Fast eine Million Franken Gewinn
29.05.2026 GelterkindenRechnung 2025 besser als erwartet
Anstatt der erwarteten schwarzen Null weist die Rechnung 2025 der Einwohnergemeinde Gelterkinden einen Gewinn von einer knappen Million Franken aus, 800 000 Franken mehr als budgetiert. Dies dank höherer Steuererträge als erwartet und tieferer ...
Rechnung 2025 besser als erwartet
Anstatt der erwarteten schwarzen Null weist die Rechnung 2025 der Einwohnergemeinde Gelterkinden einen Gewinn von einer knappen Million Franken aus, 800 000 Franken mehr als budgetiert. Dies dank höherer Steuererträge als erwartet und tieferer Ausgaben im Bereich Soziale Sicherheit.
Christian Horisberger
Bei einem Aufwand von 30,555 Millionen Franken weist die Rechnung 2025 der Gemeinde Gelterkinden einen Gewinn von 955 000 Franken aus. Damit wird das erwartete Ergebnis, ein kleiner Gewinn, um 823 000 Franken übertroffen. Dies ist den Erläuterungen zur Gemeindeversammlung vom 17. Juni zu entnehmen. Der Gemeinderat beurteilt das Jahresergebnis als solide.
Dazu beigetragen haben wesentlich die Steuereinnahmen, wobei das Plus von 1,1 Millionen Franken gegenüber dem Budget (14,7 Mio. Franken) zum grössten Teil auf Steuererträge aus den Vorjahren (0,9 Mio.) zurückzuführen ist, die nicht budgetiert werden. Aufgrund höherer Steuererträge im Jahr 2024 reduzierte sich allerdings der Finanz- oder Ressourcenausgleich des Kantons um 830 000 Franken.
Auf der Ausgabenseite verzeichnet der Bereich Soziale Sicherheit mit einem Minderaufwand von rund 840 000 Franken die grösste Abweichung vom Voranschlag. Laut dem Kommentar zur Rechnung hat sich dies insbesondere durch die geringere Zunahme der Fallzahlen bei den Leistungen an das Alter, in der Sozialhilfe und im Asylwesen ergeben.
Die Bruttoverschuldung der Gemeinde erhöhte sich 2025 dennoch um 1,1 auf 31,15 Millionen Franken, das sind 4751 Franken pro Kopf. Ab 5000 Franken wird von einer «sehr hohen» Verschuldung gesprochen.
2025 habe die Gemeinde von einer guten Wirtschaftslage profitiert, heisst es im Kommentar des Gemeinderats zum Budget. Für das laufende Jahr werde eine «verhaltene Entwicklung» erwartet, weshalb ein sorgsamer Umgang mit den Finanzen weiterhin angezeigt sei.
Tagesstrukturen verpassen Ziel
An der Rechnungsgemeindeversammlung wird der Gemeinderat ein erstes Mal Bilanz ziehen zum Pilotprojekt Tagesstrukturen im «Lindenhof», das nach den Sommerferien im vergangenen Jahr angelaufen ist. Aus den Erläuterungen zum Geschäft geht hervor, dass die Zielwerte bei der Belegung nicht erreicht wurden.
Für den Mittagstisch, der von Montag bis Freitag angeboten wird, wurde von einer Belegung von durchschnittlich 18 Kindern ausgegangen. Effektiv am Tisch sassen oder sitzen nur 15; das sind 15 Prozent weniger als erwartet. Aktuell ist die Nachfrage sogar geringer als jene des Mittagstischs vor Einführung der neuen Tagesstrukturen. Auch bei den neu eingeführten Nachmittagsmodulen wurde der Zielwert von durchschnittlich 14 Kindern pro Tag verfehlt. Der Durchschnittswert liegt lediglich bei knapp 11,5. Nicht annähernd erreicht wurden bisher die Planzahlen der Ferienangebote: Anstatt der erwarteten 14 Kinder pro Tag wurden sie im Durchschnitt nur von 3 bis 4 Kindern besucht.
Im ersten, bis Ende der Sommerferien dauernden Betriebsjahr ergeben sich hochgerechnet Ausgaben von 255 000 Franken (14 000 Franken mehr als erwartet) und Einnahmen von knapp 150 000 Franken (42 000 Franken weniger als erwartet). Die Gemeinde hat bereits auf die teils deutlich unter den Erwartungen gebliebene Belegung reagiert. Aufgrund der Rückmeldungen von Erziehungsberechtigten, wonach primär die Modulkosten zu hoch seien, hat der Gemeinderat im März beschlossen, diese für das zweite Betriebsjahr zu senken, um die Attraktivität des Angebots zu erhöhen, was zu einer besseren Belegung und höheren Einkünften führen soll.
Dies ist nicht die einzige Anpassung, die ab dem neuen Schuljahr gelten wird. So wird beispielsweise im Ferienangebot ein Morgenmodul von 7 bis 8 Uhr mit Frühstück eingeführt. Neu gibt es auch einen Geschwisterrabatt und es wird eine Wegpauschale verrechnet, wenn Kinder durch das Betreuungspersonal zum «Lindenhof» begleitet werden müssen.
Erste Anpassungen waren bereits vor dem effektiven Start vorgenommen worden: So ergab sich durch die umfangreichen Aufgaben für die Leiterin der Tagesstrukturen während der Vorbereitungsphase ein höheres Pensum als die 30 Prozent, mit der die Stelle ausgeschrieben worden war. Auch im laufenden Betrieb lag ihr Pensum über dem Soll. Mit einer Stärkung der Stellvertretung soll die Leiterin vom Tagesbetrieb entlastet werden. Im Weiteren wurden die Tagesstrukturen auf Wunsch der Primarschulleitung nicht ihr unterstellt wie geplant, sondern der Gemeindeverwaltung.
Im dritten und letzten Jahr des Pilotprojekts findet eine Evaluation statt, als Basis für einen Entscheid über die Weiterführung des Angebots, hält der Gemeinderat in seinem Bericht fest. Die Analyse werde auch aufzeigen, ob die nun getroffenen Massnahmen zielführend waren.
