57 Nester wurden 2024 entfernt – weitere Zunahme erwartet
Die Asiatische Hornisse hat sich im Baselbiet weiter verbreitet: 35 Nester wurden 2024 im Kanton entfernt, gesamthaft waren es in beiden Basel 57. Trotz intensiver Bekämpfung zeigt sich, dass die ...
57 Nester wurden 2024 entfernt – weitere Zunahme erwartet
Die Asiatische Hornisse hat sich im Baselbiet weiter verbreitet: 35 Nester wurden 2024 im Kanton entfernt, gesamthaft waren es in beiden Basel 57. Trotz intensiver Bekämpfung zeigt sich, dass die invasive Art immer tiefer in die Region vordringt.
tho./sda. Die Behörden beider Basel stellen eine weitere Ausbreitung der Asiatischen Hornisse fest. Während 2023 noch von weniger als 10 Hauptnestern die Rede war, wird nun für das Jahr 2024 die erfolgreiche Entfernung von 57 Hauptnestern rapportiert. Die sei vor allem dank der engen Zusammenarbeit mit den Imkerverbänden gelungen, heisst es in einer Mitteilung des Kantons Baselland vom Dienstag. Trotz der Intensivierung der Bekämpfung habe die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse erwartungsgemäss aber nicht verhindert werden können. Die invasive Hornissenart stelle weiterhin eine ernsthafte Bedrohung für die lokale Biodiversität, insbesondere für Honigbienen, Wildbienen und andere bestäubende Insekten, sowie für die Imkerei und Landwirtschaft dar.
Häufig eingesetzt wurde die Radio-Telemetrie: Dabei werden einzelne Hornissen, die bei der Belagerung von Bienenstöcken festgestellt wurden, mit Mini-Sendern versehen, um ihre Nester aufzuspüren. In ländlichen Gebieten funktioniert diese Methode gut – in dicht bebauten Zonen versagt diese Methode wegen der bescheidenen Leistung der Sender allerdings häufig. Entscheidender seien dort für die Bekämpfung des schädlichen Insekts direkte Meldungen aus der Bevölkerung gewesen. Mehr als 230 Personen meldeten in Basel Sichtungen, die zur Entdeckung von 22 «Stadtnestern» führten.
Der finanzielle Aufwand für die Bekämpfung stieg deutlich: Der Kanton Baselland investierte 2024 rund 50 000 Franken, viermal mehr als im Vorjahr, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA schreibt. Grund sind die aufwendigen Einsätze, etwa das Erklettern hoher Bäume, um an die Nester zu gelangen.
Eine Karte mit den Standorten der zerstörten Nester zeigt, dass die Hornissen-Dichte in der Stadt und in stadtnahen Gebieten noch etwas höher ist als in der Landschaft. Indessen gelten Waldgebiete bislang als schlecht erforscht – dort findet man die Nester kaum. Die Bevölkerung wird weiterhin gebeten, Verdachtsfälle über die Meldeplattform www.asiatischehornisse.chzudokumentieren.Durch frühzeitige Entfernung der Nester sollen Schäden so gering wie möglich gehalten werden. Selbst Hand anlegen sollte man allerdings nicht, da die Hornissen jeden attackieren, der ihrem Nest zu nahe kommt. Fachleute entfernen die Nester kostenlos.
Gabriel Stebler, der Leiter des Ressorts Störfallvorsorge im Kanton und damit «Chefbekämpfer» der invasiven Hornisse, zeichnete im Spätsommer 2024 in der «Volksstimme» ein eher düsteres Bild: Das Jahr 2024 markiere den Beginn der exponentiellen Phase. Mit den aktuellen Mitteln könne die Ausbreitung noch wenige Jahre gebremst werden, danach werde die Hornisse wohl Teil unseres Ökosystems sein.
Wie gestern bekannt wurde, will der Bund die Bekämpfung der Hornisse nun verstärken: Kantone sollen künftig Ausnahmebewilligungen für den Einsatz von Bioziden im Wald erteilen dürfen. Ziel ist es, ab Herbst 2025 gegen grosse Sekundärnester in Baumkronen vorzugehen – allerdings nur, wenn mechanische Methoden scheitern. Der Vorschlag geht in eine verkürzte Vernehmlassung.