Der Gemischte Chor feiert seine Gründung vor 50 Jahren und hat Nachwuchssorgen
Mit einem Anlass im Gemeindesaal feierte der Gemischte Chor Zunzgen sein 50-jähriges Bestehen. Musikalisch und mit Bildern wurde auf ein halbes Jahrhundert zurückgeschaut. Die weitere ...
Der Gemischte Chor feiert seine Gründung vor 50 Jahren und hat Nachwuchssorgen
Mit einem Anlass im Gemeindesaal feierte der Gemischte Chor Zunzgen sein 50-jähriges Bestehen. Musikalisch und mit Bildern wurde auf ein halbes Jahrhundert zurückgeschaut. Die weitere Choraktivität steht jedoch auf dem Prüfstand.
Sander van Riemsdijk
In Zunzgen gehört der beliebte Gemischte Chor seit vielen Jahren zum kulturellen Dorfleben. Am 5. Februar 1976, dem Gründungsdatum, trafen sich 34 motivierte Leute mit Sigi Furter als erstem Dirigenten zum gemeinsamen Singen. Auf den Tag genau feierte der Chor am vergangenen Donnerstag im festlich dekorierten Gemeindesaal sein 50-jähriges Bestehen mit einem geselligen und nostalgischen Jubiläumsanlass.
Die Präsidentin Hanni Krattiger konnte 55 geladene Gäste, darunter Gemeinderätin Astrid Mathys, Gemeindepräsident Hansruedi Wüthrich, den 91-jährigen Edi Wagner als ältestes aktives Mitglied und viele ehemalige Mitglieder, willkommen heissen. Dabei waren einige Mitglieder des Frauenvereins Zunzgen für die kulinarische Umrahmung der Veranstaltung besorgt.
Der Gemischte Chor schaut auf eine bewegte Vereinsgeschichte von fünf Jahrzehnten voller Gesang, Gemeinschaft und Freundschaft sowie lustiger und ereignisvoller Anekdoten zurück. Umrahmt von Bild und Ton liess man mit Ausschnitten aus der Vergangenheit die zahlreichen Anlässe nochmals Revue passieren. In Abwechslung mit Chorauftritten weckte der Streifzug durch die Geschichte des Chors bei so manchem Anwesenden ein Gefühl von nostalgischen Erinnerungen mit vielen Aha-Erlebnissen. Dabei war mehrmals ein leichtes Raunen oder ein «Wäisch no» im Saal hörbar.
Das Repertoire des Laienchors umfasste in all den Jahren insbesondere Volkslieder, hauptsächlich deutschsprachige, hin und wieder aber auch romanische, italienische und französische Lieder. Einmal pro Woche, am Donnerstagabend, trafen sich die Frauen und Männer im alten Schulhaus und später im Gemeindesaal zum Proben. Das Jahresprogramm umfasste das Sommernachtsfest mit der 1.-August-Feier, Schulweihnachtsund Kirchenauftritte, das Maisingen mit dem Schmücken des Maibaums auf dem Dorfplatz, dazu regelmässige Auftritte in Altersheimen und eine Vereinsreise.
Hohes Durchschnittsalter
Die Bindungen, die Chöre stark machen, haben in der heutigen Gesellschaft nachgelassen. Eine Entwicklung, die auch vor dem Gemischten Chor Zunzgen mit seinen noch 20 Sängerinnen und Sängern – davon acht Gründungsmitglieder – und mit einem Durchschnittsalter von 78 Jahren keinen Halt macht. Als die Dirigentin Antonia Rubin zu verstehen gab, dass sie den Taktstock in andere Hände übergeben möchte, und nachdem in einer Umfrage an der letztjährigen Jahresversammlung mehr als die Hälfte der Mitglieder sich einen Austritt überlegte, steht die weitere Choraktivität im Verein zur Diskussion.
«An unserer nächsten Jahresversammlung im März werden wir eine Entscheidung treffen müssen, wie und ob es mit dem Chor weitergeht. Aber vorher machen wir noch eine Vereinsreise ins Bündnerland», sagte Präsidentin Hanni Krattiger am Fest. Doch die Zunzgerin widmete sich schnell wieder ihren Gästen, als wollte sie den Gedanken an eine Auflösung zumindest an diesem feierlichen und denkwürdigen Jubiläumstag von sich fernhalten.