Initiative soll Kinder vor einem zu frühen Umgang mit digitalen Geräten schützen
Die «Starke Schule» fordert, dass Primarschulkinder im Baselbiet erst ab der 5. Klasse mit digitalen Geräten unterrichtet werden. Eine entsprechende Initiative wurde diese Woche ...
Initiative soll Kinder vor einem zu frühen Umgang mit digitalen Geräten schützen
Die «Starke Schule» fordert, dass Primarschulkinder im Baselbiet erst ab der 5. Klasse mit digitalen Geräten unterrichtet werden. Eine entsprechende Initiative wurde diese Woche eingereicht und dürfte im weiteren Verlauf für emotionale Debatten sorgen.
Janis Erne
Die Initiative «Keine digitalen Geräte in den ersten vier Primarschuljahren» kommt voraussichtlich vors Volk. Die Organisation «Starke Schule beider Basel» hat nach eigenen Angaben 2529 Unterschriften gesammelt und am Dienstag bei der Landeskanzlei in Liestal eingereicht, wie sie mitteilt. Mit der Initiative soll das kantonale Bildungsgesetz geändert werden.
Konkret fordert die Organisation, dass Primarschulkinder während der ersten vier Schuljahre nicht mit persönlichen digitalen Geräten wie Tablets, Laptops oder Handys ausgerüstet werden. Erst ab der fünften Klasse soll «ein punktueller Einsatz schuleigener Laptops oder Tablets» in wenigen Lektionen pro Woche zulässig sein, wie es im Initiativtext heisst.
Die Initianten begründen ihr Anliegen mit den Auswirkungen digitaler Geräte auf das Lernen. Primarschulkinder würden durch Laptops und Tablets abgelenkt und könnten sich schlechter auf Lerninhalte konzentrieren, argumentiert die «Starke Schule». Deshalb sei es sinnvoll, den Einsatz solcher Geräte an den Primarschulen einzuschränken. Die Primarschule sei «kein IT-Arbeitsplatz, sondern ein gemeinsamer Ort der Persönlichkeitsbildung». Ziel sei es, «medienmündige Schulkinder, nicht medienabhängige» heranzubilden.
Zudem verweist die Organisation auf wissenschaftliche Studien und mögliche Risiken eines frühen Bildschirmkonsums. Sie führt unter anderem an, dass Lesen und Schreiben auf Papier nachhaltiger seien als an Bildschirmen und dass übermässige Bildschirmzeit die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen könne. Gleichzeitig soll der Umgang mit digitalen Geräten nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Vielmehr soll dieser nach dem Willen der Initianten später als heute erfolgen.
Kanton hat andere Sichtweise
Mit ihrer Initiative, die schweizweit Beachtung findet, stellt sich die «Starke Schule» gegen die heutige Ausrichtung des Kantons Baselland. Die Bildungsdirektion unter Vorsteher Markus Eigenmann (FDP) verfolgt mit der «Digitalen Grundbildung» das Ziel, Schülerinnen und Schüler altersgerecht an digitale Technologien heranzuführen.
Der Kanton hält auf seiner Website fest, digitale Kompetenzen gehörten zur Grundbildung. Digitale Medien würden gezielt dort eingesetzt, wo sie einen pädagogischen Mehrwert böten. Analoge Lernformen und der persönliche Unterricht blieben dabei zentrale Bestandteile des Schulalltags. Lehrpersonen würden bei der Umsetzung durch den Pädagogischen ICT-Support unterstützt.