Lauber tritt 2027 nicht mehr an

  24.09.2026 Baselbiet, Politik, Baselbiet, Parteien

Der Baselbieter Regierungsrat Anton Lauber («Mitte») tritt bei den Gesamterneuerungswahlen im kommenden Jahr nicht mehr an. Dies gab der 65-jährige Finanzdirektor am Donnerstagmorgen im Landrat bekannt. Das Rennen um die Nachfolge läuft bereits.

Anton Lauber gehört der Baselbieter Regierung seit 2013 an und steht seither der Finanz- und Kirchendirektion vor. 2015, 2019 und 2023 wurde er jeweils wiedergewählt. Am Donnerstagmorgen sagte er vor dem Kantonsparlament, dass er auf eine schöne Karriere in der Politik zurückschauen dürfe, nun aber die Zeit gekommen sei, um jüngeren Generationen Platz zu machen. Lauber sagte, er habe das Amt immer extrem gerne gemacht und habe stets Vollgas gegeben. Nun freue er sich auf die letzten neun Monate im Amt, die noch anstehen.

Laubers Amtszeit ist eng mit der Sanierung der Baselbieter Kantonsfinanzen verbunden. Als er 2013 sein Amt antrat, befand sich der Kanton in finanziell schwierigen Jahren. Unter seiner Leitung führte die Finanzdirektion unter anderem eine neue finanzielle Steuerung mit einem totalrevidierten Finanzhaushaltsgesetz und dem Aufgaben- und Finanzplan ein. Ab 2017 schrieb der Kanton wieder schwarze Zahlen. Zu den grösseren Geschäften seiner Amtszeit gehörten zudem mehrere Steuerreformen sowie die Neuordnung der Sozialhilfe.

In die letzten Jahre seiner politischen Laufbahn fällt auch die Affäre um die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) und deren Digitalbank Radicant. Lauber gehörte von 2013 bis 2023 dem Bankrat der BLKB an, zuletzt als Vizepräsident. In diese Zeit fiel 2021 auch die Gründung von Radicant als strategisches Investment der Kantonalbank. 2025 musste die BLKB auf ihrer Radicant-Beteiligung 105,5 Millionen Franken wertberichtigen. Der Landrat setzte daraufhin eine parlamentarische Untersuchungskommission ein. Diese klärt unter anderem ab, wer in Bankrat, Bankleitung, Finanzkommission, Finanzdirektion und Gesamtregierung wann über die Entwicklung bei Radicant informiert war und welche Entscheide getroffen wurden. Ihr Bericht steht noch aus.

Vor seiner Wahl in die Regierung war der promovierte Jurist während 17 Jahren Allschwiler Gemeinderat, ab 2004 Gemeindepräsident. 2013 setzte sich der damalige CVP-Politiker bei der Ersatzwahl als Nachfolger des verstorbenen CVP-Regierungsrats Peter Zwick gegen Thomi Jourdan (EVP) durch.

Damit vollzieht sich in der Baselbieter Regierung innert kurzer Zeit ein eigentlicher Generationenwechsel: Ebenfalls heute wurde Matthias Liechti (SVP) als neuer Regierungsrat angelobt; er übernimmt am 1. Oktober die Nachfolge von Isaac Reber (Grüne), der nach 15 Jahren aus der Regierung ausscheidet. Mit Laubers Verzicht auf eine erneute Kandidatur wird 2027 ein weiteres langjähriges Regierungsmitglied abtreten.

Bürgerliche und SP schicken Kandidaten ins Rennen

Die SP reagierte auf Laubers Ankündigung mit dem Entscheid, bei den Regierungsratswahlen 2027 mit zwei Kandidaturen antreten zu wollen. Die Geschäftsleitung beantragt der Delegiertenversammlung im November, neben der bisherigen Regierungsrätin Kathrin Schweizer eine zweite Person zu nominieren. Die parteiinterne Meldefrist läuft bis zum 18. Oktober. Die SP sieht im frei werdenden Sitz die Chance, ihre Vertretung in der fünfköpfigen Regierung auszubauen.

Auch die Bürgerliche Allianz legte sich am Mittag fest. FDP, «Mitte» und SVP wollen mit den bisherigen Regierungsräten Markus Eigenmann (FDP) und Matthias Liechti (SVP) sowie einer neuen Kandidatur der «Mitte» zu den Gesamterneuerungswahlen antreten. Wer Lauber auf dem «Mitte»-Ticket ersetzen soll, ist noch offen. Die Allianz behält sich zudem vor, je nach Ausgangslage mit weiteren Personen anzutreten.

Gleichzeitig präsentierte die Bürgerliche Allianzam Donnerstag ihren Kandidaten für die Ständeratswahl vom 24. Oktober 2027: Pascal Ryf («Mitte»). Der Oberwiler gehört seit 2015 dem Landrat an und war 2023/24 Landratspräsident. Zudem ist er Vizepräsident des Oberwiler Gemeinderats. Die Parteileitungen von FDP, «Mitte» und SVP schlagen Ryf ihren jeweiligen Parteigremien zur Nomination vor.

Das Nachsehen hat der frühere Arlesheimer FDP-Landrat Balz Stückelberger: Auch er bewarb sich um die gemeinsame bürgerliche Ständeratskandidatur und stellte sich wie Ryf einem Hearing der SVP-Parteileitung, die Allianz entschied sich nun jedoch für den «Mitte»-Politiker. vs.

Mehr dazu in der «Volksstimme» vom Freitag.


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote