Grosser Zulauf bringt Freikirche in Platznot
04.03.2025 Bezirk Waldenburg, Gesellschaft, Gemeinden, Kirche, ZiefenDie Mitgliederzahl der evangelischen Freikirche «Chrischona Fünflibertal» steigt – und das Raumangebot ist knapp. Deshalb will die Kirche in Ziefen entweder ihr Zentrum vergrössern oder einen Neubau realisieren. Kostenpunkt: 4 bis 6 Millionen Franken.
...Die Mitgliederzahl der evangelischen Freikirche «Chrischona Fünflibertal» steigt – und das Raumangebot ist knapp. Deshalb will die Kirche in Ziefen entweder ihr Zentrum vergrössern oder einen Neubau realisieren. Kostenpunkt: 4 bis 6 Millionen Franken.
André Frauchiger
Für Pastor Willy Burn und Gemeindeleiter Markus Recher von der evangelischen Freikirche «Chrischona Fünflibertal» steht fest: Die Kirche leidet unter akutem Platzmangel. Die rund 1000 Quadratmeter Gebäudefläche der heutigen Kirche am Krummackerweg 1 in Ziefen reicht für das kirchliche Leben von rund 100 Mitgliedern und vieler junger Menschen nicht mehr aus. Zumal mit einer Verdoppelung der aktiven Kirchenmitglieder in den nächsten Jahren gerechnet wird. Fest steht: Die Freikirche will in Ziefen bleiben.
Die seit drei Jahren in Reigoldswil gemietete Fabrikhalle, in der sich das kirchliche Leben heute ebenfalls abspielt, wird nur als Provisorium betrachtet: Vor allem für die jungen Menschen und als Versammlungsort für die Kirchenmitglieder – zum Beispiel bei gemeinsamen Mittagessen nach einem Gottesdienst. Heute findet der Gottesdienst am ersten Sonntag des Monats in der Fabrikhalle in Reigoldswil statt, an den drei weiteren Sonntagen in der Freikirche in Ziefen. Mittelfristig soll die Kirche ihre gesamten Aktivitäten an einem einzigen Ort entfalten, in Ziefen.
Laut Gemeindeleiter Markus Recher liegt seit wenigen Tagen eine Machbarkeitsstudie für das weitere Vorgehen vor. Dabei stehen drei Varianten zur Auswahl: erstens ein An- und Umbau der heutigen, rund 1000 Quadratmeter umfassenden Gebäulichkeit, zweitens ein Neubau am bisherigen Ort und drittens ein Neubau mit rund 2000 Quadratmetern Fläche auf der grünen Wiese an der Ziefner Hauptstrasse, in Nachbarschaft zur Firma Hess Holzbau.
Land ist reserviert
Das Land am neuen Ort müsste noch gekauft werden, es sei aber von der Eigentümerschaft für die Kirche «Chrischona Fünflibertal» reserviert, wie Markus Recher erklärt. Ein schriftliches Vorkaufsrecht liege vor. Das vorgesehene Areal an der Hauptstrasse in Ziefen gehört der Firma Regofix, ebenso die gemietete Fabrikhalle in Reigoldswil.
An einer Mitgliederversammlung im April soll über das weitere Vorgehen informiert, diskutiert und entschieden werden. Zwei oder drei Architekturbüros sollen beauftragt werden, Vorschläge auszuarbeiten. Im Frühsommer 2026 soll die Standortfrage in die Detailplanung kommen. Recher schätzt, dass es dann noch drei bis vier Jahre dauert, bis allenfalls ein Neubau realisiert sein wird und in Betrieb genommen werden kann. Bei einem Neubau könnten alle kirchlichen Aktivitäten ohne Platznot unter einem Dach stattfinden, was auch die «betrieblichen Abläufe» vereinfachen dürfte, so der Gemeindeleiter.
Die Umbau- bzw. Neubaupläne sollen mit Spendengeldern ermöglicht werden. Im Fall eines Neubaus an der Ziefner Hauptstrasse könnte der Verkaufserlös für den heutigen Kirchenbau an sehr guter Wohnlage beigezogen werden. Gemeindeleiter Markus Recher ist sehr optimistisch, was die Finanzierung eines Neubaus angeht. Wie bei Chrischona-Gemeinden vorgegeben, müssen mindestens 50 Prozent der Gesamtkosten durch Eigenmittel gedeckt sein. Bei einem Neubau wird von Investitionskosten von 4 bis 6 Millionen Franken ausgegangen.
Gemeindeleiter Markus Recher weist darauf hin, dass insbesondere die Jugendarbeit viel Platz erfordere. Es bestehe seitens der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein grosses Bedürfnis, sich in der Kirche zu entfalten. Dafür brauche es Platz. «Da die jungen Menschen die Zukunft der Kirche sind, kommt diesen Rahmenbedingungen grosse Bedeutung zu», so Recher. Ohne entsprechendes Raumangebot bestehe die Gefahr, dass junge Menschen der Kirche fernblieben.