War es tatsächlich Brandstiftung?
17.03.2026 Bezirk Liestal, Baselbiet, BubendorfFünf Wochen nach dem Grossbrand befinden sich drei Personen weiterhin in U-Haft
Nach dem verheerenden Brand in einer Lagerhalle im Gewerbegebiet Grüngen in Bubendorf dauern die Ermittlungen wegen möglicher Brandstiftung an. Die Schadenssumme beläuft sich auf mehrere ...
Fünf Wochen nach dem Grossbrand befinden sich drei Personen weiterhin in U-Haft
Nach dem verheerenden Brand in einer Lagerhalle im Gewerbegebiet Grüngen in Bubendorf dauern die Ermittlungen wegen möglicher Brandstiftung an. Die Schadenssumme beläuft sich auf mehrere Millionen Franken. Immerhin: Alle betroffenen Mieter haben inzwischen neue Räume gefunden.
Pascal Kamber
Ausgebrannte Autos und verkohlte Reste eines Gebäudes: Am Tag nach dem Grossbrand in einer Gewerbehalle an der Wattwerkstrasse in Bubendorf bot sich ein Bild des Schreckens. Mehr als 3000 Quadratmeter Gewerbefläche sind an diesem frühen Montagmorgen des 9. Februars den meterhohen Flammen zum Opfer gefallen. Auch die Gleise der Waldenburgerbahn wurden in Mitleidenschaft gezogen. Und das in die Luft geschleuderte Dämmmaterial setzte sich auf den angrenzenden Landwirtschaftsfeldern auf den Boden ab.
Heute, fünf Wochen nach der Katastrophe, schätzt die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung die Schadenssumme auf mehrere Millionen Franken, jedoch im einstelligen Millionenbereich. «Versichert sind die Wiederherstellung des teilbeschädigten Gebäudes und Grundstücke gegen Feuerschäden», erklärt Mediensprecher Robin Hediger auf Anfrage der «Volksstimme».
Lösungen gesucht und gefunden
Im zur Hälfte beschädigten Gebäude hinter der Bubendörfer Migros waren rund 40 Gewerbeeinheiten vermietet. Die Halle bestand aus flexiblen Holzmodulen, die je nach Bedarf angeordnet werden konnten. Entwickelt hat diese Bauweise das Unternehmen «Greenplaces» mit Sitz in Lausanne. Dieses betreibt zwölf Standorte in der ganzen Schweiz und neun weitere in Deutschland. Für die 22 Mieter, die beim Brand in Bubendorf zum Teil ihr ganzes Hab und Gut verloren haben, hat die Eigentümerin inzwischen eine Lösung gefunden.
«Mieter, die in Bubendorf bleiben wollten, konnten in eine der wenigen freien Flächen vor Ort umziehen. Die übrigen Mieter zogen in andere «Greenplaces»-Standorte um oder wichen auf andere verfügbare Flächen aus», sagt die stellvertretende «Greenplaces»-Geschäftsführerin Jacqueline Crausaz auf Anfrage der «Volksstimme». «Greenplaces» durfte dabei auf die Unterstützung der Standortförderung Baselland sowie von benachbarten Unternehmen zählen.
Bereits einen Tag nach dem Brand liess «Greenplaces» verlauten, dass es ihr Ziel sei, das Gebäude in Bubendorf wieder aufzubauen. Diesen Willen bekräftigt Jacqueline Crausaz: «Wir arbeiten aktuell an der Baueingabe. Bevor wir mit den nächsten Schritten loslegen können, müssen wir aber noch die Ermittlungsergebnisse der Behörden abwarten.» Sie hofft, dass die zerstörten Gewerbeeinheiten innerhalb von zwei Jahren wieder bezugsfertig sind.
Brandursache bleibt unklar
Bleibt noch die Frage nach der Ursache. Eine Brandstiftung könne sie nicht ausschliessen, teilte die Baselbieter Polizei kurz nach dem Brand mit. In diesem Zusammenhang nahm sie damals vier junge Männer fest. Die Baselbieter Staatsanwaltschaft eröffnete gegen die beschuldigten Personen anschliessend ein Verfahren und beantragte beim Zwangsmassnahmengericht Untersuchungshaft. Gegenüber der «Volksstimme» bestätigt die Staatsanwaltschaft nun, dass sich drei dieser vier Personen nach wie vor in Untersuchungshaft befinden. Insgesamt führe die Staatsanwaltschaft gegen fünf Personen mit sri-lankischer Nationalität eine Strafuntersuchung im Zusammenhang mit dem Grossbrand in Bubendorf. «Weil die Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftung weiterhin im Gange sind, können wir zur Brandursache derzeit keine weiteren Angaben machen», erklärt Mediensprecherin Marilena Baiatu.
Sollte sich der Verdacht der Brandstiftung erhärten und die Ermittlungsarbeit der Staatsanwaltschaft so zu einem Erfolg führen, dürfte das für die meisten betroffenen Mieter ein schwacher Trost bleiben. Um ihren Verlust abzufedern, haben gleich mehrere Personen auf der Crowdfunding-Plattform «GoFundMe» für Betroffene Spendenaktionen gestartet. Zum Beispiel für einen Vater von zwei Kindern und Inhaber einer Garage, dem durch den Brand die Existenz genommen wurde. Oder für einen Mann, der ohne sein zerstörtes Auto nun Alltag, Arbeit und Familie neu organisieren muss. Oder für einen Stiefvater, dem das Feuer nicht nur seine Firma, sondern auch viele persönliche Gegenstände und Erinnerungsstücke geraubt hat.

