Eine prägende Stimme der Baselbieter Literatur
Zum Artikel «Dankbar für ein Leben in Geborgenheit und Frieden» in der «Volksstimme» vom 13. Februar, Seite 12 und 13
Mit Interesse und Dankbarkeit habe ich die Würdigung von ...
Eine prägende Stimme der Baselbieter Literatur
Zum Artikel «Dankbar für ein Leben in Geborgenheit und Frieden» in der «Volksstimme» vom 13. Februar, Seite 12 und 13
Mit Interesse und Dankbarkeit habe ich die Würdigung von Vreni Weber-Thommen gelesen. Es ist wichtig, dass Persönlichkeiten, die das kulturelle Leben unseres Kantons über Jahre geprägt haben, nicht in Vergessenheit geraten. Ich durfte Vreni Weber-Thommen persönlich erleben – als Se- kretär der damaligen Literaturkommission Baselland. Diese Begegnungen sind mir in lebendiger Erinnerung geblieben. Sie war eine Frau mit klaren Vorstellungen, mit Urteilskraft und mit einem feinen Gespür für literarische Qualität. Diskussionen mit ihr waren nie oberflächlich. Sie hörte genau zu, argumentierte präzise und blieb dabei stets respektvoll.
Was mich besonders beeindruckte, war ihre Ernsthaftigkeit im Umgang mit Literatur. Für sie war Schreiben keine Nebensache und schon gar kein dekoratives Beiwerk im Kulturbetrieb. Sie nahm Texte ernst – und damit auch die Menschen, die sie verfassten. Diese Haltung war spürbar. In einer Zeit, in der vieles schneller, lauter und beliebiger geworden ist, wirkt ihre Art beinahe wohltuend konzentriert. Sie stand für Verlässlichkeit, für Substanz und für die Überzeugung, dass Kulturarbeit Sorgfalt verlangt. Solche Persönlichkeiten prägen ein kulturelles Klima oft stärker, als es auf den ersten Blick sichtbar ist. Dass sie nun nochmals gewürdigt wird, ist mehr als angebracht.
Hanspeter Gautschin, Oberdorf