Der Altmarkt wird zum Nadelöhr
28.05.2019 Baselbiet, Verkehr, Bauprojekte, Bezirk LiestalKnotenpunkt wird saniert – Verkehrsbehinderungen sind unumgänglich
Die Sanierung der Altmarkt-Kreuzung und der Kasernenstrasse in Liestal ist voraussichtlich mit grossen Verkehrsbehinderungen verbunden. Bei Pendlern ist für die kommenden vier Monate Geduld gefragt.
Elmar ...
Knotenpunkt wird saniert – Verkehrsbehinderungen sind unumgänglich
Die Sanierung der Altmarkt-Kreuzung und der Kasernenstrasse in Liestal ist voraussichtlich mit grossen Verkehrsbehinderungen verbunden. Bei Pendlern ist für die kommenden vier Monate Geduld gefragt.
Elmar Gächter
Er zählt zweifellos zu einem der wichtigsten Knotenpunkte der Kantonshauptstadt. Gegen 20 000 Fahrzeuge benutzen täglich die verschiedenen Verkehrsbeziehungen. Für Lausen genauso wie für die beiden Frenkentäler stellt er die einzige direkte Anbindung an Liestal sicher.
Mehr als 40 Jahre sind seit der letzten grösseren Sanierung vergangen, zwei Jahrzehnte hat die Lichtsignalanlage auf dem Buckel. Alles andere als optimal ist die Kreuzung für die Velofahrer. Die Erneuerung ist für die Planer eine Knacknuss. «Seit anderthalb Jahren befassen wir uns mit der Projektierung, mehr als die Hälfte davon mit der Frage, wie wir den Verkehr während der Bauzeit am besten durchbringen», sagt Angelo Gatti, Leiter des Kreises 2 des Tiefbauamts und Oberbauleiter des Vorhabens. Auch bei der besten Lösung ist eines gewiss: Die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer müssen sich insbesondere in den Spitzenstunden auf lange Wartezeiten einstellen.
Mehr Sicherheit für Velofahrer
Baulich gilt es, die Brücke statisch zu verstärken und die Oberfläche neu abzudichten. Zwischen der Einmündung Altbrunnenweg westlich der Kreuzung und dem östlich einmündenden Standweg wird der Belag auf einer Länge von rund 260 Metern erneuert. Die Velofahrer dürfen sich auf beidseits durchgehende Radwege oder -streifen freuen, auf der Seite Waldenburg kombiniert mit dem Trottoir. Der gegenüberliegende Gehsteig auf der Überführung wird aufgehoben, ebenso dessen Fortsetzung bis zur Einmündung Altbrunnenweg, da dieser laut Gatti ohnehin kaum benützt wird. Damit wird Raum geschaffen für die Velostreifen, ohne dass grosse Eingriffe in das Privatareal erfolgen müssen.
Da die Brückenkonsolen für schwerere Fahrzeuge nicht befahrbar sind, trennen im Brückenbereich künftig beidseits Leitplanken Motorfahrzeuge von Velos. Baubeginn ist der kommende Montag. Anfang November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf rund 3 Millionen Franken.
Mit Ausnahme der Ausfahrt ab der A22 nach Liestal/Lausen, die weiterhin während der ganzen Bauzeit gesperrt ist, werden die übrigen Verkehrsbeziehungen grundsätzlich aufrechterhalten. Allerdings müssen sich die Verkehrsteilnehmer aus Lausen darauf einstellen, dass ihre direkte Verbindung nach Liestal zweimal komplett für jeweils einige Tage unterbrochen wird.
Weiträumige Umfahrung
Spezielles Augenmerk legen die Verantwortlichen auf den Fahrplan der öffentlichen Busse. So bleibt auch die Verbindung von Lausen nach Liestal stets gewährleistet. Gewisse Verspätungen dürften aber auch für den Linienverkehr nicht zu vermeiden sein. Dazu kommt, dass während der Sommerferien wegen Bauarbeiten für die neue Waldenburgerbahn zusätzlich Busse vom und ins Waldenburgertal verkehren.
Um den Knoten auch während der Bauzeit so effizient wie möglich betreiben zu können, regeln bis zu fünf Verkehrswachen während 24 Stunden den Verkehr. «Während des Tages sehen wir kein allzu grosses Problem, hingegen wird es in den Morgenstunden und abends im Feierabendverkehr zu langen Wartezeiten kommen. In diesen Zeiten werden wir ein etwas grösseres ‹Puff› haben», sagt Gesamtleiter Angelo Gatti. Er appelliert deshalb an die Autofahrer, das Nadelöhr Altmarkt möglichst zu umfahren. Die A22 mit ihrer Aus- und Einfahrt Liestal-Nord biete sich sowohl für Autopendler aus Richtung Sissach als auch aus den beiden Frenkentälern als Alternative an. «Wenn wir dadurch auch nur 5 Prozent weniger Verkehr auf der Kreuzung haben, ist dies bereits eine nicht unerhebliche Entlastung», ist Gatti überzeugt.
Am Montag beginnt das Bauunternehmen mit dem Abbau der Verkehrsinseln sowie mit dem Rückbau der Lichtsignalanlage. Der Ablauf der ganzen Baustelle erfolgt in verschiedenen Etappen mit unterschiedlichen Verkehrsbehinderungen. Angelo Gatti hofft, dass die Verkehrsteilnehmer den vorübergehenden Einschränkungen Verständnis entgegenbringen.