Grundsätzliche Gedanken angezeigt
24.03.2023 Bezirk Sissach, Vereine, Gelterkinden, GesellschaftFreiwillige für Flüchtlinge blickt auf die Arbeit des vergangenen Jahrs zurück
Die Freiwilligen für Flüchtlinge Gelterkinden und Umgebung (FFGU) blickten an ihrer Versammlung auf ihre bisherige Vereinsgeschichte zurück. Nicht allen Veränderungen im Asylwesen habe man gerecht werden ...
Freiwillige für Flüchtlinge blickt auf die Arbeit des vergangenen Jahrs zurück
Die Freiwilligen für Flüchtlinge Gelterkinden und Umgebung (FFGU) blickten an ihrer Versammlung auf ihre bisherige Vereinsgeschichte zurück. Nicht allen Veränderungen im Asylwesen habe man gerecht werden können.
Sander van Riemsdijk
An der ordentlichen Vereinsversammlung der Freiwilligen für Flüchtlinge Gelterkinden und Umgebung vom Mittwoch konnte Präsident Hans Rebmann im Pfarreisaal der katholischen Kirche etwa 20 Mitglieder begrüssen. Im verlesenen Jahresrückblick waren nach den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine das dominierende Thema im Jahr 2022. Trotz dessen schrecklichen Auswirkungen sei es erfreulich, dass in Gelterkinden zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen und privat untergebracht werden konnten.
Selber kam die FFGU kaum in Kontakt mit ukrainischen Geflüchteten, wie Rebmann berichtete. Die FFGU ist ein Zusammenschluss von Freiwilligen. Ihre Angebote, zum Beispiel der wöchentliche Deutschkurs und die Lindenhoftafel, stehen auch Menschen zur Verfügung, die sich nicht in einem Asylverfahren befinden. In seinem Jahresrückblick erwähnte Präsident Rebmann weiter mit Bedauern, dass ein Ausbau der Angebote zwar wünschenswert wäre, dieser jedoch an der Schwierigkeit scheitere, Freiwillige für bestimmte Aufgaben zu finden.
Veränderungen im Asylbereich
Seit der Gründung des Vereins im August 2017 hat sich die Situation im Asylbereich in Gelterkinden und Umgebung stark verändert. Rückblickend stellte Rebmann selbstkritisch fest, dass es dem Verein nur zum Teil gelungen sei, diesen Veränderungen gerecht zu werden. Er signalisiert mit dieser Aussage, dass offensichtlich Handlungsbedarf besteht. In diesem Sinne findet er, dass es «angezeigt ist, dass wir uns einige grundsätzliche Gedanken machen». Dazu plant der Vorstand noch vor den Sommerferien eine Sitzung mit dem Ziel, sich mit Fragen zu den gegenwärtigen Aufgaben kritisch auseinanderzusetzen.
Das Tätigkeitsprogramm für dieses Jahr steht im Zeichen der Suche nach einer Form der Zusammenarbeit mit anderen Gruppen im Flüchtlingsbereich. Der jetzige Vorstand mit Hans Rebmann, Esther Brugger, Nelly Dambach und Adrian Meyer wurde für ein weiteres Jahr einstimmig von der Versammlung bestätigt. Das Motto der Schweizerischen Flüchtlingshilfe für die Flüchtlingstage 2022 hiess: «Willkommen in der Schweiz. Wir sind für alle Geflüchteten da». In diesem Sinne referierten im Anschluss an die Vereinsversammlung im öffentlichen Teil des Abends Marie Regez und Rita Hagenbach, Mitglieder des Vereins «Begleitgruppe für geflüchtete Menschen in Arlesheim», darüber, wie sie unter anderem rund 100 Geflüchtete im Bundeszentrum für Asylsuchende in Arlesheim begleiten und begleitet haben.
Einsatz mit Herzblut
Die Gruppe kam 2015 zusammen, um die Bundesempfangsstelle zu unterstützen und vor allem syrische Geflüchtete aufzunehmen. Im vergangenen Dezember erhielt der Verein aus den Händen von Regierungsrätin Kathrin Schweizer (SP) den mit 5000 Franken dotierten Freiwilligenpreis im Sozialbereich 2022.
Für beide Referentinnen, die mit Herzblut über ihre vielseitigen und nicht immer einfachen Einsätze referierten, steht ausser Frage, dass sie mit ihren Angeboten für Asylsuchende einen gesellschaftlichen Bedarf erfüllen. Ihre Identifizierung mit der Aufgabe und ihr Engagement sind beeindruckend, ihre Fähigkeit zur Improvisation und der jahrelange, unermüdliche Aufbau von Hilfsstrukturen ein grosser Leistungsausweis.