Fragen fast direkt von der Strasse
29.08.2025 Bezirk LiestalDaniel Aenishänslin lanciert Podcast über den Baselbieter Hauptort
Liestal hat viel zu bieten, findet Daniel Aenishänslin. Der Journalist aus Frenkendorf möchte der «Kantonshauptstadt» mit dem Podcast «Stadtgspröch» näher auf den Zahn ...
Daniel Aenishänslin lanciert Podcast über den Baselbieter Hauptort
Liestal hat viel zu bieten, findet Daniel Aenishänslin. Der Journalist aus Frenkendorf möchte der «Kantonshauptstadt» mit dem Podcast «Stadtgspröch» näher auf den Zahn fühlen. Eine Sommerserie hat er bereits realisiert. Anfang September erfolgt der reguläre Start.
Tobias Gfeller
Wird die Stadt Liestal in der Region Basel unterschätzt? Daniel Aenishänslin ist überzeugt davon. Zwar spielt sich das politische Leben des Baselbiets vorwiegend in Liestal ab, fast die gesamte Kantonsverwaltung, inklusive Kantonsspital, ist in Liestal zu Hause, und den «Chienbäse» kennt man mittlerweile in der ganzen Schweiz – doch als Ort selber ist Liestal bei vielen Menschen in der Region wenig bekannt. «Zu Unrecht», findet «Aenis», wie ihn Freunde und Kollegen nennen.
Mit der Serie «Typisch Lieschtel» verzeichnete das von Aenishänslin gegründete «Hauptstadtstudio Lieschtel» während den Sommerferien einen erfolgreichen Start. Anfang September geht der Podcast «Stadtgspröch» in den regulären Betrieb über. Daniel Aenishänslin möchte Liestal aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchten, einmal brandaktueller – zum Beispiel in Sachen Politik, einmal grundsätzlicher Natur, wenn es zum Beispiel um Kultur oder Sport geht.
Für Bekanntes und Unbekanntes
Mit dem Hauptstadtstudio möchte der 57-Jährige über das Zentrum rund um das Regierungsgebäude, das Rathaus, die Altstadt und das Bahnhofsareal hinaus in die Quartiere: «In Liestal leben viele unterschiedliche Menschen. Das gefällt mir und möchte ich auch zeigen.» Für diese Vielfältigkeit hilft ihm sein Erfahrungsschatz. Als Journalist beleuchtete er viele Gebiete, Bekanntes, Unbekanntes. Die dafür nötige Neugier und das Interesse seien ungebrochen.
Die Podcast-Folgen sind bewusst kurz gehalten. «Ich möchte sie nicht in die Länge ziehen», sagt Aenishänslin, «aber klar – es können auch einmal mehr werden als 15 Minuten.» Sein Ziel sei es, in jeder Folge etwas zu bieten, das man so noch nie gehört hat. Ein ambitioniertes Unterfangen, das sagt auch der Podcast-Macher selber. «Ich möchte auch jene Fragen stellen, welche die Menschen auf der Strasse stellen würden, zum Beispiel den Politikerinnen und Politikern.» Auch möchte Aenishänslin andere Menschen und Standpunkte zu Wort kommen lassen. «Die Zuhörer sollen sich selber eine Meinung bilden. Ich muss ihnen nicht meine Meinung kundtun.»
Daniel Aenishänslin spürt, dass der Baselbieter Kantonshauptort medial immer weniger präsent ist. In diese Lücke möchte er mit dem «Hauptstadtstudio» springen. Die Idee mit einem Podcast hat der erfahrene Journalist schon länger im Hinterkopf. «Ich finde, in einem Podcast bekommt man die Protagonisten echt und authentisch mit. Es ist schwieriger, sich zu verstellen.»
Hilfe und Feedback von Tochter
Seine ersten Erfahrungen als Journalist sammelte Daniel Aenishänslin 1992 beim «Prattler Anzeiger». Seitdem arbeitete er als Redaktor und freier Journalist bei Zeitungen – unter anderem bei der «Volksstimme» –, Magazinen, Fernsehen, Radios und einem reinen Onlinemedium. Aktuell schreibt «Aenis» auch für «Onlinereports.ch».
Bei seinen ersten Schritten für den Podcast «Stadtgspröch» unterstützte ihn seine Tochter. Gerade in Sachen Technik ist die Produktion komplexer, als es für Aussenstehende scheinen mag. «Meine Tochter ist mir auch eine wichtige Ratgeberin und gibt mir wichtiges Feedback, sagt Daniel Aenishänslin. Das schätze und brauche ich sehr, vor allem am Anfang.»
Die Frage bleibt, warum sein Projekt «Hauptstadtstudio Lieschtel» heisst, obwohl der Kanton Baselland offiziell gar keine Hauptstadt hat? Aenishänslin lacht. Der Name sei mit einem Augenzwinkern verbunden, auch deshalb, weil die Liestaler selber doch manchmal gerne von der «Hauptstadt» sprechen würden. Aenishänslin selber hat den Kantonshauptort sowohl beruflich wie auch privat schätzen gelernt. Sein langjähriger Wohnort Frenkendorf sei für die Arbeit über Liestal ideal: «Ich bin nah dran, aber doch nicht mittendrin.»