Verein Natur WB-Tal stärkt Lebensräume
Für den Glögglifrosch und weitere Amphibienarten werden Lebensräume auch wegen des Klimawandels immer rarer. Um dem entgegenzuwirken, hat der Verein Natur WB-Tal sechs neue Weiher angelegt. Das Projekt war von langer Hand geplant.
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Verein Natur WB-Tal stärkt Lebensräume
Für den Glögglifrosch und weitere Amphibienarten werden Lebensräume auch wegen des Klimawandels immer rarer. Um dem entgegenzuwirken, hat der Verein Natur WB-Tal sechs neue Weiher angelegt. Das Projekt war von langer Hand geplant.
Brigitt Buser
In unserer Region sind alle Amphibienarten ausser dem Bergmolch vom Aussterben bedroht und stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Dazu zählen Erdkröte, Grasfrosch, Wasserfrosch, Fadenmolch, Feuersalamander und Geburtshelferkröte. Aufgrund der glockenähnlichen Rufe der Männchen an lauen Maiabenden wird Letztere auch «Glögglifrosch» genannt. Sie ist etwa so gross wie ein Fünfliber. Ausserhalb der Laichzeit lebt die Geburtshelferkröte bevorzugt in Gewässernähe in 30 bis 50 Zentimeter tiefen Höhlen vegetationsarmer Steinbrüche oder an Trockenhängen.
Hauptursache für den Rückgang aller Arten sind fehlende Laichgewässer und Kleinstrukturen. Hinzu kommen die Trockenlegung von Feuchtwiesen sowie der Klimawandel, der immer häufiger zu einer vollständigen oder zeitweisen Austrocknung der Laichgewässer führt. Dadurch wird auch die Vernetzung der Lebensräume zunehmend erschwert. Ebenfalls tragen Strassenverkehr während der Laichzeit sowie Umweltgifte zum Tod und drastischen Rückgang der Amphibien bei. Um dem entgegenzuwirken und insbesondere den Glögglifrosch zu fördern, hat der Verein Natur WB-Tal am Freitag in Lampenberg fünf neue Weiher eingeweiht. Initiiert wurde das Projekt von Vorstandsmitglied Sepp Nussbaumer.
Lange Vorlaufzeit
«Das Projekt ‹Perlenkette WB-Tal› wurde vor rund acht Jahren angedacht und mit Unterstützung des Amts für Wald beider Basel sowie des Zentrums Ebenrain aufgegleist. Im Oktober 2023 ging es unter der Leitung des Ingenieurbüros Götz in die Bauphase», erklärte Nussbaumer. Koordiniert und begleitet wurde das Projekt von ihm selbst mit Unterstützung von Vorstandsmitglied Corinne Küppers.
Eine Herausforderung stellte die Suche nach geeigneten Standorten dar. Diese mussten den Lebensraumansprüchen des Glögglifroschs entsprechen und gleichzeitig eine Vernetzung der Weiher ermöglichen, um die genetische Vielfalt zu sichern.
Für das Projekt konnten mehrere Landbesitzer gewonnen werden: Jürg Gysin (zwei Weiher), Roland Zweifel, Ernst Schmutz sowie die Bürgergemeinde. Zwei der Weiher liegen im Wald von Lampenberg. Die Pflege der Anlagen wird künftig von den jeweiligen Eigentümern übernommen. Finanziert wurde das Projekt durch Beiträge des Alpiq Ökofonds, der Stiftung Spitzenflühli, des Salzgut Naturfonds, der Sophie und Karl Binding Stiftung, des Swisslos Fonds sowie von «Bird Life» Baselland und der Einwohnergemeinde Lampenberg. Am Bau beteiligt waren die Gysin Tiefbau AG, der Forstbetrieb Frenkentäler und Graf Sanitär Maisprach.
Im Anschluss an die Einweihung konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem Postenlauf alle sechs Weiher besuchen und dabei einen Preis gewinnen.
Der grösste Gewinn wäre jedoch gewesen, an diesem milden Aprilabend bereits die Rufe eines Glögglifrosch-Männchens zu hören. Diese folgen wohl bald.