Jahrhundert-Bauwerk im Zeitplan
10.06.2022 Baselbiet, Gesundheit, Bezirk LiestalThomas Immoos
Vor 640 Tagen, also vor knapp zwei Jahren, fand der erste Spatenstich für die beiden Neubauten der Psychiatrie Baselland (PBL) im Munzach-Quartier in Liestal statt. Hier entstehen zwei Klinikgebäude, die Bauten F und G, für Psychiatrie, Alterspsychiatrie ...
Thomas Immoos
Vor 640 Tagen, also vor knapp zwei Jahren, fand der erste Spatenstich für die beiden Neubauten der Psychiatrie Baselland (PBL) im Munzach-Quartier in Liestal statt. Hier entstehen zwei Klinikgebäude, die Bauten F und G, für Psychiatrie, Alterspsychiatrie und für die Privatklinik. Barbara Schunk, CEO der Psychiatrie Baselland, äusserte sich gestern bei einem Medienrundgang über die Baustelle «sehr zufrieden mit dem Baufortschritt». Man liege gut im Zeitplan, und auch bei den Kosten liege man bisher im Budget. Immerhin sollen die beiden Neubauten 66 Millionen Franken kosten. Es handelt sich um ein «Generationenprojekt», das so nur alle 100 Jahre realisiert werde.
Fabian Keller, Betriebsleiter der Psychiatrie, führte die Journalisten durch die beiden Rohbauten. In diesen Tagen haben die Handwerker mit dem Innenausbau begonnen. Keller betonte, dass es sich nicht um Erweiterungsbauten handelt; die Bettenkapazität der Psychiatrie bleibt unverändert. Die bestehenden Gebäude werden später umgenutzt oder abgerissen. So sollen im Haus B Ambulatorien entstehen oder als Tageskliniken neu genutzt werden. Im Haus A werden die Akutstation für Jugendliche und Stationen der Erwachsenenpsychiatrie eingerichtet.
Das Raumprogramm sieht zum einen ein Gebäude für die Krisenintervention mit zwei Stationen zu je 24 Betten vor. Zum anderen ein Gebäude für die Alterspsychiatrie mit drei Stationen mit je 24 Betten sowie einer (psychiatrischen) Privatklinik für 20 Patientinnen und Patienten.
Die beiden je fünfstöckigen Gebäude sind unterirdisch miteinander verbunden, was die Versorgung erleichtert. Da der Bau mehrere Eigentümer (Stadt Liestal, Kanton, Bürgergemeinde Liestal) tangierte, waren mehrere Bewilligungen einzuholen, fasste Keller zusammen. Was die Bauhöhe angeht, so befindet man sich in der Zone OWA (öffentliche Werke und Anlagen), wo mehrstöckige Gebäude zulässig sind, wenn sie zu den umliegenden Bauten passen.
Genesungsprozess fördern
Der Ausbaustandard wird den neusten Anforderungen und Erkenntnissen folgen, führte Keller weiter aus. Jedes Zimmer, die meisten davon Einzelzimmer, verfügt über eine Nasszelle. Überdies gibt es einen frei zugänglichen Garten für demente Patientinnen und Patienten auf der ersten Etage von Bau G. Im Erdgeschoss entstehen ein grosszügiger Aufenthaltsraum sowie diverse Ateliers. Und auf dem Dach werden Photovoltaikanlagen installiert. Mit neuen Behandlungskonzepten und einer modernen Infrastruktur soll der Genesungsprozess der psychisch Erkrankten gefördert werden. Dazu beitragen werden sowohl die grosszügigen baulichen Massnahmen im Innenbereich, wie die grüne Umgebung mit dem Tierpark. Aber auch für die Mitarbeitenden dürfte die neue Wirkungsstätte viele Vorteile bringen, zeigte sich der stellvertretende CEO Keller überzeugt.
Beide Gebäude verfügen überdies über Autoeinstellhallen für Mitarbeitende sowie Patientinnen und Patienten. Hier entsteht auch die Zufahrt für die Blaulichtfahrzeuge, also für die Notaufnahme. «Dank der Neubauten kann die PBL alle ihre Angebote in Liestal in unmittelbarer Nähe zueinander konzentrieren», nannte Keller einen weiteren Vorteil der Neubauten. Trotz Lieferengpässen und entsprechender Teuerung, unter denen auch andere Baustellen zu leiden haben, befinde man sich im Rahmen des Kredits von 66 Millionen Franken. Notabene: In den beiden Bauten werden 1300 Tonnen Stahl verbaut, 25 800 Tonnen Beton verarbeit und 100 Kilometer Elektrorohre verlegt.

