Dem Boden Gutes tun
10.03.2022 Baselbiet, Ratgeber, Natur, RegionMeret Franke
In einem Quadratmeter Boden leben rund 100 Regenwürmer, 50 Schnecken, 60 Tausendfüssler und Asseln, 400 Insekten, Käfer und Spinnen und über 1 Million Mikroorganismen wie Bakterien oder Fadenwürmer. Diese Bodenlebewesen spielen eine wichtige Rolle im Boden ...
Meret Franke
In einem Quadratmeter Boden leben rund 100 Regenwürmer, 50 Schnecken, 60 Tausendfüssler und Asseln, 400 Insekten, Käfer und Spinnen und über 1 Million Mikroorganismen wie Bakterien oder Fadenwürmer. Diese Bodenlebewesen spielen eine wichtige Rolle im Boden und übernehmen Aufgaben, die wir alleine nicht bewältigen könnten. Allen voran gehören die Regenwürmer zu unseren wichtigsten Verbündeten bei der Gartenarbeit. Mit ihren Gängen lockern und belüften sie den Boden, optimieren den Wasserhaushalt und verbessern die Bodenstruktur. Mit ihrem Kot düngen sie die Pflanzen zudem optimal. Ein Wurmhäufchen enthält fünfmal mehr Stickstoff, siebenmal mehr Phosphor und elfmal mehr Kalium als der restliche Gartenboden.
Wir unterstützen die Bodenlebewesen in unserem Garten, indem wir den Boden möglichst schonend bearbeiten. Das heisst, wir graben den Boden nicht um, sondern lockern ihn nur und bearbeiten ihn wenn immer möglich von Hand. Jetzt wo es noch nass ist im Garten, lassen wir die Finger vom Boden. Ein zu früher Start der Gartenarbeit im Frühling würde den Boden nur unnötig verdichten und wertvolle Nährstoffe gingen verloren.
Kompost für die Bodengesundheit
Leer stehende Beete lassen wir nie ganz brachliegen. Ein unbedeckter Boden trocknet aus, Wind und Wetter tragen ihn ab und die Bodenlebewesen haben keine Nahrung und verschwinden. Dagegen hilft eine Mulchschicht aus allerlei organischem Material aus dem Garten, Laub, Rasenschnitt oder holzigem Material. Das Material lässt man zuerst etwas antrocknen, sonst erschafft man ein Schneckenparadies!
Sie können den Boden auch mit ausgewählten Pflanzen ganz natürlich verbessern. Planen Sie im Gemüsegarten Gründüngungen als Vor-, Zwischen- und Nachsaaten ein. Bereits im Februar können Sie Puffbohnen stecken; diese gehören zu den Leguminosen und reichern den Boden mit wertvollem Stickstoff an.
Zur Bodengesundheit gehört auch ein guter Kompost. Beim Kompostieren werden Kreisläufe geschlossen und wertvolle Nährstoffe für die Pflanzen bereitgestellt. Kompost steigert den organischen Anteil im Boden und die Bodenlebewesen werden aktiviert. Auf dem Kompost sind fast alle organischen Abfälle aus Garten und Küche willkommen: krautige Gartenabfälle, Rüstabfälle, Obstreste, Kaffeesatz, Stroh, zerkleinerter Heckenschnitt, Staudenstängel, Federn, Wolle, Haare, gut zerdrückte Eierschalen, Kleintiermist oder angewelkter Rasenschnitt. Das Geheimnis eines guten Kompostes liegt in einer ausgewogenen Mischung aus trockenem Strukturmaterial und weichen, feuchten Pflanzenresten wie Rüstabfälle und Rasenschnitt – den Rest erledigt die Natur.
Falls Sie es nicht schon im Herbst getan haben, können Sie noch den reifen Kompost auf Ihren Gemüsebeeten verteilen, für einen guten Start ins neue Gartenjahr.
Gartenkurse und Beratung: Meret Franke, Ebenrain-Zentrum für
Landwirtschaft, Natur und Ernährung, 4450 Sissach, garten.ebenrain@bl.ch, www.ebenrain.ch > Landwirtschaft > Spezialkulturen > Kursgarten