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Bruno Jutzi erfüllt sich einen Traum

| Do, 13. Jun. 2019

Brigitte Buser

Oberhalb von Reigoldswil, in idyllischer Umgebung, liegt das Grundstück von Bruno Jutzi. Dahinter die Ruine Ryfenstein. Spaziert man durch die gemähten Wege der darauf angelegten Wiese, gibt es verschiedene Kunstobjekte des Besitzers zu entdecken. Neben Vogelgezwitscher ist auch das Zirpen der Grillen zu hören. Zudem wird die Blumenwiese von unglaublich vielen Bienen und Insekten besucht, denn zwischen den zahlreichen Gräsern gedeihen die unterschiedlichsten Wildblumen: Esparsette, Knäuelglocken-, Wucher- und Witwenblume, Wiesensalbei und verschiedene Kleearten.

«Das war nicht immer so», erzählt Jutzi, «ich habe aber immer von einer artenreichen Wiese geträumt.» Fünf Jahre nach seiner Pensionierung kaufte sich Jutzi Wildblumensamen und streute diese in die Wiese. Nach langem Warten musste er aber feststellen, dass sein Plan so nicht funktionierte. «Ich bin davon ausgegangen, dass man die Samen einfach ausstreuen kann. Dem ist aber nicht so.» Im folgenden Sommer unternahm Jutzi einen weiteren Versuch. Doch diesmal pickten die Spatzen die Samen schneller auf, als diese wurzeln konnten.

Eigentlich wollte er nach diesem Versuch sein Projekt aufgeben, doch der Wunsch einer Bilderbuchblumenwiese war nach wie vor gross. So befasste er sich nochmals intensiv mit der Aussaat von Wildblumenmischungen und recherchierte dazu auch im Internet. Er stiess auf die Website der UFA AG, ein Unternehmen, das Saatgut für die Landwirtschaft herstellt und das den Wettbewerb UFA-Wildblumencup 2017–2019 ausgeschrieben hatte. Kurzentschlossen meldete er sich an. Ziel des Wettbewerbs war es, eine Blumenwiese mit Mindestmass von 100 Quadratmetern bis Ende 2017 zu säen und bis Mai 2019 zu pflegen. Das verwendete Saatgut musste zu 100 Prozent aus UFA-Samen bestehen und jeder Arbeitsschritt von der Saatbeetvorbereitung, über die Aussaat bis hin zur Pflege protokolliert und jeweils mit mindestens einem Bild dokumentiert werden. Der besten Wildblumen-Gärtnerin und dem bestenWildblumen-Gärtner winkte eine Auszeichnung.

Zeitgleich erzählte er seinen persönlichen Gartengestaltern Ulrich und Michael Briggen von seinem Vorhaben. Die beiden waren begeistert und standen dem Naturwiesenbauer nicht nur mit Rat und Tat zur Seite, sondern stellten ihm auch die dazu benötigten Gerätschaften zur Verfügung.

Mehr Insekten und Vögel
Ende März 2017 wurde das Grundstück ausgemessen und in drei Wildblumenbereiche eingeteilt. Danach folgte das Abtragen der Grasnarbe, der zu bearbeitenden Fläche. Gegen Ende April wurde das Saatgut ausgebracht, welches bereits gegen Ende August nach dem Aussamen der einjährigen Pflanzen gemäht werden konnte. Ende September folgte ein weiterer Schnitt. Im Frühjahr 2018 blühten neben Gräsern und einjährigen Wildblumen auch mehrjährige Stauden wie Knäuelglocken- und Flockenblumen oder Lichtnelkenarten. Wieder folgte ein Schnitt nach dem Absamen Ende Juni und ein weiterer Schnitt im September.

Im Mai 2019 war es dann so weit. Die Fachpersonen des UFA-Wildblumencups begutachteten und bewerteten die Pflanzenvielfalt in den drei Bereichen.Von 25 Teilnehmern wurde die Blumenwiese von Bruno Jutzi nominiert und am 22. Mai zusammen mit sechs weiteren Naturblumenwiesenbaufreunden ausgezeichnet.

Für den Reigoldswiler Blumenwiesenbesitzer hat sich ein Traum erfüllt. Voll Stolz erzählt er: «Auf dem ganzen Feld und in der Luft sind mehr Insekten und Vögel anzutreffen als vorher. Zudem waren die Brutkästen der Umgebung bei der letzten Brut besetzt.»

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