Parkplätze sorgen für «Puff»
03.03.2026 Bezirk Liestal, Bubendorf, Ziefen, BauprojekteDie Bachem Holding AG will eine temporäre Abstellfläche realisieren
Die Bachem Holding AG in Bubendorf wächst. Um den Ausbau voranzutreiben, sollen die Handwerker vorübergehend in Ziefen ihre Autos hinstellen können. Nun wehrt sich die betroffene Gemeinde gegen ...
Die Bachem Holding AG will eine temporäre Abstellfläche realisieren
Die Bachem Holding AG in Bubendorf wächst. Um den Ausbau voranzutreiben, sollen die Handwerker vorübergehend in Ziefen ihre Autos hinstellen können. Nun wehrt sich die betroffene Gemeinde gegen das Projekt.
Pascal Kamber
Wer am Morgen oder an Feierabend mit dem Auto durch Bubendorf fahren will, braucht Geduld. Nicht selten staut sich der Verkehr. Einen Treiber für die überlasteten Strassen findet sich in der Industriezone am südlichen Ende von Bubendorf. Hier ist die Bachem Holding AG zuhause. Mit zwei Angestellten hat Peter Grogg 1971 die Bachem ins Leben gerufen. Mittlerweile hat sich die Idee des im vergangenen Juni verstorbenen Firmengründers zu einem international tätigen Schweizer Chemie- und Biotechnologieunternehmen gemausert. Die Bachem hat sich auf die Produktion von Oligonukleotiden und Peptiden spezialisiert. Vor allem der Absatzmarkt für Peptide ist ein stark wachsender, milliardenschwerer Sektor, getrieben von innovativen Arzneimitteln – zum Beispiel den Abnehmspritzen.
Dieser Wachstum geht an der Bachem nicht spurlos vorbei. 2024 beschäftigte das Baselbieter Unternehmen mehr als 2200 Mitarbeitende weltweit. Geht es nach der Konzernleitung, soll das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht sein. Seit 2021 ensteht am Hauptsitz in Bubendorf ein neues Produktionsgebäude, um die Kapazitäten erweitern zu können. Einen Teil davon will die Bachem im April in Betrieb nehmen, während die Bauarbeiten im restlichen Gebäude wie geplant fortgesetzt werden.
Dabei braucht es allerdings viel organisatorisches Geschick. Weil beim Hauptsitz in Bubendorf kein zusätzlicher Platz für die benötigten Handwerker vorhanden ist, will die Bachem eine temporäre Parkierungsanlage in Ziefen errichten. Diese soll auf der grünen Wiese an der Ziefner Hauptstrasse, unmittelbar neben der Firma Hess Holzbau, entstehen. Es scheint also, dass in naher Zukunft noch mehr Verkehr auf die Bubendörferinnen und Bubendörfer zukommen dürfte. Bei der Bachem hält man sich jedoch bedeckt. «Wir haben ein Baugesuch eingereicht für eine temporäre Parkplatzlösung im Zusammenhang mit unseren Bauprojekten», bestätigt die Kommunikationsverantwortliche Camilla Schäublin auf Anfrage. Weil es sich dabei um ein laufendes, ordentliches Bewilliungsverfahren handle, könne sie dazu aber nicht mehr sagen. Somit bleiben viele Fragen offen. Nämlich: Wie kommen jene Leute, die in Ziefen parkieren, nach Bubendorf? Wieso baut die Bachem diese Parkplätze nicht unmittelbar neben dem Hauptsitz? Und was ist am Gerücht dran, dass die Bachem die Parkplätze auf dem Kiesplatz bei der Migros in Bubendorf nicht mehr nutzen darf?
Gemeinderat erhebt Einsprache
In Ziefen stösst das Projekt derweil auf wenig Gegenliebe. Einige Dorfbewohner haben über die Sozialen Medien bereits zum Widerstand aufgerufen. Sollten die Parkplätze zustandekommen, dürfte neben Bubendorf bald auch Ziefen vom Mehrverkehr belastet sein. Auch dem Gemeinderat sind die Parkplätze ein Dorn im Auge. Gemeindeverwalter Lars Silfverberg erklärt auf Anfrage, dass man beim Kanton eine Einsprache gegen das Baugesuch eingereicht habe. «Das betroffene Grundstück befindet sich in der Industriezone. Wir möchten, dass sich dort produktive Betriebe ansiedeln, die das Grundstück aktiv und lebendig nutzen. Das ist bei einem Parkplatz nicht der Fall», sagt Silfverberg.
Momentan liegt der Ball beim Kanton. Ob dieser die Situation gleich beurteile wie der Ziefner Gemeinderat, könne Silfverberg nicht beurteilen. «Wir müssen den Entscheid abwarten», sagt er.
Kirche will nicht umziehen
Noch unklar ist, was mit dem Grundstück in naher Zukunft geschieht. Das vorgesehene Areal gehört zwar der Firma Regofix, sei aber für die evangelische Freikirche «Chrischona Fünflibertal» reserviert, wie Gemeindeleiter Markus Recher im März 2025 gegenüber der «Volksstimme» erklärte. Diese möchte darauf einen Neubau realisieren und so mehr Platz schaffen für ihre Mitglieder, hiess es damals. Wegen des grossen Zuwachses reichen die rund 1000 Quadratmeter Gebäudefläche der heutigen Kirche am Krummackerweg in Ziefen für das kirchliche Leben nicht mehr aus.
Inzwischen sei ein Umzug aber kein Thema mehr, sagt Pastor Willy Burn. «Es hat sich herausgestellt, dass das neue Grundstück nicht viel grösser ist als unser aktuelles Zuhause. Deshalb wollen wir am alten Standort eine Lösung finden», sagt Burn.

