Kinder sollen jetzt zu Hause pauken

| Sa, 14. Mär. 2020

Die Baselbieter Bildungsdirektion hat die Erziehungsberechtigten von Schülern aller Stufen informiert, wie sie die vom Bund verordnete Schliessung der Schulen organisieren will. In den nächsten Tagen soll ein Fernunterricht aufgebaut werden. 

Sebastian Schanzer

Ab kommenden Montag und bis zum 4. April, dem Start der Frühlingsferien, sind Präsenzveranstaltungen an den Schulen in der ganzen Schweiz verboten. Folglich findet auch im Baselbiet während dieser Zeit kein Unterricht vor Ort statt. Das hat der Bundesrat am Freitag beschlossen und kommuniziert. Mittels Briefen an die Erziehungsberechtigten der betroffenen Kinder hat die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind bekannt gegeben, wie die kommenden drei Wochen organisiert werden sollen. 

Primar- und Sekundarschulen

Grundsätzlich gilt, dass Schülerinnen und Schüler der Primar- und Sekundarschulen sowie Kindergärtler zu Hause betreut werden sollen. Die jeweiligen Schulareale sind geschlossen, den Schulen bleibt aber die Möglichkeit, einzelne Schülerinnen und Schüler gezielt und persönlich zum Erscheinen vor Ort einzuladen.

Nicht alle Kinder müssen indes zu Hause bleiben. Ausnahmen gewährt der Kanton bei Kindern der Primarstufe, wenn deren Eltern in Gesundheitsberufen arbeiten oder sonstige zwingende Arbeitsverpflichtungen haben und die Kinderbetreuung nicht anderweitig organisieren können. In diesem Fall stellen die Schulen ein Betreuungsangebot zur Verfügung, die Eltern melden ihr entsprechendes Bedürfnis bei den Klassenlehrpersonen an. Für Versammlungen im Schulhaus wurde eine Obergrenze von 50 Personen definiert. In allen Kindergärten und Schulhäusern ist am kommenden Montag mindestens eine Lehrperson anwesend, heisst es im Schreiben. Am Montag soll von den Schulleitungen dann auch der künftige Betreuungsbedarf abgeklärt werden. Im Schreiben an die Erziehungsberechtigten wird auch betont, dass Personen über 65 oder solche aus der Risikogruppe nicht die Betreuung zu Hause von Kindern der Primarstufe übernehmen sollen.

Die unterrichtsfreie Zeit ist nicht mit Ferien gleichzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Zeit den Schulstoff zu Hause bearbeiten, Eltern sind für die Kontrolle verantwortlich. Die Schulen wurden von der Bildungsdirektion entsprechend beauftragt, in den nächsten Tagen einen Fernunterricht mit Arbeitsaufträgen aufzubauen. Auf Primarstufe stellt Monica Gschwind erste Arbeitsaufträge ab Montag in einer Woche in Aussicht, für Sek-Schüler sollen diese «so schnell wie möglich» bereitstehen, heisst es. 

Tagesstätten bleiben offen

Auch an den Gymnasien findet bis zum 4. April kein Unterricht statt. Die Schulen seien aber dafür verantwortlich, dass der Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler sichergestellt wird. In den kommenden Tagen will man mit einer einheitlichen Software als Kommunikationsmittel den Fernunterricht aufbauen. Insbesondere im Hinblick auf die anstehenden Abschlussprüfungen seien gegenwärtig aber noch viele Fragen offen, schreibt die Bildungsdirektorin Monica Gschwind. 

Nicht geschlossen werden im Baselbiet die familien- und schulergänzenden Betreuungsangebote. Tagesstätten bleiben also im Betrieb. Das diene in erster Linie dem Schutz der älteren Generation. In einem Merkblatt legt der Kanton den Eltern aber nahe, auf die Betreuung in den Angeboten zu verzichten, wenn deren Arbeitgeber flexible Arbeitsmöglichkeiten wie Home Office anbiete. 

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