Staatswein kantonsübergreifend gekürt
17.06.2021 Basel, Gastronomie, Sissach, BaselbietElmar Gächter
Es ist ein finaler Akt, der das Interesse nicht nur der Winzer findet, sondern auch von politischen Würdenträgern und hohen Staatsdienerinnen. Eingeladen waren sie im noblen Ambiente des Schlosses Ebenrain zwar als Gäste, jedoch mit dem klaren ...
Elmar Gächter
Es ist ein finaler Akt, der das Interesse nicht nur der Winzer findet, sondern auch von politischen Würdenträgern und hohen Staatsdienerinnen. Eingeladen waren sie im noblen Ambiente des Schlosses Ebenrain zwar als Gäste, jedoch mit dem klaren Auftrag, den Staatswein 2021 zu küren. Die illustre Schar der prüfenden Weinliebhaberinnen und -liebhaber war gespickt unter anderem mit dem Grossrats- und dem Landratspräsidenten, dem aktuellen Volkswirtschaftsdirektor aus Baselland und dem ehemaligen aus dem städtischen Nachbarkanton, mit Landrats- und Staatsschreiberin und, «last but not least», auch einem Weinkenner aus der Gastroszene.
Ihr Beitrag wird für alle Zeiten als historisches Ereignis in die Annalen eingehen, gilt der höchste Wein des Baselbiets künftig doch auch als «Staatswein Basel-Stadt». So werden die gekrönten Produkte künftig auch die exklusiven Anlässe von Regierung und Parlament in der Stadt bereichern. Lukas Kilcher vom Ebenrain sprach als Gastgeber und Mitorganisator des Anlasses von einem Meilenstein im regionalen Weinbau: «Die erste gemeinsame Staatsweinkürung bietet den Winzern eine weitere Möglichkeit, den hiesigen Wein besser bekannt zu machen und gleichzeitig den Qualitätswettbewerb weiter anzuregen.»
Dass der Staatswein im Baselbiet gekürt wird, geht im Übrigen auf ein Postulat von Jurymitglied Sandra Corvini zurück, das sie seinerzeit im Baselbieter Kantonsparlament eingereicht hatte, sehr erfolgreich notabene. «Ich hätte mir als Parlamentarierin gewünscht, dass auch andere Geschäfte im Landrat so schnell behandelt worden wären», meinte die ehemalige Landrätin mit einem Schmunzeln.
69 Baselbieter, 1 Basler Wein
Eine hochkarätige Fachjury hatte in einer Vorauswahl die 69 eingereichten Weine aus Baselland und einen aus Basel-Stadt bewertet und dabei 12 Finalisten in den Kategorien Riesling × Silvaner, Weisse Spezialitäten, Blauburgunder und Rote Spezialitäten erkoren.
Reglementskonform galt es für die Jury aus Politik, Verwaltung, Weinbranche und Medien, diese Weine in einer Blinddegustation nach dem Rangpunktesystem zu bewerten. Für Regierungsrat Thomas Weber war dies zwar nicht Alltag, aber er hat Erfahrung als Jurymitglied der bisherigen vier Krönungen. «Diesmal fiel mir die Auswahl besonders schwer, lagen doch viele Weine im Gaumen nahe beieinander, insbesondere bei den roten Spezialitäten mit den drei Pinot Noir Barrique.»
Speziell gefreut hat ihn als Oberbaselbieter, dass es die Sissacher Daniel und Ramona Wiedmer mit ihrem Pinot Noir zum Staatswein 2021 in der Kategorie Burgunder geschafft haben. Und selbstverständlich lagert in Webers Weinkeller auch der eine und andere Baselbieter. Nicht in Riesenmengen, wie er betont, aber man könne ja nicht Wein predigen und keinen trinken.
Für Produzent Daniel Wiedmer aus Sissach ist es das erste Mal, dass eines seiner Produkte zum Staatswein gekürt wurde. «Im Final waren wir allerdings schon mehrere Male. Auch wenn wir wussten, dass unser Wein bei der Vorauswahl die meisten Punkte erreichte, habe ich nicht damit gerechnet.» Er freue sich umso mehr, da der Pinot Noir wie allgemein die Rotweine im Moment weniger gefragt seien als die Weissweine.
Da der Staatswein 2021 auch in Basel-Stadt präsent sein wird, erhofft er sich einen Mehrumsatz. «Wir machen nur in guten Jahren einen Pinot Noir und der gekürte Jahrgang 2018 war ein Superjahr. Wir haben bewusst ein wenig mehr davon produziert, haben ihn ruhen lassen, sodass er jetzt so richtig schön zu trinken ist.»
Laut dem Reglement zur Staatsweinkürung müssen die Gewinner der vier Kategorien bei den Hauptsorten über eine Lieferkapazität von 600 Flaschen und bei den Spezialitäten von 300 Flaschen verfügen, dürfen bei den Preisen nicht über 20 Franken bei den Hauptsorten und nicht über 35 Franken bei den Spezialitäten liegen. Sie sind zudem für dieselbe Kategorie im Folgejahr ausgeschlossen.
Gekrönte Weine
Die gekrönten Weine, die künftig die Bezeichnung «Staatswein 2021 Basel-Landschaft» beziehungsweise «Staatswein 2021 Basel-Stadt» tragen dürfen:
Kategorie «Riesling × Silvaner»
Riesling × Silvaner Muttenz 2020, Weingut Jauslin, Urs und Regula Jauslin, Muttenz
Kategorie «Weisse Spezialitäten»
Tschäpperli Pinot Gris 2019, Tschäpperliweine GmbH, Ueli Bänninger, Aesch
Kategorie «Blauburgunder»
Blauburgunder 2018, Pinot Noir, Wiedmer Weinbau, Daniel und Ramona Wiedmer, Sissach
Kategorie «Rote Spezialitäten»
Pinot Noir Barrique 2018, Rebbauverein Muttenz, Wilfried Wehrli, Muttenz

