«Ein Geschenk für die Bevölkerung»
31.08.2021 Bezirk Sissach, Kultur, Gesellschaft, SissachSander van Riemsdijk
Lange hat der Verein «SissachLive» warten müssen. Und immer wieder warten müssen, ist man geneigt zu sagen. Die pandemische Entwicklung mit der Planungsunsicherheit und mit den Programmabbrüchen hat nach dem euphorischen Start im Januar ...
Sander van Riemsdijk
Lange hat der Verein «SissachLive» warten müssen. Und immer wieder warten müssen, ist man geneigt zu sagen. Die pandemische Entwicklung mit der Planungsunsicherheit und mit den Programmabbrüchen hat nach dem euphorischen Start im Januar 2020 im renovierten Saal der Oberen Fabrik bei den Vorstandsmitgliedern für viel Unsicherheit und Verdruss gesorgt. Diese Zeiten liegen zwar noch nicht lange zurück, aber der Frust scheint verflogen. «Wir sind froh, dass wir endlich wieder anfangen können», sagt Anita Crain, Präsidentin von «Sissach Live», mit verhaltenem Optimismus und schiebt nach: «Wir konnten wegen Corona in bald zwei Jahren nie in eine Routine kommen.»
Erfahrungen sammeln konnte der Verein dafür mit den beiden Projekten «Guckloch» und «SissachLive@ home», mit denen der Verein bis Ende August die Zwangspause im ersten Halbjahr hat überbrücken können. Mit dem «Kulturkarusselll» mit freiem Eintritt in der Begegnungszone, die eigens hierfür auf einem Teilstück gesperrt wurde, nahm der Verein mit seinen rund 100 Mitgliedern mit einem bunten Strauss an kultureller Inspiration neue Fahrt auf.
Wohlklingende Performances
Das Karussell in Schwung brachte mit dem ersten Auftritt die Tanz- und Musicalschule «Move in Arts» aus Liestal, die einen Ausschnitt aus verschiedenen Tanzarten zeigte. Es folgten geheimnisvolle Zaubereien des Sissachers Mauro Lessa und der Auftritt von drei Formationen der Regionalen Musikschule Sissach. Dabei sorgte Nyah (Nyah Das) im Zusammenspiel mit Tim Kindhauser mit ihren Soul-Interpretationen für grosse Begeisterung beim Publikum und schloss die Auftritte der Musikschule so würdig ab.
Reto Schäublin (Saxofon) solo und im Duo mit der Baslerin Inna Siegrist (Vokal und Gitarre) überraschte mit Saxofon und vokalen Klängen, die Baslerin Inez präsentierte sich mit dem Gitarristen Stefan Strittmatter mit einem Hauch von melancholischer Vokalität und mit Gitarre. Das Karussell wurde durch die Moderation der Programmkoordinatorin des Vereins, Andrea Saladin, in Schwung gehalten.
Einlass ab jetzt nur mit Zertifikat
Der Anlass soll eine Talentbühne für junge und unbekannte Künstlerinnen und Künstler darstellen und zugleich das Publikum auf das kommende Programm von «SissachLive» aufmerksam machen. Das Kulturkarusselll soll in übertragendem Sinne die Möglichkeit bieten, musikalisch aufzuspringen und nach einer Weile wieder abzuspringen. «Sollte der kostenlose Anlass auf ein positives Echo stossen, überlegt sich der Verein, den letzten Samstag im August mit dem Kulturkarusselll künftig zur Tradition zu machen», sagt Anita Crain. Auch wenn Kultur nicht immer gratis sein kann, wollte der Vorstand den Anlass unbedingt ohne Eintrittspreis durchführen. Und dies mit einer klaren Botschaft, wie Anita Crain erläutert: «Wir sehen das Kulturkarusselll als Geschenk an die Bevölkerung.»
Für den Besuch an die kommenden Veranstaltungen in der Oberen Fabrik sind ein gültiges Covid-Zertifikat und ein Ausweis erforderlich. Der Vorstand hat es sich nach langer intensiver Abwägung der Vor- und Nachteile dieser Auflage mit seinem Entscheid nicht einfach gemacht, wie Anita Crain mitteilt. «Es war im Sinne einer Abwägung mit oder ohne Zertifikat quasi eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera», bedauert sie und sieht in dieser Entscheidungsfindung gewisse Parallelen zum momentanen gesellschaftlichen Disput zu diesem Thema.
Diese Massnahme ermöglicht den Besuchenden einen kulturell-musikalischen Anlass ohne Maske, Abstand und Platzbeschränkung und dies in einer kulinarischen Umrahmung – die Bar wird nämlich offen sein. Den Auftakt zur neuen Saison macht die Gruppe «Take The 55» diesen Freitag.
Informationen unter www.sissachlive.ch