme macht Hans Hostettler einzig beim Rückschnitt der Glyzinie an der Laube des Restaurants: «Während der Vegetationszeit muss ich alle zwei Wochen die neuen Seitentriebe zurückschneiden. Der einzige Vorteil dabei ist, dass sie im folgenden Frühjahr immer überreich blüht!»

