Kunstwerk auf dem Kreisel
30.12.2022 Bezirk Liestal, Verkehr, Kultur, LausenDen Lidl-Kreisel ziert neu eine grosse Weltkugel
Dass Kunst nicht teuer sein muss, beweist das Werk des Metallkünstlers Nicola Melchiorre, eines ehemaligen Mitarbeiters des kantonalen Tiefbauamts. Es befindet sich seit Kurzem in Lausen auf dem Lidl-Kreisel.
Elmar ...
Den Lidl-Kreisel ziert neu eine grosse Weltkugel
Dass Kunst nicht teuer sein muss, beweist das Werk des Metallkünstlers Nicola Melchiorre, eines ehemaligen Mitarbeiters des kantonalen Tiefbauamts. Es befindet sich seit Kurzem in Lausen auf dem Lidl-Kreisel.
Elmar Gächter
Seit zwei Wochen ziert eine grosse Weltkugel den Kreisel Hauptstrasse/ Querverbindungsstrasse in Lausen, auch als Lidl-Kreisel bekannt. Das Kunstwerk nennt sich «Terrasanaa». Erschaffen hat die Weltkugel aus wertbeständigen Metallen Nicola Melchiorre aus Pratteln, von dem auch die Idee stammt. «Terrasana» bedeutet «gesunde Erde», mit dem zusätzlichen Buchstaben a am Wortende deutet der Urheber an, dass dies sein erstes derartiges Werk ist und er ihm weitere folgen lassen möchte.
Auftraggeber für die Kunst auf dem Kreisel in Lausen war der Kreis 2 des kantonalen Tiefbauamts in Liestal. Kreisleiter Patrick Bärenfaller spricht von einem fast betriebsinternen Gemeinschaftswerk. «Unsere Baugruppe hat den bestehenden Betonring mit Granitsteinen gestaltet und unsere Grüngruppe die innere Umgebung bepflanzt. Und mit Nicola Melchiorre konnten wir einen ehemaligen Mitarbeiter der kantonalen Garage gewinnen, der seit fünf Jahren pensioniert ist.»
Der gelernte Auto- und Lastwagenmechaniker Melchiorre widmet sich in seiner Freizeit seit bald zwei Jahrzehnten anspruchsvollen Schmiedearbeiten. Zusammen mit seinem Sohn Domenico, Berufsmusiker beim Sinfonieorchester Basel, entwickelt er laufend neue Schlaginstrumente, die auf der ganzen Welt vertrieben werden.
Botschaft für friedlichere Welt
Er hat schon andere kleinere Kunstwerke geschaffen, die Weltkugel ist jedoch sein bisher grösstes. «Die Idee dazu hatte ich schon seit geraumer Zeit, umso mehr hat es mich gefreut, als mich das Tiefbauamt mit dem Erstellen beauftragt hat», sagt Melchiorre. Rund 500 Arbeitsstunden verbrachte er in und wegen der Grösse des Werkes vor seiner Werkstatt, um die Weltkugel nach seiner Vorstellung zu formen. Als die grösste Herausforderung bezeichnet er, die richtige Proportion zu finden und das Metall in das gewünschte Mass zu schneiden. Eine Landkarte aus einem alten Schulatlas und ein Globus vom Trödlermarkt hätten ihm wertvolle Dienste geleistet.
Für Melchiorre stellt sein Werk «Terrasanaa» eine Vision, eine Botschaft für eine friedlichere Welt dar. Die Kontinente sind bewusst in verschiedenen Metallen gehalten. Einzelne, wie der Cortenstahl für Nordund Südamerika, werden rosten, das für Afrika gewählte Kupfer sowie das Messing für Australien oxidieren und Asien mit dem Chromstahl unverändert bleiben. Die Erdkugel lässt sich um jeweils einen Viertelumfang drehen. «Ähnlich der vier Jahreszeiten, damit man beim Vorbeifahren nicht immer die gleichen Kontinente vor sich sieht», erklärt Melchiorre. Er selber wird künftig alle drei Monate die Position seiner Weltkugel verändern.
Patrick Bärenfaller war die bisherige Kahlheit des seit rund sechs Jahren bestehenden Kreisels schon längere Zeit ein Dorn im Auge. «Ein ‹offener› Kreisel mit einem direkten Durchblick ist auch aus verkehrstechnischer Sicht suboptimal», wie er festhält. Es fehle noch die dezente Beleuchtung, die wegen der prognostizierten Strommangellage zurückgestellt worden sei. Die bisherigen Echos aus der Bevölkerung seien sehr positiv. Dass Kunst am Kreisel nicht teuer sein müsse, zeige auch die Tatsache, dass sich die Kosten auf rund 5000 Franken beschränkten. Nicola Melchiorre betrachtet seinen Arbeitsaufwand als Geschenk an seinen langjährigen Arbeitgeber, den Kanton Baselland.
Dem Metallkünstler schweben weitere Ideen vor. So hat er sich Gedanken gemacht, wie sich die Kunst auf den künftigen Kreiseln im Gebiet Salina Raurica, so quasi vor seiner Haustüre, präsentieren könnte. «Auf meinen Skizzen befinden sich bereits Vorstellungen über Salzkristalle aus Chromstahl», hält er fest und ergänzt: «Ja, diese würde ich gerne machen.»