Verwaltungsumzug sorgt für Unstimmigkeiten
31.03.2023 Bezirk Waldenburg, ReigoldswilPetition für Verbleib am Standort
Der Reigoldswiler Gemeinderat plant, die Verwaltung an einen neuen Standort zu verschieben. Das kommt nicht überall gut an: Rund 200 Personen haben eine Petition gegen den Umzug unterschrieben.
Janis Erne
Die Gemeinde ...
Petition für Verbleib am Standort
Der Reigoldswiler Gemeinderat plant, die Verwaltung an einen neuen Standort zu verschieben. Das kommt nicht überall gut an: Rund 200 Personen haben eine Petition gegen den Umzug unterschrieben.
Janis Erne
Die Gemeinde Reigoldswil ist im Wandel. Seit geraumer Zeit werden mit dem Projekt «Zukunft 4418» verschiedene Änderungen in der Organisation geprüft. So etwa bei der Feuerwehr oder der Gesundheitsversorgung – aber auch bei der Verwaltung. Und hier gibt es Unstimmigkeiten zwischen dem Gemeinderat und Teilen der Einwohnerschaft. Streitpunkt ist der geplante Umzug der Verwaltung. Ihre Angestellten sollen per Januar ins ehemalige Bankgebäude am Dorfplatz zügeln, wie die bz gestern berichtete.
Die Idee ist abgesehen vom Zeitpunkt nicht neu. Bereits im vergangenen Sommer wurde der Umzug an einem Infoanlass von den Behörden ins Spiel gebracht (die «Volksstimme» berichtete). Die Alternative, ein Neubau des mittlerweile 50 Jahre alten Verwaltungsgebäudes im Unterbiel 15, sei vermutlich zu teuer, so die Begründung damals. Jetzt, da der Umzug konkret wird, wehren sich Einwohnerinnen und Einwohner: Im Dorf ist eine Petition gegen die Verlegung der Gemeindeverwaltung lanciert worden. Sie liegt der «Volksstimme» vor. Eine Kernaussage lautet, dass der jetzige Standort bestens geeignet sei für den Verwaltungsbetrieb – und ein Umzug darum nicht nötig.
Pikant: Hinter der Petition steht die stellvertretende Gemeindeverwalterin, Eliane Rudin-Felber. Zur bz sagte sie, dass sie als Einwohnerin und nicht als Gemeindeangestellte handle. Zudem habe ihr Engagement nichts mit die Streichung ihrer Stelle zu tun. Rudin-Felber gehört zu den Angestellten, die wegen einer Umstrukturierung der Verwaltung 2024 ihren Job verlieren. Sie geht im März kommenden Jahres in Frühpension. Ihre Petition findet im 1600-Einwohner-Dorf offensichtlich Anklang: Es seien «an die 200 Unterschriften» zusammengekommen, heisst es in der bz. Die Petition soll im April dem Gemeinderat übergeben werden.
Familiäre Verbindung
Neben der angezweifelten Zweckmässigkeit birgt der geplante Umzug auch anderweitig Zündstoff. So ist der Bruder des Gemeindepräsidenten Geschäftsführer der Firma, der das alte BLKB-Gebäude am Dorfplatz gehört. Die Reigi GmbH würde bei einem Verwaltungsumzug von der Gemeinde künftig einen Mietzins erhalten. Die familiäre Nähe sieht Petentin Rudin-Felber kritisch: Es würden «Partikularinteressen innerhalb des Verwandten- und Freundeskreises» bedient, sagte sie zur bz. Zumal der Umzug überhaupt nicht dränge. Aktuell zahlt die Gemeinde für die Verwaltungsräumlichkeiten keine Miete, weil das Gebäude ihr gehört.
Präsident Fritz Sutter wehrte sich in der bz gegen die Vorwürfe: Der Gemeinderat sehe kein Problem darin, dass sein Bruder in der Reigi GmbH involviert ist. Die Firma verfolge keine «finanziellen Ziele». Zudem habe man stets transparent informiert. Für Sutter ist der bisherige Standort deutlich zu gross, weil demnächst Stellenprozente auf der Verwaltung abgebaut werden. Wie dem aktuellen Gemeindeblatt zu entnehmen ist, sind künftig noch 180 interne sowie 30 bis 50 externe Stellenprozente geplant.
Am bisherigen Standort bleiben oder wegziehen – Unterbiel oder Dorfplatz? Die Frage, wo die Verwaltung ihren Sitz künftig hat, wird in Reigoldswil wohl noch zu reden geben.