Haus für Wohnen, Geschichte und Kultur
29.05.2026 ReigoldswilDas erneuerte «Feld Reigoldswil» öffnet in Kürze seine Türen
Nach einer 1,25 Millionen Franken teuren Sanierung öffnet das Kulturzentrum «Feld Reigoldswil» am 7. Juni seine Türen – mit Museum, Veranstaltungsräumen und Mietwohnung ...
Das erneuerte «Feld Reigoldswil» öffnet in Kürze seine Türen
Nach einer 1,25 Millionen Franken teuren Sanierung öffnet das Kulturzentrum «Feld Reigoldswil» am 7. Juni seine Türen – mit Museum, Veranstaltungsräumen und Mietwohnung unter einem historischen Dach.
Willi Wenger
Nach der 1,25 Millionen Franken teuren Sanierung des Dreisässenhauses von 1765 lud die Johann-Rudolf-Plattner-Stiftung am Mittwoch zur Medienorientierung ein. Die offizielle Eröffnung des Kulturzentrums «Feld Reigoldswil» mit Museum, Veranstaltungsräumen und Mietwohnung folgt am Sonntag, 7. Juni, von 11 bis 18 Uhr.
Der Präsident der Reigoldswiler Johann-Rudolf-Plattner-Stiftung, Stephan von Daeniken, dankte in erster Linie all jenen Personen, die das heutige Vorzeigeobjekt ermöglicht haben. Es sei ein Meilenstein in der Geschichte der 1967 errichteten Stiftung, aber auch für das 1983 eröffnete Museum selbst, so von Daeniken.
Diese von der «Gesellschaft zum Feld» betriebene spezielle Kultureinrichtung, die in der ehemaligen Wohnung von Johann Rudolf Plattner im Erdgeschoss die Zeit vor vielen Jahrzehnten aufleben lässt, ist historisch einzigartig. «Vor Ort werden im Jahr mehrere Ausstellungen und Veranstaltungen stattfinden», fügt Museums-Präsident Urs Dettwiler hinzu.
Im Haus von 1765 wohnten seit dessen Bau über lange Jahre immer zwei Parteien. «In Spitzenzeiten waren dies 16 Personen, verteilt im Erd- und ersten Obergeschoss sowie auf dem Dachboden direkt unter den nicht isolierten Ziegeln», blickten von Daeniken und Dettwiler auf die Geschichte des Hauses zurück.
1,25 Millionen Franken teuer
Nach einer 1,25 Millionen Franken teuren Sanierung präsentiert sich das grosse, zweigeschossige Dreisässenhaus an der Schmidtengasse – etwas ausserhalb des Dorfkerns gelegen – als lebendiges Gesamtkunstwerk. Es umfasst das Wohnhaus mit Museum und einer Wohnung im Obergeschoss sowie das Ökonomiegebäude, alles unter einem hohen gemeinsamen Dach. «Das Haus ist das Museum», brachte es Hans-Rudolf Sutter, Leiter des Projektteams Umbau, auf den Punkt. Der gut erhaltene Zeitzeuge bäuerlicher Bau- und Wohnkultur dokumentiere eindrücklich, wie Arbeiten und Wohnen unter einem Dach vom 18. bis ins 20. Jahrhundert organisiert waren.
Ziele erreicht
Sutter zog eine rundum positive Bilanz. Die Sanierung sei in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen kantonalen Behörden geglückt. Die Belebung des Hauses sei ebenfalls gesichert: Das umgebaute Tenn bietet nun Platz für Veranstaltungen mit bis zu 50 Personen, ergänzt durch eine Küche und Toiletten im ehemaligen Stall. Im Obergeschoss beziehungsweise in der Scheune steht zudem ein Mehrzweckraum für rund 30 Personen zur Verfügung – der einzige beheizte Raum, der auch dem Vereinsleben offensteht, mit WC und Garderoben.
Kurator Rémy Suter richtet derzeit ein Archiv für den Museumsverein ein. Sutter dankte abschliessend Architekt Christoph Sutter von Schwob-Sutter Architekten für seine gute Arbeit.
An der Medienorientierung wurde zudem die Heimatkunde Reigoldswil vorgestellt, die am Einweihungsfest-Wochenende präsentiert wird. Deren Leiter Roland Plattner verwies stolz darauf, dass es sich um die erste digitale Heimatkunde im Kanton Baselland handle – ein Werk, welches das Dorf auf dem Weg ins dritte Jahrtausend eindrücklich zeige.
Viele Gönner und Sponsoren
Die Finanzierung der Sanierung des imposanten, historischen Hauses stemmen mehrere Träger gemeinsam: Der Regierungsrat steuerte 400 000 Franken aus dem Baselbieter Swisslos-Fonds bei (keine Steuergelder), die Standortgemeinde Reigoldswil 200 000 Franken, Stiftungen 172 000 Franken und Private 130 000 Franken. Darlehen in der Höhe von 160 000 Franken – davon 100 000 Franken von der Bürgergemeinde – ergänzen die Liste. Diese breite Unterstützung zu erfahren, sei für ihn ein erhabener Moment gewesen, dankte von Daeniken allen Beteiligten aufrichtig.
Das Haus wird als Ganzes weiterleben – und damit auch das Museum im Erdgeschoss mit Stube, Küche, Ausstellungsraum und Posamenterstube, wo einst der 1978 verstorbene Johann Rudolf Plattner, im Dorf «Fäld Ruedi» genannt, gelebt hatte. Von Daeniken freute sich zudem, dass seit dem Umbau bereits erfolgreich Kulturveranstaltungen im Haus stattgefunden haben.

