Schrittweise zu mehr Ruhe
30.04.2026 Bezirk Sissach, Verkehr, Baselbiet, ItingenTempo 30 auf Gemeindestrassen gilt wohl ab Herbst
Der Gemeinderat Itingen will noch in diesem Jahr Tempo 30 auf Gemeindestrassen einführen und erste Schritte bei der Parkraumbewirtschaftung umsetzen. Vorerst ungeklärt bleibt hingegen die Situation auf den Kantonsstrassen.
...Tempo 30 auf Gemeindestrassen gilt wohl ab Herbst
Der Gemeinderat Itingen will noch in diesem Jahr Tempo 30 auf Gemeindestrassen einführen und erste Schritte bei der Parkraumbewirtschaftung umsetzen. Vorerst ungeklärt bleibt hingegen die Situation auf den Kantonsstrassen.
Willi Wenger
Vor einem grossen Publikum hat der Gemeinderat von Itingen am vergangenen Montag die angedachte Einführung des Parkraumkonzepts sowie Tempo 30 im Gemeindegebiet vorgestellt. Ziel des Gemeinderats ist es, diese beiden Projekte noch dieses Jahr zu realisieren. Was bezüglich Tempo 30 auf den Kantonsstrassen geschieht, ist noch offen. Aktuell finden grundsätzliche Abklärungen beim Kanton statt.
Bauingenieur Andreas Wunderlin vom Bottminger Verkehrsplaner-Büro Glaser Saxer Keller AG hielt fest, dass bisher im Hinblick auf die Einführung von Tempo 30 in Itingen viele Abklärungen und Vorarbeiten gemacht worden seien. Durchgeführt worden seien neun Verkehrserhebungen sowie Besprechungen mit dem Gemeinderat und der Kantonspolizei. Daraus seien, so Wunderlin, Massnahmenpakete entstanden. «Eines davon betrifft die Einführung von Tempo 30 nur auf Gemeindestrassen, das andere schliesst die Einführung von Tempo 30 auch auf den Kantonsstrassen mit ein», sagte der Fachmann zum interessierten Publikum.
Im Speziellen wird zurzeit durch die kantonale Sicherheitsdirektion (SID) die gemachte Eingabe für Tempo 30 auf Gemeindestrassen geprüft. Gemäss Gemeinderat Kim Grauwiller erwarte man ein Ja zu diesem Teilprojekt, sodass, wenn keine Einsprachen auf die Publikation im Amtsblatt erfolgen, Tempo 30 auf den Gemeindestrassen im Herbst umgesetzt wird.
Sehr viel anspruchsvoller gestaltet sich das Teilprojekt Tempo 30 auf Kantonsstrassen. Diese seien, so die SID, verkehrsorientierte Strassen. Aus diesem Grund seien umfangreiche Verkehrsgutachten notwendig, «welche frühestens Anfang 2027 vorliegen würden», schreibt die SID in einer ersten Rückmeldung an den Gemeinderat von Itingen.
Ideen kommen gut an
Die Parkraumbewirtschaftung will der Gemeinderat differenziert angehen. Grauwiller stellte fest, dass keine flächendeckenden Probleme vorliegen, weshalb die Behörde vorerst von einer präventiven, flächendeckenden Parkraumbewirtschaftung absehe. In einer ersten Phase stehe nur die Gebühreneinführung auf dem Parkplatz beim Bahnhof zur Diskussion, kommentierte Grauwiller weiter. Dort soll das Parkieren die ersten zwei Stunden kostenlos sein, danach soll pro Stunde 1 Franken bezahlt werden müssen. Als Tagespauschale sind 6 Franken angedacht. Als taxpflichtig würde die Zeit von Montag bis Freitag von 6 bis 18 Uhr gelten. Gemäss dem gemeinderätlichen Vorschlag sollen vor Ort Lehrpersonen und Gemeindeangestellte eine Gratis-Parkkarte erhalten.
Die lebendig geführten Diskussionen mit den Besucherinnen und Besuchern zeigten, dass die präsentierten Vorlagen des Gemeinderats gut aufgenommen wurden. Tempo 30 auf Gemeindestrassen sei eine gute Sache, sagten mehrere Redner. «Ich bin froh, dass das Konzept nunmehr geboren ist», kommentierte ein Mann. «Für mich ist dieses ‹unglaublich› gut, auch bezüglich Lärmreduktionen», ergänzte der Redner. Dennoch: Im Fokus stand eigentlich nur die Dorfstrasse, unter anderem wegen Wildparkens und zu schnellen Fahrens. Für das Gros der Besuchenden ist diese Strasse mehr als nur ein problematischer Teil der Gemeindestrassen. Man könne, so viele Besuchende, nicht bis auf die geplante Sanierung der Dorfstrasse warten. Es müsse jetzt, und zwar schnell, etwas zugunsten der Sicherheit geschehen. Ein Mann brachte es auf den Punkt, indem er festhielt, dass dort täglich ein «Riesenpuff» zu sehen sei.
Für die Tempo-30-Realisierung sind Kosten von 60 000 Franken von der Dezember-Gemeindeversammlung 2025 bewilligt worden. Dieser Betrag sollte für die Umsetzung reichen, wurde am Montag gesagt.

