Schüler programmieren Lego-Roboter
28.05.2019 Baselbiet, Bildung, SissachVorausscheidung der World Robot Olympiad
Sie sind erst neun und zehn Jahre alt, doch bereits begeisterte Programmierer: Luca, Enea und Florian haben mit «Lego Mindstorms» einen Männchen transportierenden Roboter gebaut. Am Samstag testeten sie ihn an der Vorausscheidung der World Robot ...
Vorausscheidung der World Robot Olympiad
Sie sind erst neun und zehn Jahre alt, doch bereits begeisterte Programmierer: Luca, Enea und Florian haben mit «Lego Mindstorms» einen Männchen transportierenden Roboter gebaut. Am Samstag testeten sie ihn an der Vorausscheidung der World Robot Olympiad.
Sara Keller
Nur 120 Minuten hatten die drei Primarschüler Enea, Luca und Florian am vergangenen Samstag Zeit, um einen Roboter aus seinen Einzelteilchen zusammenzusetzen. Für ihre Teilnahme an der Vorausscheidung der World Robot Olympiad in Muttenz haben die Sissacher mit der Softwareplattform Lego Mindstorms und Legosteinen einen Roboter und ein ihn steuerndes Computerprogramm entwickelt.
Die World Robot Olympiad ist ein internationaler Wettbewerb für technikbegeisterte Kinder und Jugendliche von 8 bis 19 Jahren, die sich in die drei Altersgruppen «Elementary» für Kinder von 8 bis 12, «Junior» für Teilnehmende im Alter von 13 bis 15 Jahren und «Senior» für Programmierbegeisterte von 16 bis 19 Jahren aufteilen. Weltweit nehmen über 22 000 Teams aus mehr als 60 Ländern teil.
Ein Blick in die Zukunft
Dieses Jahr steht der Wettbewerb unter dem Motto, wie neue Ideen und Technologien in der Zukunft helfen werden, Städte zu bauen. Die drei Schüler stellten sich am Samstag der Aufgabe ihrer Altersklasse, einen Roboter zu bauen, der Personen selbstständig durch eine Stadt befördert. Die Schwierigkeit dabei war, dass der Roboter vor dem Wettbewerb konstruiert und programmiert werden durfte, beim Wettkampf selbst aber aus seinen Einzelteilen innerhalb von 120 Minuten ohne Hilfe zusammengebaut werden musste. Nur das Programm konnte fertig an den Wettbewerb mitgenommen werden.
«Das Auswendiglernen des Aufbaus des Roboters war mit das Schwierigste an der Aufgabe», sagt Teamcoach Matthias Gut. «Bei jedem Aufbau hat wieder etwas Neues nicht geklappt und musste verbessert werden», fügt der Vater des neunjährigen Eneas an. «Jede Veränderung musste wieder geübt und auswendig gelernt werden», sagt der zehnjährige Luca. Manchmal habe es dann trotzdem nicht besser geklappt, fügt er an.
Kaputte Kernelemente
Frustriert habe ihn das aber nie. Vielmehr begeistert ihn und die anderen Buben die Herausforderung. «Wir finden es cool, etwas Neues zu lernen, und wollen möglichst gut darin sein», so Luca. «Wenn etwas nicht klappt, probieren wir es einfach noch einmal.»
An der Vorausscheidung hat leider einiges nicht geklappt. «Die Jungs hatten eine kleine Pechsträhne», sagt der Coach. Im ersten Durchgang sei ein Kernelement der Steuerung des Roboters kaputtgegangen und im dritten fiel ein Zahnrad heraus. Davon gross beeindrucken lassen sie sich aber nicht. «Wir hatten einen super Tag und haben sehr viel gelernt und gelacht. Beim nächsten Mal werden wir auf jeden Fall einen zweiten Steuerklotz mitnehmen.»
«Ich möchte es sicher noch einmal bei einem Wettbewerb probieren», kündigt Luca an. Und auch Enea ist überzeugt, dass der erste Wettbewerb, bei dem er mitmachen konnte, nicht der letzte sein wird. Bereits im vergangenen Jahr wollte er, nachdem er zu seinem achten Geburtstag «Lego Mindstorms» geschenkt bekommen hatte, am Wettkampf teilnehmen.
Komplettes Team dank Flyer
«Damals war es aber noch zu schwierig», sagt der Schüler. «Vor allem das Programmieren ist für die Kinder sehr anspruchsvoll», fügt sein Vater an. «In der Zwischenzeit weiss ich gar nicht mehr, wie viel Zeit wir in den Roboter investiert haben.» Seit Anfang Jahr hat das Team regelmässig am Roboter gearbeitet.
«Wahrscheinlich hätte ich vor einem Jahr auch noch kein Team gefunden», erzählt Enea. Um nun mitmachen zu können, fragte er erst seinen gleichaltrigen Klassenkameraden Florian, der sofort zusagte, obwohl er zuvor noch nie programmiert hatte. Kurz darauf schloss sich auch Luca dem Team an. Wie Enea hatte er bereits erste Programmiererfahrungen gesammelt, allerdings mit einem einfacheren System von Lego. ‹Mindstorms› war erst eine grosse Herausforderung für mich», erzählt er. Doch habe er schnell schätzen gelernt, wie das System einem mehr Freiheiten gibt: «Es braucht viel mehr Eingaben als andere Systeme. Sobald man diese verstanden hat, ist es aber eigentlich einfach.»