Ein zweiter Probelauf
28.06.2019 Bezirk Sissach, Gastronomie, Gelterkinden, Gemeinden, Gesellschaft14 Gastronomen locken an die «lange Tafel»
Nie war es einfacher, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen: In Gelterkinden lädt morgen die «lange Tafel» zum Verweilen ein. Die Gemeinde hilft tatkräftig bei der Organisation – noch.
Sebastian Wirz
Ab 12 Uhr ...
14 Gastronomen locken an die «lange Tafel»
Nie war es einfacher, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen: In Gelterkinden lädt morgen die «lange Tafel» zum Verweilen ein. Die Gemeinde hilft tatkräftig bei der Organisation – noch.
Sebastian Wirz
Ab 12 Uhr ist die Begegnungszone in Gelterkinden morgen für den Verkehr gesperrt. Eine Horde von Helfern strömt dann aus, um das Dorfzentrum bis zum Abend festlich herzurichten: Es ist wieder Zeit für die «lange Tafel». Von der westlichen Einmündung in die Begegnungszone bei der Raiffeisenbank bis zur Brücke über den Eibach wird ein langer Tisch in den Gemeindefarben zu stehen kommen. Ein ebenso langer schliesst in der Bohnygasse bis zum östlichen Ende der Zone beim alten Gemeindehaus an.
Dazwischen stehen auf der Kreuzung vor dem Restaurant Kreuz zahlreiche Essens- und Getränkestände. Ab 17 Uhr können sich die Gäste von Antipasti über marokkanische Speisen bis zum guten alten «Brüügel» mit Speisen eindecken, ehe sie sich irgendwo an der ewigen Tischreihe hinsetzen. 14 gastronomische Betriebe aus der Gemeinde bieten ihre Produkte an. Sie reichen von den Restaurants über die Bäckerei und den Claro-Laden bis zur «Bierfabrik», die vier verschiedene Sorten des kühlen Golds offen ausschenkt. Musikalische Unterhaltung gibt es von der Big Band bis zum umherziehenden Jodlerklub.
Nicht Kerngeschäft der Gemeinde
Es ist nicht der erste Anlass dieser Art. 2017 diente er als Eröffnungsfest für die einige Monate zuvor fertiggestellte Begegnungszone. Die «lange Tafel» war zugleich ein Dankeschön der Gemeinde an die Anwohner und Geschäfte, die unter den Bauarbeiten gelitten hatten, und ein Beweis dafür, dass entgegen aller Unkenrufe «etwas läuft» im Gelterkinder Dorfzentrum. Trotz unsicherer Wetterlage wurde der Anlass zu einem Erfolg. «Die Rückmeldungen nach der ersten ‹langen Tafel› waren durchwegs positiv. Alle haben danach gerufen, diesen Anlass zu wiederholen», sagt Theres Fuchs, die bei der Gemeindeverwaltung arbeitet und im zu grossen Teilen von Gemeindevertretern bestückten OK mitarbeitet.
Das mit der Fortsetzung ist aber so eine Sache. 2018 kam eine zweite Durchführung im vom «Badi-Fest» dominierten kommunalen Festkalender nicht infrage. Und auch sonst sagt Fuchs: «Es ist nicht das Kerngeschäft der Gemeinde, Feste zu veranstalten.» Im kaum veränderten OK von 2017 sind neben Fuchs zwei Gemeinderäte an Bord. Das hat Vorteile: Die «Deals», wie Fuchs sie nennt, mit den Sponsoren kommen einfacher zustande, der grosse Einsatz des Werkhof-Teams wird nicht verrechnet und die Gemeinde gewährt eine Defizitgarantie.
«Die ‹lange Tafel› war ein Fest zugunsten der Anwohner. 2019 ist nun ein erneuter Testlauf, was Durchführung und Abrechnung anbelangt», sagt Fuchs. Im Gegensatz zum «Dankesfest» vor zwei Jahren, als die Standplätze kostenlos waren, wurden mit den Betreibern nun Standgebühren festgelegt und sie geben einen selbst gewählten Prozentsatz des Umsatzes ans OK ab. «Wir gehen von einem Nullsummenspiel aus», sagt Fuchs. Wenn sich danach eine Gruppe mit etwas mehr Abstand zur Gemeinde fände, die den Anlass übernehmen wollte, würde diese zukünftige Durchführungen gerne abgeben – und sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.
«Lange Tafel», Samstag, 29. Juni, 17 Uhr, Begegnungszone, Gelterkinden.