Bölchenstrasse nach Hangrutsch gesperrt
12.01.2023 Bezirk Waldenburg, Eptingen, LangenbruckAlte Natursteinmauer wurde nach Niederschlägen instabil – Sanierung kann bis Oktober dauern
Die Passstrasse zwischen dem Restaurant Oberbölchen und dem «Chilchzimmersattel» ist auf rund 200 Metern abgerutscht. Die Verbindung bleibt nun während einiger Monate ...
Alte Natursteinmauer wurde nach Niederschlägen instabil – Sanierung kann bis Oktober dauern
Die Passstrasse zwischen dem Restaurant Oberbölchen und dem «Chilchzimmersattel» ist auf rund 200 Metern abgerutscht. Die Verbindung bleibt nun während einiger Monate gesperrt.
David Thommen
In einigen engen Kehren windet sich die Passstrasse ab dem Restaurant Oberbölchen in Richtung der Passhöhe auf dem «Chilchzimmersattel» den Hang entlang. Im oberen Teil wird die schmale Strasse im immer steiler werdenden Gelände durch eine Natursteinmauer abgestützt, die einst noch vom Schweizer Militär in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg gebaut worden war. In diesem Bereich ist es nun zu einem Hangrutsch gekommen.Verursacht worden sei dieser durch die grossen Niederschlagsmengen der vergangenen Tage, wie Raphael Gysin, der Leiter des Tiefbauamtkreises 3, sagt. Ein Teil der dort nur rund 3,5 Meter breiten Strasse ist mit der Mauer weggebrochen.
Die Verbindung zwischen Eptingen und Langenbruck ist daher im Bereich des Abschnitts «Spitzenflüeli» ab heute Donnerstag komplett für den Verkehr gesperrt. Die Reparatur wird laut Gysin mindestens bis zum Ende der Sommerferien dauern. Gebe es einen nassen Sommer, könnten sich die Arbeiten schlimmstenfalls auch bis Ende Oktober hinziehen.
Dass die alte Natursteinmauer baufällig ist, war schon seit einiger Zeit bekannt. Im März vergangenen Jahres kündigten das kantonale Tiefbauamt und ein Ingenieurbüro sogar die Sanierung dieses Bereichs an. Die Fertigstellung, so hiess es in der damaligen Mitteilung, sei für Herbst 2022 vorgesehen. Saniert wurde dann aber nur die Strasse auf der anderen Passseite in Richtung Langenbruck. Die «Spitzenflüeli»-Erneuerung wurde zugunsten der Gesamtsanierung der Strasse auf Eptinger Seite zwischen dem Restaurant Oberbölchen und dem «Chilchzimmersattel» zurückgestellt.
Diese dannzumal umfassende Erneuerung ist für das Jahr 2024 vorgesehen, was laut Gysin Kosten von rund 4,5 Millionen Franken verursachen wird. Die Strasse soll nicht nur komplett erneuert, sondern auch verbreitert werden, um weiterhin von landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen befahren werden zu können. Diese, so Gysin, seien im Laufe der Zeit immer breiter und schwerer geworden. Zusätzlich müssten im ganzen Hang neue Drainagen verlegt werden, da das alte Entwässerungssystem seine Funktion längst nicht mehr erfülle. Folge davon seien Hangrutsche nach starken Niederschlägen, wie man dies soeben beobachten konnte.
Zwei Mal für lange Zeit gesperrt
Könnte die Gesamtsanierung der Strasse nicht sofort vorgezogen werden, da die Verbindung wegen des Hangrutsches nun ohnehin für Monate gesperrt bleiben muss? Gysin verneint: Es gebe noch kein definitives Bau- und erst recht noch kein Ausführungsprojekt. Am Baustart im Jahr 2024 werde daher festgehalten. Dannzumal wird die Strasse nochmals während eineinhalb Jahren geschlossen bleiben. Nur in einer ersten Phase sei für den Verkehr lokal eine Umleitung über einen Waldweg möglich. Danach ist die Direktverbindung zwischen Eptingen und Langenbruck nicht mehr möglich.
Die jetzige Reparatur auf einer Länge von rund 250 Metern im Bereich «Spitzenflüeli» dürfte 500 000 bis 750 000 Franken kosten. Speziell: Es muss erneut eine Kalksteinmauer gebaut werden. Die bisherige unverfugte und verwitterte Mauer diente vielen Eidechsen als Unterschlupf und stand daher unter Schutz. Da der Baselbieter Jurakalkstein nicht beständig genug ist, wird nun auf Kalkstein aus Deutschland zurückgegriffen.
