Fasnacht bleibt lange in Erinnerung
28.02.2023 Baselbiet, Fasnacht, Bezirk Sissach, SissachDer starke Wind verteilt die Konfetti bis in die hintersten Winkel
Das grosse Aufräumen nach dem Umzug: Rund 15 Tonnen Fasnachtsabfall sind gestern Morgen im Ortskern von Sissach aufgesammelt worden. Der heftige Wind machte die Aufgabe nicht einfacher.
tho. Es ist ...
Der starke Wind verteilt die Konfetti bis in die hintersten Winkel
Das grosse Aufräumen nach dem Umzug: Rund 15 Tonnen Fasnachtsabfall sind gestern Morgen im Ortskern von Sissach aufgesammelt worden. Der heftige Wind machte die Aufgabe nicht einfacher.
tho. Es ist die 32. und letzte «Aufwischete» des Sissacher Werkhofchefs Max Huber nach der Fasnacht; im Juni geht er in Pension. Gestern Morgen sagte er: «Solch schwierige Windverhältnisse habe ich in all den vielen Jahren zuvor noch nie erlebt.»
Die kräftige Bise machte es schwierig, die Strassen von den Tonnen von Konfetti zu befreien. Kaum hatten die Werkhofmitarbeiter mit ihren Laubbläsern die farbigen Papierschnipsel für die Wischmaschine zu Haufen und Maden zusammengeblasen, fegte jeweils prompt ein Wirbelwind durch die Strassen und verteilte die ganze Pracht wieder in alle Ecken und Winkel. «Sogar Regen wäre mir lieber als dieser Wind», meinte ein anderer Werkhofmitarbeiter. Bei diesem Wind fange man immer wieder von vorne an. Und es blase die Konfetti weit weg – bis in alle Gärten. Die diesjährige Fasnacht werde zumindest in optischer Hinsicht wohl etwas länger in Erinnerung bleiben …
Um 6 Uhr in der Früh wurde gestern mit den Reinigungsarbeiten begonnen. Rund 15 Mann und mehrere Wischmaschinen waren im Einsatz, wie Huber sagt. Rund 15 Tonnen Abfall kämen jeweils zusammen. Beim grössten Teil handelt es sich um Konfetti, die am Fasnachtsumzug in riesigen Mengen von den Fasnachtswagen geworfen und geleert werden. Durchsetzt ist der farbige Abfall mit vielen Scherben, zertretenen Orangen, Plastik und so weiter. Die ganze Umzugs-Hinterlassenschaft kommt nach dem Aufputz in die Kehrichtverbrennung. Karton hingegen werde soweit als möglich separat gesammelt. Bis Ende Woche wolle man mit den Aufräumarbeiten möglichst fertig sein, sagt Huber, vielleicht werde es in diesem Jahr auch nächste Woche noch den einen oder anderen Einsatz brauchen, um den hintersten Winkel sauber zu bekommen.
Ab den vielen zerschlagenen Glasflaschen und den Schnapsfläschchen in grosser Zahl ärgert sich Huber: «Einfach unnötig!» Noch weniger Verständnis hat er für Kleingruppen, die nach dem Umzug einfach ihre Wägelchen in der Begegnungszone «vergessen» und somit dem Werkhof zur Entsorgung überlassen. «Wenn wir herausfinden, wer die Verursacher sind, dann bekommen sie eine Rechnung von uns», sagt er. Er selber sei ebenfalls Fasnächtler, doch irgendwo höre auch das grösste Verständnis auf: «An der Fasnacht ist wirklich sehr vieles erlaubt, aber nicht alles!»
Und wie unangenehm war die eisige Bise gestern Morgen für das körperliche Wohlbefinden der Werkhofmitarbeiter? «Das ist überhaupt kein Problem», winkt Huber ab: «Alle geben mehr als 100 Prozent. Das gibt warm.»
Bereits am Mittag wirkten weite Teile der Begegnungszone schon fast wieder wie «geschleckt». Heute Dienstag verwandelt sich Sissach mit der Kinderfasnacht und dem Guggenkonzert allerdings erneut zum fasnächtlichen Tollhaus. Der nächste Einsatz für die Werkhof-Equipe kommt bestimmt.
Improvisiertes Eingangsportal
Vermutlich ein «Opfer» der garstigen Bise war das Eingangsportal aus Holzpaletten zum Aussenbereich des Sissacher Restaurants Krone. In der Nacht stürzte die Konstruktion um und blieb auf dem schönen «Food Truck», einem umgebauten Opel-Blitz-Transporter aus dem Jahr 1959, liegen. «Krone»-Betreiber Rino Zumbrunn: «Als wir das Restaurant Sonntagnacht zugemacht haben und heimgingen, stand das Portal noch.» Der Schaden am «Food Truck» scheint sich in Grenzen zu halten, ansonsten ist die Sissacher Firma Carrosserie Zumbrunn, die Rino Zumbrunns Vater gehört, nicht weit … Das fasnächtliche Eingangsportal werde wieder aufgerichtet, sagte der Restaurantbetreiber gestern am frühen Nachmittag am Telefon und machte sich bald daraufhin auf, um den Schaden persönlich in Augenschein zu nehmen.