Kooperation bei Glasfaser-Installation in Liegenschaften
ch. Die Swisscom und die Elektra Sissach sind am Platz Sissach knallharte Konkurrenten. Die Genossenschaft und das staatsnahe Unternehmen realisieren im Bezirkshauptort je ein eigenes Glasfasernetz für ultraschnelle ...
Kooperation bei Glasfaser-Installation in Liegenschaften
ch. Die Swisscom und die Elektra Sissach sind am Platz Sissach knallharte Konkurrenten. Die Genossenschaft und das staatsnahe Unternehmen realisieren im Bezirkshauptort je ein eigenes Glasfasernetz für ultraschnelle Datenübermittlung. Zum Leidwesen der Elektra hatte sich die Swisscom aus den Verhandlungen über eine Kooperation beim Netzbau zurückgezogen und den Alleingang beschlossen. Seither wird mit harten Bandagen um Kundinnen und Kunden gekämpft (die «Volksstimme» berichtete).
Während fürs Glasfaser-Verteilnetz «draussen» – also unter den Strassen und bis zur Hausmauer – der freie Markt herrscht, verpflichtet das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) die Netz-Dienstleister, bei den Installationen innerhalb der Liegenschaften zu kooperieren. Damit werde sichergestellt, dass Hauseigentümer nicht von mehreren Firmen für Glasfaser-Installationsarbeiten im Haus «belästigt» werden, sagt Stephan Jurt, Geschäftsführer der Elektra Sissach. Zudem müsse pro Wohneinheit lediglich eine Glasfaser-Steckdose installiert werden und die Kundschaft habe dennoch Zugang zu den Providern beider Netzbetreiber.
Bau läuft nach Plan
Laut Auskunft von Stephan Jurt haben sich Elektra und die Swisscom in diesem Punkt geeinigt: Sein Unternehmen wird die Glasfaser-Installation für sämtliche Sissacher Haushalte ausführen und der Swisscom einen Anteil in Rechnung stellen. Der entsprechende Vertrag sei Anfang März unterzeichnet worden. Über die Kosten und deren Aufteilung macht Jurt keine Angaben. Die Verhandlungen seien «fair, konstruktiv und wohlwollend» verlaufen und in keinster Weise von der Konkurrenz beim Netzbau «draussen» überschattet gewesen, sagt er.
Auf den Alleingang der Swisscom ist der Elektra-Sissach-Chef nach wie vor nicht gut zu sprechen. Zwei parallele Netze zu erstellen, würde volkswirtschaftlich keinen Sinn ergeben und darüber hinaus bei den Kundinnen und Kunden Verwirrung stiften, sagt er. Zwar habe sich die anfänglich grosse Verunsicherung gelegt. Dennoch werde die Elektra am 7. Mai an einem Stand in der Begegnungszone Präsenz markieren und den Sissacherinnen und Sissachern für offene Fragen Rede und Antwort stehen.
Der Bau des Glasfasernetzes verläuft gemäss Jurt nach Plan. Voraussichtlich Ende kommenden Jahres werden sämtliche Sissacher Liegenschaften erschlossen und für elektronische Stromzähler vorbereitet sein. Die Elektra investiert in ihr «Sissanet» 7,5 Millionen Franken. Es ist die grösste Investition in der Geschichte der Genossenschaft. Die Aufrüstung des Datenübermittlungsnetzes ist für die Sissacherinnen und Sissacher kostenlos. Eine Kostenpflicht entsteht erst bei einer Nutzung. Somit sind beide Netzbauer daran interessiert, dass sich die Kunden für einen ihrer Partner als Provider entscheiden. Stephan Jurt ist mit der bisherigen Kundenakquisition zufrieden. Die fünf Provider, mit denen die Elektra zusammenarbeitet, seien gefragt: «Wir sind auf Kurs.»