Von hier in die weite Welt
29.04.2022 Bezirk Sissach, Wirtschaft, Kultur, SissachDas Gestaltungsbüro Kokoneo hat für die Post eine Briefmarke gestaltet
Briefmarkensammelnde aufgepasst: Seit ein paar Wochen ist die neuste Markenkollektion bei der Schweizer Post erhältlich. Diese beweist: Unser Land hat viele grafische Talente vorzuweisen. Die Baselbieter Marke ist in ...
Das Gestaltungsbüro Kokoneo hat für die Post eine Briefmarke gestaltet
Briefmarkensammelnde aufgepasst: Seit ein paar Wochen ist die neuste Markenkollektion bei der Schweizer Post erhältlich. Diese beweist: Unser Land hat viele grafische Talente vorzuweisen. Die Baselbieter Marke ist in Sissach.
Lisa Zumbrunn
«Mein Kanton – unsere Schweiz / Die politische und kulturelle Vielfalt der Schweiz». Unter diesem Titel hat die Schweizer Post vor wenigen Wochen ihre neuste Briefmarkenkollektion veröffentlicht. Diese ist seit Ende März im Handel. Nach den seit Anfang 2022 gestiegenen Preisen für den Versand der Briefpost müssen nun auch neue Designs her. Mittendrin ist das Sissacher Grafikbüro Kokoneo, das eine Marke für den Kanton Baselland gestalten durfte.
Die Idee der Post: Die Kollektion soll je eine Briefmarke pro Schweizer Halb- und Ganzkanton beinhalten, wobei jede ein lokales Sujet präsentiert und gestalterisch umsetzt. Der Bogen mit allen 26 Marken zeigt somit eine Bandbreite der Kultur unseres Landes.
Die Post ruft an
Die Anfrage an das Gestaltungsteam von Kokoneo erfolgte im vergangenen Sommer. Mitinhaberin Tina Guthauser erzählt: «Die Post rief uns direkt ins Büro an.» Nach der Zusage sei das Projekt zügig vorangegangen. Der Regierungsrat gab Kokoneo das konkrete Sujet für die Gestaltung vor: Das Amphitheater von Augusta Raurica sowie die belebte Kultur unserer Region sollen den Kanton Baselland auf der Marke repräsentieren. Gerade in Anbetracht des bevorstehenden Eidgenössischen Schwing- und Älperfestes im Sommer könne damit nochmals ein Zeichen für das vielfältige kulturelle Angebot im Kanton gesetzt werden.
Die Hauptarbeit der Gestaltung übernahm Ursina Adler, die Grafik-Lernende des Büros: «Die Entstehung ist aber eine Teamarbeit. Ich erhielt viel Unterstützung von meinen Mitarbeiterinnen», sagt sie. Um sich genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen, besuchten sie eine Führung in der Römerstadt und studierten das Setting vor Ort. Ein Merkmal fiel Gestalterin Adler dabei besonders auf: «Die Römer mochten kräftige Farben.» Dies sei ihr in den Räumen von Augusta Raurica aufgefallen. Diese Nuancen setzte sie für die Ideenskizzen der Briefmarke um, wovon drei dem Regierungsrat präsentiert wurden. Dieser entschied sich für eine der Versionen, die das Kokoneo-Büro schliesslich ausarbeitete.
Adler und ihr Team scheinen zufrieden mit der finalen Version ihres Projekts. Natürlich gäbe es immer noch etwas, das man noch ein klein wenig adaptieren könne. Eine Briefmarke gestalteten sie zum ersten Mal. «Dies war eine spannende Herausforderung für mich», sagt auch Ursina Adler, die im Sommer ihren Abschluss macht. Eine Besonderheit sei das kleine Format, welches gestalterische Einschränkungen mit sich bringe: «So etwas Kleines habe ich noch nie entworfen.» Beeindruckend fände sie ausserdem die Formatadaption von der Marke zur Projektion auf ein Gebäude.
Denn ein weiterer Teil des Projekts mit der Schweizer Post war eine Veranstaltung von Ende März: Zum Verkaufsstart des Markenbogens wurde die gesamte Kollektion in einer Feier auf dem Bundesplatz präsentiert. Dies, indem alle 26 Kunstwerke an der Gebäudefront des Bundeshauses animiert wurden. Mitinhaberin Guthauser, die vor Ort war, erzählt: «Das war sehr cool! Besonders die Umsetzung der animierten Sujets waren sehr beeindruckend und toll umgesetzt.» In Bern hatte die Grafikerin zum ersten Mal Kontakt mit den 25 weiteren Gestaltenden der Briefmarken. Bis zu diesem Zeitpunkt hätten sie keine Ahnung gehabt, wie und durch wen die anderen Marken gestaltet wurden.
Das Resultat ist nun ein farbenfroher Bogen an Briefmarken, die nicht nur die kulturelle, sondern auch die grafische Vielfalt unseres Landes repräsentieren. Eine wahre Überraschung, welche die Post plante. Die Gestalterinnen von Kokoneo waren natürlich gespannt auf die Resultate ihrer Berufskolleginnen und -kollegen. «Mir gefallen die Marken der Kantone Jura und Schwyz sehr gut», sagt Guthauser. Der Favorit von Lehrtochter Ursina Adler stammt aus dem Kanton Genf. Besonders spannend sei, dass den Leuten jeweils unterschiedliche Marken gefallen. Ein Blick auf den schön gestalteten Briefmarkenbogen zeigt: Nicht nur Sammler werden eine Freude daran haben.