Timon Sommer betreut Nemos Social-Media-Kanäle
Beim Eurovision Song Contest entscheidet nicht nur eine Jury, wer den Titel holt, sondern auch die Zuschauer. Um möglichst viele Publikumsstimmen zu holen, sind die Musiker auf einen professionellen Auftritt in den Sozialen Medien ...
Timon Sommer betreut Nemos Social-Media-Kanäle
Beim Eurovision Song Contest entscheidet nicht nur eine Jury, wer den Titel holt, sondern auch die Zuschauer. Um möglichst viele Publikumsstimmen zu holen, sind die Musiker auf einen professionellen Auftritt in den Sozialen Medien angewiesen. Der Itinger Timon Sommer half Nemo dabei.
Janis Erne
Die Schweiz ist im Nemo-Fieber. Nach dem Sieg am Eurovision Song Contest (ESC) im schwedischen Malmö wurde das 24-jährige Musiktalent Sonntagnacht von mehreren Dutzend Fans am Flughafen Zürich frenetisch empfangen. Gross ist die Freude, dass die Schweiz ihren dritten ESC-Titel gewinnen konnte. Nemo aus Biel sei Dank – und ein Stück weit auch einem Oberbaselbieter.
Der in Itingen aufgewachsene Timon Sommer (18) hat mit seinem Medienunternehmen Virally die Kampagne von Nemo unterstützt. Konkret wirkte Virally, mit Sitz in Frenkendorf, an Nemos Social-Media-Kommunikation mit und produzierte Beiträge für die Plattformen Instagram, Tiktok, Snapchat und Youtube. Die Videos wurden millionenfach angeschaut.
Beim ESC, einer der grössten TV-Shows der Welt, die jährlich von mehr als 160 Millionen Menschen verfolgt werden, ist die Popularität für die teilnehmenden Musiker von zentraler Bedeutung. Denn zusätzlich zu einer Fachjury entscheidet das Publikum via Anruf, App oder SMS, wer wie viele Punkte bekommt. Ein gelungener Social-Media-Auftritt erhöht die Chancen auf eine gute ESC-Platzierung.
«Nemo ist immer fröhlich»
Das wusste auch Timon Sommer. Er sagt: «Unsere Strategie sah vor, mit Nemos Kanälen international möglichst viele Leute zu erreichen.» Dafür wurden Videos in der Schweiz, Berlin und Malmö gedreht. Zudem trat Nemo in Videos gemeinsam mit anderen ESC-Künstlern auf, was Nemo in den Heimatländern einiger Mitbewerbenden bekannt machte.
Sommer beschreibt Nemo als einen «bodenständigen und immer fröhlichen Menschen». Die beiden kennen sich seit rund zwei Jahren. Den Siegersong «The Code», der von Nemos Outing als non-binäre Person handelt, hörte Sommer im vergangenen Sommer das erste Mal. Im Januar begann Virally, die Kampagne von Nemo zu planen und umzusetzen.
Dass die gemeinsame Reise nun mit dem ESC-Titel gekrönt wurde, freut Timon Sommer ausserordentlich: «Besser hätte es nicht laufen können. Wir freuen uns sehr und hoffen, dass Nemos Sieg gesellschaftlich einiges bewegt.» Letzteres ist gut möglich. So will sich Bundesrat und Justizminister Beat Jans (SP) mit Nemo treffen, um über die Rechte von non-binären Personen, die sich weder als Frau noch als Mann fühlen, zu sprechen.
Nemos Sieg verfolgte Sommer übrigens nicht in Malmö, sondern in Zürich. Dort organisierte Virally das offizielle «Nemo-Live-Viewing» mit mehr als 80 geladenen Gästen, darunter einige Prominente aus der Unterhaltungsbranche. Es war ein würdiger Abschluss einer Kampagne, die allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.