Das Auge isst mit
22.03.2024 Bezirk Sissach, Gastronomie, Wintersingen, Gesundheit, Gesellschaft, RegionEinblick in den Mahlzeitendienst der Spitex
Drei Frauen und ein Mann kochen aktuell zusätzlich zur eigenen Mahlzeit für weitere Leute im Dorf. Dieser Dienst besteht seit Längerem: Einer, der schon seit gut neun Jahren Teil des Teams ist, ist Daniel Zuber.
...Einblick in den Mahlzeitendienst der Spitex
Drei Frauen und ein Mann kochen aktuell zusätzlich zur eigenen Mahlzeit für weitere Leute im Dorf. Dieser Dienst besteht seit Längerem: Einer, der schon seit gut neun Jahren Teil des Teams ist, ist Daniel Zuber.
Brigitte Keller
Daniel Zuber (74) fühlt sich in allen Grössen von Küchen wohl. In der Grossküche eines Altersheims, wie an seinen früheren Arbeitsstätten in Basel und Riehen, wie auch in der Küche der Mehrzweckhalle in Wintersingen, wo er sich mit seinen Kollegen des Kochklubs Wisi trifft und schon immer bei Dorfanlässen gekocht hat. Ebenso im Element ist er zu Hause in seiner kleinen Küche, wenn er für den Mahlzeitendienst der Spitex Wintersingen kocht.
Weitere drei Frauen aus dem Dorf bereiten für Klientinnen und Klienten Mahlzeiten zu. Sie alle sind an mindestens einem Tag pro Woche für die Zubereitung und Zustellung der Mahlzeiten zuständig. Zusammen bilden sie das Team, das diesen Dienst der Spitex Wintersingen im Dorf möglich macht.
Für Abwechslung ist gesorgt
Zuber ist seit seiner Pensionierung vor rund neun Jahren Teil des Teams. Davor war er als Koch in verschiedenen Alters- und Pflegeheimen tätig. Er freut sich, dass er weiterhin für andere kochen kann, und das ganze Team des Mahlzeitendienstes ist froh, auf sein Wissen zählen zu können. Er ist auch bereit einzuspringen, wenn eine Köchin ausfällt. Langweilig wird es Zuber, der auch als Präsident des Gemischten Chors amtet, vorläufig sicherlich nicht. Für den kommenden April plant er spontan einen Mittagstisch für die Dorfbevölkerung mit gemütlichem Zusammensein. Koch sei wirklich ein sehr schöner Beruf – und ohne den Stress aus Berufstagen noch schöner.
Den Mahlzeitendienst der Spitex Wintersingen gibt es seit etlichen Jahren. Seit 2021 zeichnet Geschäftsleiterin Drenusha Sadiku dafür verantwortlich. «Die Köchinnen und Köche können das Menü selber zusammenstellen. Es besteht immer aus einem 4-Gänger mit Suppe, Salat, Hauptgang und Dessert und ist abgestimmt auf etwaige Unverträglichkeiten oder Krankheiten der Bezügerinnen und Bezüger.» Damit die Abwechslung gewährleistet ist, werden die Menüs auf einem gemeinsamen Chat der Kochgruppe geteilt, sodass alle sehen können, welche Menüs im Wochenverlauf auf den Tisch kommen.
Die Arbeit wird geschätzt
Die Köchinnen und Köche erhalten eine Entschädigung für den Warenaufwand, die Zubereitung und die Lieferung des Essens. Sie alle machten es aber hauptsächlich aus Freude am Kochen und um etwas für die Dorfbevölkerung zu tun. «Wir sind immer auf der Suche nach weiteren Köchinnen und Köchen», erklärt Sadiku weiter. «Optimal wäre, wenn für jeden Tag der Woche eine separate Person zuständig wäre. Die Personen sollten gerne und gut kochen, eine Kochausbildung ist nicht Bedingung.»
Die Zahl der zubereiteten Essen schwanke, zurzeit werde für vier Personen gekocht. «Manchmal wird der Dienst vorerst überbrückend genutzt», erzählt Sadiku, «und weil es so gut ankommt, werden daraus dann Stammkunden.» Ein 4-Gänge-Menü kostet 23 Franken inklusive Lieferung. Der Dienst steht allen Altersgruppen offen und kann auch kurzfristig, beispielsweise bei krankheits- oder unfallbedingten Ereignissen, in Anspruch genommen werden.
Eine der Stammkundinnen, die den Mahlzeitendienst sehr schätzt, ist Liselotte Grieder. «Eine wunderbare Bedienung und alles ist so schön garniert», schwärmt die Seniorin. Am heutigen Tag liefert ihr Zuber neben Suppe und Salat ein kleines Schweineschnitzel mit selbst gemachter Kräuterbutter, drei verschiedene Gemüse und als i-Tüpfelchen frittierte «Pommes Williams». Ebenso dekorativ angerichtet warten auf einem Dessertteller vier kleine süsse Köstlichkeiten auf die Kundin. Nicht zuletzt durch diesen Dienst ist es ihr möglich, trotz altersbedingter Einschränkungen in ihrem Haus wohnen zu bleiben und dabei gesund und abwechslungsreich zu essen.
«Pommes Williams»
bk. Wer Lust bekommen hat, die dekorativen «Pommes Williams» nachzukochen, hier das Rezept von Daniel Zuber:
Zutaten für 4 Personen: 500 Gramm Kartoffeln für Stock, 10 Gramm Butter, 1 Eigelb, 1 Eiweiss, Maizena, Paniermehl, ein paar Stiele von Peterli, Salz und Muskatnuss.
Zubereitung: Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. In Salzwasser weichkochen, abschütten und auf dem Herd kurz trocknen. Durch die Kartoffelpresse drücken und etwas auskühlen lassen. Das Eigelb und die Butter untermischen und mit Salz und Muskatnuss nach Belieben würzen. Etwas Maizena beifügen, sodass die Masse noch leicht feucht ist, aber nicht an den Händen klebt. Von der Masse 5 bis 6 Zentimeter grosse Birnen formen, durch das Eiweiss ziehen und panieren. Je ein Stück Peterli-Stiel oben in die Birne stecken. Bei 180 Grad im Öl goldgelb frittieren.


