Magali Franov (25) wird mit ihren Illustrationen international wahrgenommen
Die Sissacherin Magali Franov zeichnet, seit sie einen Stift halten kann. Heute ist sie eine aufstrebende Illustratorin – mit eigenem Bilderbuch, einer Nominierung für die Biennale in Bratislava und ...
Magali Franov (25) wird mit ihren Illustrationen international wahrgenommen
Die Sissacherin Magali Franov zeichnet, seit sie einen Stift halten kann. Heute ist sie eine aufstrebende Illustratorin – mit eigenem Bilderbuch, einer Nominierung für die Biennale in Bratislava und einem unverwechselbaren Stil.
Silvan Thommen
Schon im Kindergarten war klar: Magali Franov und das Zeichnen gehören zusammen. «Dies zieht sich seit dem Kindergarten bei mir durch», sagt die heute 25-jährige Illustratorin. In ihrer Schulzeit in Sissach wurde ihr kreativer Drang immer sichtbarer. Ein prägendes Erlebnis war der Besuch des Illustrators Nicolas d’Aujourd’hui in ihrer Klasse. Dieser entwickelt, produziert und veröffentlicht Bilder, Geschichten, Bücher, Spiele und Filme. «Er zeigte uns, wie man Begriffe kreativ verbindet. Da habe ich gemerkt, dass Zeichnen auch ein Beruf sein kann.»
Jahre später absolvierte Franov bei genau diesem Illustrator ein Praktikum, was ihren Wunsch bestärkte, als Illustratorin zu arbeiten. Nach der Matura führte ihr Weg in den gestalterischen Vorkurs in Basel und zum Studium an der Hochschule Luzern. «Dies war genau das, was ich gesucht habe», sagt Franov – ein Ort, an dem sie ihre «Sprache» als Illustratorin schärfen konnte. Seit dem Jahr 2023 arbeitet sie in Basel als selbstständige Illustratorin.
Ein Ergebnis ihrer Ausbildung ist das Bilderbuch «Zuhause auf der Klippe», das sie als Bachelor-Arbeit entwickelte und das als eigenständiges Werk erschienen ist. Die Geschichte dreht sich um ein Haus, das einsam auf einer Klippe steht und sich nach einem Sinn im Leben sehnt. «Es erlebt nichts und kann sich als Haus nicht vom Fleck bewegen», erklärt Franov. Doch dann zwingt ein Sturm eine Familie dazu, Schutz im Haus zu suchen. Sie bleibt – und das Haus wird zu einem Zuhause. «Die grösste Herausforderung war, mich auf eine Geschichte festzulegen», erklärt sie. Immer wieder änderte sie Details, sogar den Protagonisten und das Ende der Geschichte.
Inspiration in der Ruhe
Für das Kinderbuch «Herschel, der Gespensterhund» von Thomas Meyer (bekannt durch die Verfilmung «Wolkenbruch») übernahm sie die Illustration. «Hier war der Prozess ein anderer, da ich ‹nur› die Bilder gemacht habe, ohne den Text zu schreiben», erzählt die Sissacherin. Doch auch hier war das Zusammenspiel entscheidend: «Die beiden Erzählelemente sollen zusammenwirken und die Geschichte vervollständigen.»
Franov arbeitet vorzugsweise in ihrem Atelier in Basel. «Es befindet sich in einem kleinen Haus mit Innenhof – ein ruhiger und inspirierender Ort.» Doch Franov zeichnet nicht nur dort: «Ich habe meine Materialien meistens dabei und zeichne überall – egal, ob ich auf den Zug warte oder am Rhein sitze.» Die Inspiration komme nicht immer auf Knopfdruck. Manchmal brauche es Pausen und Abstand. «Es hilft, spazieren zu gehen, ein Museum zu besuchen oder etwas völlig anderes zu machen.» Am meisten helfe, einfach anzufangen: «Beim Zeichnen kommen oft neue Ideen.»
Ein Meilenstein in ihrer Karriere war die Nominierung für die Biennale der Illustrationen in Bratislava (BIB). Diese alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung ist eine der grössten internationalen Plattformen für Kinderbuchillustration. Die kommende Biennale findet vom 3. Oktober 2025 bis 10. Januar 2026 im Bratislaver Schloss statt. «Ich weiss nicht genau, was mich erwartet, aber es ist spannend, dabei zu sein», sagt Franov. Für sie bedeute die Nominierung Anerkennung: «Es ist schön, dass die viele Arbeit, die ich investiert habe, wahrgenommen wird.»
www.magalifranov.com