AUSGEFRAGT | CHRISTIAN STAUDENMANN, LEITER DER BLKB REGION SISSACH, ZUNZGEN
28.06.2019 Bezirk Sissach, Zunzgen, Gesellschaft, Sissach«Viele haben ein zweites Hemd im Büro»
Wer bei einer Bank arbeitet, trägt in und wegen der Regel einen Anzug. Was aber, wenn die Temperaturen ins Unermessliche steigen? Christian Staudenmann leitet die BLKB-Filiale in Sissach. Er erklärt, wie seine Mitarbeiter trotz ...
«Viele haben ein zweites Hemd im Büro»
Wer bei einer Bank arbeitet, trägt in und wegen der Regel einen Anzug. Was aber, wenn die Temperaturen ins Unermessliche steigen? Christian Staudenmann leitet die BLKB-Filiale in Sissach. Er erklärt, wie seine Mitarbeiter trotz Hitze eine gute FigurAnna Uebelhart
Herr Staudenmann, diese Woche gab es Temperaturen bis zu 37 Grad. Werden die Regelungen bezüglich der Kleidung Ihrer Bankangestellten bei einer Hitzewelle dieser Intensität gelockert?
Christian Staudenmann: Die Beratenden haben genügend Entscheidungsspielraum, den sie nutzen können. So steht es zum Beispiel den Männern frei, ob sie mit oder ohne Krawatte zur Arbeit kommen. Dies übrigens unabhängig davon, ob es draussen heiss oder nur warm ist. Bei uns gibt es keine Krawattenpflicht mehr.
Welche Kleidervorschriften gelten für die Mitarbeitenden der Basellandschaftlichen Kantonalbank?
Wir setzen in erster Linie auf die Selbstverantwortung unserer Mitarbeitenden, egal ob mit oder ohne Kundenkontakt. Aus diesem Grund kennen wir keine starren Kleidervorschriften. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht. Bei dieser Hitze kleiden wir uns entsprechend lockerer.
Was tut man, wenn man vor dem Kunden schwitzt und es von diesem als störend empfunden werden könnte?
So etwas sollte natürlich nicht passieren, kann aber. Bei diesen Temperaturen kommen wir ja alle ins Schwitzen.Viele Mitarbeitende haben deshalb eine zweite Bluse oder ein zweites Hemd im Büro. Zur Erfrischung stellen wir unseren Kundinnen und Kunden in diesen besonderen Hitzetagen in der Schalterhalle Mineralwasser zur Verfügung. Eine Dienstleistung, die geschätzt und rege genutzt wird.
Was passiert, wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin mit kurzen Hosen oder schulterfrei am Arbeitsplatz auftaucht?
Das war bei uns bis anhin kein Problem, weil es noch nicht vorgekommen ist. Sollte die Kleidung tatsächlich unangemessen sein, mache ich die Beraterin oder den Berater entsprechend darauf aufmerksam.
Sind die Vorschriften im ganzen Kanton gleich, oder können sie von Filiale zu Filiale variieren?
Hier hat der Vorgesetzte eine Vorbildfunktion. Einheitsdresse gibt es aber in keiner unserer Filialen.
Bankangestellte kleiden sich international auffallend ähnlich. Werden Menschen, die einen Anzug, lange Kleidung und dunkle Farbtöne tragen, als seriöser wahrgenommen?
Wir begegnen unseren Kundinnen und Kunden erst mal mit Respekt. Dazu passen unaufdringliche Farben. Man sagt ja, Kleider machen Leute. Wichtig ist, dass man nicht over- oder gar underdressed ist. Der Kunde geht heute unverkrampfter und lockerer damit um und erwartet nicht mehr zwingend, dass ich im schwarzen Anzug gekleidet bin.
Durch die «Uniformierung» wirkt die BLKB auf Aussenstehende als Einheit. Ist dies auch ein Grund für Ihre Kleiderwahl?
Als Uniformen würde ich die Arbeitskleidung unserer Mitarbeiter nicht bezeichnen. Kunden berichten aber, dass unsere Beraterinnen und Berater durch ihre Kleiderwahl und ihr Auftreten sympathischer wirken.
Wünschen Sie sich manchmal, einen Beruf gewählt zu haben, bei dem Sie bei der Auswahl Ihrer Arbeitskleidung freier wären?
Ich habe bei der BLKB genügend persönlichen Spielraum, mich so zu kleiden, dass ich mich darin wohlfühle. Für mich ist das absolut kein Problem. Meine Befriedigung im Job hängt nicht von Kleidervorschriften ab, sondern unter anderem von den Begegnungen mit interessanten Menschen.