Selbst Parteikollege kritisiert Isaac Reber – am Ende kann der Baudirektor aufatmen
Die Planung des Verwaltungsneubaus in Liestal wird deutlich teurer. Der Landrat genehmigte die höheren Kosten trotz breiter Kritik. Baudirektor Isaac Reber (Grüne) versprach Besserung.
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Selbst Parteikollege kritisiert Isaac Reber – am Ende kann der Baudirektor aufatmen
Die Planung des Verwaltungsneubaus in Liestal wird deutlich teurer. Der Landrat genehmigte die höheren Kosten trotz breiter Kritik. Baudirektor Isaac Reber (Grüne) versprach Besserung.
Janis Erne
«Was ist die Alternative?» Mit dieser rhetorischen Frage brachte Margareta Bringold (GLP, Wahlen bei Laufen) die Diskussion um den geplanten Verwaltungsneubau in Liestal auf den Punkt.
Gestern debattierte das Baselbieter Parlament über das Bauprojekt, das rund 560 Kantonsangestellte im Kreuzboden-Areal bündeln soll. Auslöser für eine rege Diskussion im Landrat waren Kostenüberschreitungen bei der Planung des modernen Holzbaus. Diese Kosten steigen von 7,6 auf 13,6 Millionen Franken.
Die Planer beim Kanton begründeten die Mehrkosten mit der Baukostenteuerung, der Erhöhung der Mehrwertsteuer sowie mit «gestiegenen Anforderungen» an das Projekt und «zusätzlichen Planungsleistungen». Dazu zählten unter anderem Gespräche mit der Stadt Liestal, die Bedenken geäussert hatte, dass der Bau mit seinem Restaurant die Gastronomie im «Stedtli» schädigen könnte.
Die SVP nutzte die Debatte im Landrat, um die von Isaac Reber (Grüne, Sissach) geführte Baudirektion zu kritisieren. Peter Riebli (SVP, Buckten) beanstandete, dass Bauprojekte des Kantons «zum xten Mal» massiv teurer würden als geplant. Er verwies dabei auch auf die Kostensteigerungen beim geplanten Umbau des Kantonsgerichts beim Bahnhof Liestal, die der Landrat gestern teilweise zähneknirschend genehmigt hat. Andi Trüssel (SVP, Frenkendorf) sprach von einer «gefühlten Systematik», wonach die Kosten bei kantonalen Bauprojekten wiederholt ausufern würden.
Kritik kam auch aus der «Mitte»: Thomas Hafner (Binningen) bemängelte Projektplanung, Management und Kostenkontrolle: «Daran muss man in der Verwaltung arbeiten.» Selbst Grünen-Fraktionschef Stephan Ackermann (Pratteln) sagte, niemand im Rat sei glücklich über die Kostensteigerung. Er riet jedoch dazu, «die Kröte zu schlucken» und das Projekt weiterzuverfolgen: «Das Problem der mangelhaften Kostenplanung ist erkannt.»
Regierungsrat Reber verteidigte sich und seine Mitarbeitenden. Die höheren Planungskosten hätten einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Gesamtkosten des Verwaltungsneubaus. Diese beliefen sich auf rund 88 Millionen Franken, mit einer Genauigkeit von plus/minus 10 Prozent. Reber: «Das Hochbauamt hat die Kosten im Griff.»
Letztlich stimmte der Landrat den höheren Planungskosten zu – mit 61 zu 20 Stimmen bei einer Enthaltung. Viele Parlamentarierinnen und Parlamentarier liessen sich dabei wohl vom Votum Margareta Bringolds leiten: Eine Neuauflage des Projekts wäre mit noch höheren Kosten verbunden gewesen.