«Man hilft Menschen, indem man tanzt»
27.09.2019 Bezirk Sissach, SissachHeute findet in der «Tante Pinte» die Benefizveranstaltung «Together for water» statt. Geschäftsführer Tobias Schaffner und Loris Mugevero von «Different the Same» sammeln bei der Saisoneröffnung des Technotempels Spenden für ein Hilfswerk.
Lara ...
Heute findet in der «Tante Pinte» die Benefizveranstaltung «Together for water» statt. Geschäftsführer Tobias Schaffner und Loris Mugevero von «Different the Same» sammeln bei der Saisoneröffnung des Technotempels Spenden für ein Hilfswerk.
Lara Uebelhart
Herr Mugavero, Herr Schaffner, heute wird im Techno-Klub Tante Pinte für einen guten Zweck getanzt. Wie kam es zu Ihrer Zusammenarbeit?
Mugavero: Einer unserer gemeinsamen Freunde ist DJ und war auch schon Resident in der «Tante Pinte». So kam es zum Kontakt und es hat von Anfang an gepasst. Vor etwa eineinhalb Jahren kam es dann zum ersten gemeinsamen Projekt.
Und was hat euch dazu bewogen, das Projekt «Together for water» zu organisieren? Wessen Idee war es?
Schaffner: Loris hatte die Idee, und ich kenne jemanden, der bei «Viva con Agua» arbeitet. Ich finde es super, was die Organisation leistet und so wurde das dann in die Wege geleitet.
Was macht «Viva con Agua» genau?
Mugavero: Sie kümmern sich um sauberes Trinkwasser und sanitäre Anlagen in Entwicklungsländern und wirken vor Ort. Oft arbeiten sie bei der Suche nach Beiträgen mit Konzert- und Sportveranstaltern zusammen, die Technoszene ist aber eher Neuland für sie. In der Schweiz ist die Organisation momentan noch klein, sie ist aber am Wachsen.
Schaffner: Uns verbindet auch die Leidenschaft für das Klubleben.
Warum ein Benefizanlass?
Mugavero: Das Musik- und Eventbusiness ist ein sehr hartes Geschäft, vieles ist sehr kommerziell und oft dreht es sich nur ums Geld. Wir aber haben ursprünglich aus Leidenschaft und Liebe zur Musik in dieser Branche angefangen. Deswegen dachten wir uns: «Warum nicht mit dieser Leidenschaft anderen Menschen helfen, die nicht so viel Glück haben wie wir?» Wir können feiern, während es Menschen gibt, die nicht genug Trinkwasser zur Verfügung haben. Und wenn man Menschen helfen kann, indem man tanzt, finden wir das eine coole Sache.
Wie unterscheidet sich für Sie als Veranstalter ein Benefizprojekt von einem kommerziellen Anlass? Ist es aufwendiger?
Mugavero: Die Ausgaben müssen so tief wie möglich gehalten werden, damit der Gewinn und damit die Spende gross genug ist. Es wäre schade, wenn sich die monatelange Arbeit nicht lohnen würde. Ausserdem werden wir von vielen gemeinnützigen Arbeitskräften unterstützt, die sich an diesem Abend ehrenamtlich beteiligen. Wir sind sehr dankbar für diese Hilfe. Auch haben wir Sponsoren, die uns entweder einen Betrag oder eine Dienstleistung gespendet haben, wie zum Beispiel den Aftermovie der Party.
Schaffner: Wir arbeiten alle ohne Entgelt, auch die ganze Crew. Wir haben sehr viele DJs angefragt, bis überhaupt jemand in Erwägung gezogen hat, in das Projekt einzusteigen. Und es ist schon mehr Zeitaufwand als bei einem normalen Event, da man viel Überzeugungsarbeit leisten und ein Konzept schreiben muss.
Mugavero: Bei den lokalen DJs war es weniger schwierig, jemanden zu finden, da wir gute Kollegen haben, die das gerne machen. Aber bei den nationalen und internationalen Acts war es schwierig. Mit unserem Headliner «The Yellow Heads» konnten wir dann einen dankbaren Handel abschliessen.
Wie habt ihr euch die Organisation aufgeteilt?
Schaffner: Nach Gefühl und sehr spontan. Jeder konnte seine Kontakte und Stärken einbringen, aber viel haben wir gemeinsam organisiert. Es war sehr dynamisch.
Mugavero: Wir haben uns gegenseitig unterstützt.
Was erwartet die Gäste bei «Together for water» heute Abend?
Mugavero: Die «Tante Pinte» legt immer viel Wert auf Deko und Liebe zum Detail. Musikalisch sind wir sicher auch gut dabei. An diesem Abend wird eher Techno laufen. Ich denke, da wir das für eine gute Sache machen, könnte dies auch einen Denkanstoss für die Feiernden liefern.
Schaffner: Kurz gesagt: Man kann gute Stimmung, coole und abwechslungsreiche Deko und gute Drinks erwarten. Wir bieten auch einen Special Drink an.
Was ist euer Ziel für den Anlass?
Mugavero: Einen bestimmten Gewinnbetrag haben wir nie festgelegt, aber wir wollen das Bestmögliche rausholen. Wir haben wirklich sehr darauf geachtet, dass die Ausgaben niedrig sind, sodass für die Organisation auch etwas rausspringt.
Habt ihr schon weitere gemeinsame Projekte, insbesondere Benefizprojekte, für die Zukunft geplant?
Mugavero: Das ist ja jetzt das erste Projekt, aber wir sind sicher offen für weitere ähnliche. Wir arbeiten aber immer Veranstaltung für Veranstaltung. Das heisst, wir blicken nicht weit in die Zukunft, sondern schauen zuerst, wie es läuft, lassen es auf uns wirken und sehen dann weiter.
«Together for water» Freitag, 27. September, 23 Uhr «Tante Pinte» Bahnhofstrasse 19, Sissach
«Tante Pinte»
lue. Die «Tante Pinte» ist ein Klub in Sissach, in dem vermehrt elektronische Musik aufgelegt wird. Im «Oberbaselbieter Technotempel» wird viel Gewicht auf die Dekoration und das Ambiente gelegt. Es gilt das Motto «Von der Region, für die Region», darum fördert der Klub vor allem regionale und junge DJ-Talente. Geführt wird das Unterhaltungslokal vom Ormalinger Tobias Schaffner. Mit «Together for water» meldet sich die «Tante Pinte» nach der Sommerpause in einem neuen «Kleid» wieder zurück.
«Different the Same»
lue. 2017 gründete der Rheinfelder Loris Mugavero das Musik- und Eventlabel «Different the Same», ein Label, das sich auf die Organisation von Events mit elektronischer Musik fokussiert. Der Name sei auf ihn und seine Crew bezogen, erklärt Mugavero. Verschiedene Charaktere, verschiedene Musikrichtungen, aber die gleiche Leidenschaft, die sie alle verbindet: die Musik. Der Benefizanlass «Together for water» ist nicht die erste und laut Mugavero wahrscheinlich auch nicht die letzte Zusammenarbeit des Labels mit der «Tante Pinte» in Sissach.