Rückschlag für saubere Mobilität
09.06.2026 BubendorfGastankstelle bei der Landi soll Ende Jahr geschlossen werden
Ende Jahr soll die Gastankstelle bei der Landi in Bubendorf aus wirtschaftlichen Gründen ersatzlos geschlossen werden. Die Autofahrer mit gasbetriebenen Fahrzeugen sind davon wenig begeistert. Sie hoffen auf eine ...
Gastankstelle bei der Landi soll Ende Jahr geschlossen werden
Ende Jahr soll die Gastankstelle bei der Landi in Bubendorf aus wirtschaftlichen Gründen ersatzlos geschlossen werden. Die Autofahrer mit gasbetriebenen Fahrzeugen sind davon wenig begeistert. Sie hoffen auf eine Ersatzlösung im Oberbaselbiet.
André Frauchiger
An der grossen Tankstelle bei der Landi in Bubendorf ist wochentags in der Regel viel los. Dies gilt aber offenbar nicht für die dortige Gastankstelle. Deshalb hat die Betreiberin, die Gasverbund Mittelland AG, beschlossen, die Gastankstelle Ende des Jahres zu schliessen. Sie ist bei der Landi eingemietet. David Linder, Leiter Kommunikation beim Gasverbund Mittelland, zeigt Verständnis für die Proteste, die seit der elektronischen Vorankündigung der Schliessung an der betroffenen Tankstelle von Kunden zu hören sind. Er weist aber auf die schlechte Entwicklung bei Fahrzeugen mit Gas-Antrieb hin.
Die Zahl der gasbetriebenen Autos sei in den vergangenen acht Jahren drastisch gesunken – von rund 17 000 verkauften Fahrzeugen auf aktuell noch rund 11 000 Fahrzeuge im Jahr. Die Hersteller setzten heute eindeutig auf E-Fahrzeuge. Dies habe entsprechende negative Auswirkungen auch auf den Gasbedarf an der Tankstelle, so Linder.
Aus wirtschaftlichen Gründen sehe die Gasverbund Mittelland AG keine Möglichkeit, die Gastankstelle bei der Landi Bubendorf weiterhin zu betreiben. Sie habe mit der elektronischen Infotafel die Kundschaft bewusst früh auf die geplante Schliessung Ende 2026 hinweisen wollen. Die von der Gasverbund Mittelland AG ebenfalls betriebene Gastankstelle in Arlesheim soll weiterhin bestehen bleiben. Diese erziele einen höheren Umsatz und Ertrag.
Beim Besuch der «Volksstimme» erklärte ein gewerblicher Kunde beim Gastanken in Bubendorf, für das Oberbaselbiet sei die Schliessung sehr schwierig. Er habe, wie viele andere, einfach keine Zeit, zum Tanken immer nach Arlesheim zu fahren. Es brauche im Oberbaselbiet unbedingt eine Tankmöglichkeit für Gas.
TCS will nicht einspringen
Der gleichen Meinung ist Dominik Hug aus Lausen, der in dieser Angelegenheit an die Medien gelangt ist. Er habe Verständnis für den aufgrund von wirtschaftlichen Überlegungen gefällten Entscheid der Gasverbund Mittelland AG. Aber für das Oberbaselbiet müsse unbedingt eine Ersatzlösung gefunden werden. Gasbetriebene Fahrzeuge funktionierten im Alltag sehr gut. Die Besitzerinnen und Besitzer hätten aus ökologischen Gründen bereits vor Jahren solche Autos gekauft. Und nun hätten sie bald keine Tankstelle in ihrer Nähe mehr. Das sei ungerecht, sagt Dominik Hug.
Doch wer könnte Ersatz für die Gastankstelle bei der Landi Bubendorf bieten? Dominik Hug hatte eine Idee: Der Touring Club Schweiz könnte in seinem Zentrum in Füllinsdorf einspringen. Hug setzte sich dieser Tage mit TCS-Geschäftsführer Lukas Ott in Verbindung.
Ott bestätigt gegenüber der «Volksstimme» diese Anfrage. Er habe aber Dominik Hug eine abschlägige Antwort geben müssen. Denn erstens betreibe der TCS die Tankstelle in seinem Zentrum nicht selber. Er habe sie verpachtet und verfüge selber nicht über das notwendige Know-how im Tankstellenbetrieb. Zweitens könne es sich der TCS als ein «nicht explizit gewinnorientiertes Unternehmen» nicht leisten, Risikogeschäfte einzugehen. Mit den Geldern der TCS-Mitglieder müsse vielmehr «sorgsam» umgegangen werden. Er habe Dominik Hug geraten, mit den Verantwortlichen der Gasverbund Mittelland AG weiterhin das Gespräch zu suchen.
Dominik Hug hofft nun, dass die Gasverbund Mittelland AG ein Einsehen hat und den Tankstellenbetrieb in Bubendorf wenigstens um ein Jahr verlängert, damit mehr Zeit bleibt, um eine Ersatzlösung im Oberbaselbiet zu finden. Sonst werde es für die Halter von ökologischen, gasbetriebenen Fahrzeugen im oberen Kantonsteil sehr schwierig.

