«Vielleicht nicht ideal, aber praktikabel»
29.10.2021 Baselbiet, Verkehr, BubendorfNeuer Knoten Bad Bubendorf geht Mitte 2022 in Betrieb
Mit einer neuen Signalsteuerung, einem verlängerten Rechtsabbieger und zwei Linksabbiegespuren wollen die Verantwortlichen den Verkehrsstau zwischen Bubendorf und Liestal bekämpfen.
Elmar Gächter
Wie oft ...
Neuer Knoten Bad Bubendorf geht Mitte 2022 in Betrieb
Mit einer neuen Signalsteuerung, einem verlängerten Rechtsabbieger und zwei Linksabbiegespuren wollen die Verantwortlichen den Verkehrsstau zwischen Bubendorf und Liestal bekämpfen.
Elmar Gächter
Wie oft haben sich Verkehrsteilnehmende über die langen Staus vor der Kreuzung beim Bad Bubendorf geärgert, wenn sich stehende Kolonnen bis zum Altmarkt Liestal oder über den Kreisel Drei Linden («Migros»- Kreisel) hinaus gebildet haben. Mit den laufenden Bauarbeiten, insbesondere der stark verlängerten Rechtsabbiegespur nach Bubendorf, hat sich die Situation in der Zwischenzeit mit wenigen Ausnahmen zwar markant verbessert, aber die Frage bleibt, wie sie sich nach Inbetriebnahme der neuen Waldenburgerbahn präsentieren wird.
Erst kürzlich hat der Regierungsrat verschiedene Fragen von Landrat Thomas Noack zu den Kapazitäten dieser Kreuzung beantwortet. Die Verantwortlichen der Bau- und Umweltschutzdirektion zeigen sich dabei überzeugt, dass mit einer optimierten Steuerung der Lichtsignalanlage, dem verlängerten Rechtsabbiegestreifen in Fahrtrichtung Bubendorf und zwei neuen Fahrstreifen für das Linksabbiegen in Richtung Liestal eine wesentliche Verbesserung erreicht werden kann. Sie weisen aber auch darauf hin, dass wegen der für die nächsten Jahre prognostizierten Verkehrszunahme auch beim Kreisel Drei Linden Massnahmen notwendig werden könnten.
2250 Motorfahrzeuge in der Stunde passieren an Abendspitzen die Kreuzung Bad Bubendorf, 1900 den Knoten Drei Linden, wie Stefan Roana gegenüber der «Volksstimme» festhält. Zusätzliche 400 Fahrzeuge in den Spitzenstunden werden es laut den Prognosen im Jahr 2040 sein. Der Leiter des Fachbereichs Verkehrstechnik beim Tiefbauamt begründet die Zunahme mit den Entwicklungen der Gemeinde Bubendorf, vor allem der Firma Bachem, sowie einer allgemeinen Verkehrszunahme gemäss Gesamtverkehrsmodell 2040.
Er geht davon aus, dass der Knoten Bad Bubendorf auch künftig genügend leistungsfähig ist, der Kreisel Drei Linden jedoch an die Kapazitätsgrenzen kommen wird. «Wir werden mit dem verlängerten Rechtsabbieger bei der Kreuzung Bad Bubendorf in kürzerer Zeit mehr Verkehr in Richtung Kreisel bringen. Dies könnte zu Rückstau vom Kreisel Richtung Bad Bubendorf führen», so Roana.
Kreisel als neuralgischer Punkt
Die Fachleute des Tiefbauamtes sind in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat Bubendorf dabei, kapazitätssteigernde Massnahmen am Kreisel zu prüfen. Stefan Roana spricht von zwei Fahrspuren im Kreisel, wobei eine solche Lösung zwingend flankierende Massnahmen für den Veloverkehr erfordere. Zu diskutieren sei auch, ob der Rechtsabbieger bei der Kreuzung Bad Bubendorf Richtung Waldenburg aufrechterhalten bleibe oder der Verkehr Richtung Talhaus wie während den laufenden Bauarbeiten ausschliesslich über die kommunale Grüngenstrasse geführt werde. «Solange jedoch keine Not besteht, wollen wir alle bisherigen Verkehrsbeziehungen aufrechterhalten», hält der Verkehrsingenieur fest. Je nach Ergebnis des Monitorings nach Inbetriebnahme der erneuerten Kreuzung Bad Bubendorf würden zeitnah Optimierungen vorgenommen und der Ausbau des Kreisels Drei Linden priorisiert.
Die neue Lichtsignalanlage auf der Kreuzung Bad Bubendorf wird laut Stefan Roana Mitte 2022 in Betrieb genommen. «Sie wird wesentlich flexibler gesteuert sein als die bisherige. Mit verschiedenen Stauschlaufen wird sie erfassen können, wo wie viel Stau herrscht und die Grünphasen entsprechend steuern.» So sei es auch möglich, bei unerwartet hohen Verkehrsspitzen die Grünphasen zu verlängern. Waldenburgerbahn und Bus werden auch künftig prioritär behandelt.
Neben der Rechtsabbiegespur in der Länge des jetzigen Provisoriums versprechen sich die Fachleute vor allem auch viel von den beiden Linksabbiegespuren zwischen Kreisel Drei Linden und Kreuzung Bad Bubendorf. Dabei werden sich die beiden Spuren nach Überqueren der Geleise auf eine einzige verflechten. «Weil wir die Grünzeit mit zwei Fahrspuren nützen können, bringen wir 30 bis 40 Prozent mehr Fahrzeuge über den kritischen Punkt des Bahnübergangs», so Roana. Es ist ihm bewusst, dass es eine Eingewöhnungsphase braucht, doch er ist überzeugt, dass es funktioniert.
Eine Über- oder Unterführung, wie sie verschiedentlich propagiert wurde, wird es nicht geben. Stefan Roana spricht von einem tiefen zweistelligen Millionenbetrag, den eine solche Lösung kosten würde. «Wir überlegen uns stets, wie wir die Verkehrsprobleme möglichst auch kostenoptimal meistern können. Die geplanten Massnahmen am Knoten Bad Bubendorf sind relativ schlank, auch kostenmässig, vielleicht nicht ideal, aber praktikabel.»
Wendeplatz Buslinie 70 in Bubendorf
emg. Die Linie 70 der Autobus AG bedient mit 10 bis 13 Kursen pro Tag die Strecke Liestal-Bubendorf und zurück. Da die Firma Bachem Eigenbedarf angemeldet hat und den Vertrag fristgerecht auf den 31. Dezember gekündigt hat, musste die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) einen neuen Wendeplatz suchen. Wie sie auf Anfrage mitteilt, wird dieser bis Ende 2023 um eine private Scheune ausgangs des Dorfes Richtung Ziefen führen. Wie es ab 1. Januar 2024 weitergeht, ist noch offen. «Wir sind überzeugt, dass wir bis dann eine Folgelösung in Betrieb nehmen können» hält BUD-Mediensprecherin Andrea Bürki gegenüber der «Volksstimme» fest.