Zwei musikalische Schwergewichte im «Elefantehuus»
Candy Dulfer und Shelby J. verwandelten das «Elefantehuus» in Liestal am Sonntagabend in einen brodelnden Funk-Tempel. Mitreissende Rhythmen und geballte Bühnenpräsenz sorgten für eine Show, die ...
Zwei musikalische Schwergewichte im «Elefantehuus»
Candy Dulfer und Shelby J. verwandelten das «Elefantehuus» in Liestal am Sonntagabend in einen brodelnden Funk-Tempel. Mitreissende Rhythmen und geballte Bühnenpräsenz sorgten für eine Show, die nicht nur die Beine, sondern auch das Herz bewegte.
Marianne Ingold
Am Sonntagabend spielte die ganz grosse Liga im Liestaler «Elefantehuus»: Die legendäre niederländische Saxofonistin Candy Dulfer machte mit ihrer «Hot Summer Funk»-Tour Halt im Baselbiet, begleitet von acht Männern in der Band und «Special Guest» Shelby Johnson alias Shelby J. aus North Carolina. Während Candy mit ihrer unverwechselbaren Virtuosität, Ausdruckskraft und Präsenz am Sax sowie ihrer positiven Ausstrahlung beeindruckte, riss Sängerin Shelby J. das zu Beginn noch etwas zurückhaltende Publikum buchstäblich vom Stuhl: Mit ihrer kraft- und ausdrucksvollen Stimme, ihrer phänomenalen Bühnenpräsenz und ihrem grossartigen komödiantischen Talent ist sie eine wahre Wucht.
Dass die Chemie zwischen den beiden Powerfrauen stimmt, war sichtund spürbar. Beide haben früher mit «Prince» zusammengearbeitet, der sagte: «When I want sax, I call Candy.» So dürfen selbstverständlich auf der «Hot Summer Funk»-Tour Prince-Medleys nicht fehlen.
Bei diesen stand Shelbys Stimme im Vordergrund und Candy lieferte mit ihren Musikern den funkigen Background. Candy Dulfers Künste am Saxofon kamen besonders bei ihren eigenen Stücken zum Tragen.
Neben dem neuen Song «Cruel», der die gegenwärtigen weltweiten Krisen zum Thema hat und in Liestal erst zum zweiten Mal gespielt wurde, beeindruckte vor allem der bereits 35-jährige Instrumentalhit «Lily was here» im Duett mit ihrem langjährigen Gitarristen Ulco Bed. Der gleichnamige Film sei zwar kein Hit geworden, sagte Candy, doch für sie sei der Titelsong das Ticket in die weite Welt hinaus gewesen.
Tanzen, als ob niemand zusieht
Angesichts der vielen schwierigen Themen in der Welt brauche es zwischendurch fröhliche Songs, Party und Tanz, lautete Candys Botschaft: Ob «Discoball», «Funk the pieces» oder «Party up» – die mitreissenden Rhythmen animierten zum Mittanzen und hoben die Laune. Shelby J. forderte das Publikum auf, zu tanzen, als ob niemand zuschaue. Eine weitere Kernbotschaft war die Liebe, die durch die Musik transportiert wird: «Music is Love.» Es ist zu hoffen, dass viele sie hören.
Nach einer Übernachtung im «Engel» und einem freien Montag in Liestal ziehen Candy Dulfer und ihre Truppe heute im vermutlich gut klimatisierten Tourbus weiter, das ganze Equipment im Anhänger. In den nächsten Tagen gibt es «Hot Summer Funk» in der Slowakei, in Österreich, Luxemburg und Deutschland. Wer die mitreissende Show in Liestal verpasst hat, bekommt am 11. Juli in Lugano nochmals eine Chance. Ob und wann Candy Dulfer das nächste Mal im Baselbiet auftritt, ist noch offen.
www.candydulfer.nl