«Unsere Nacht» in reinster Musikform
30.01.2026 Bezirk LiestalSänger Max Mutzke im Konzert mit der Pianistin Marialy Pacheco
Der Deutsche und die Kubanerin: Sänger Max Mutzke lädt am Montagabend zum Konzert im Liestaler «Elefantehuus». Zusammen mit der kubanischen Pianistin Marialy Pacheco liefert er einzigartige ...
Sänger Max Mutzke im Konzert mit der Pianistin Marialy Pacheco
Der Deutsche und die Kubanerin: Sänger Max Mutzke lädt am Montagabend zum Konzert im Liestaler «Elefantehuus». Zusammen mit der kubanischen Pianistin Marialy Pacheco liefert er einzigartige Performances aus einer Mischung von Pop, Soul und Jazz.
Sander van Riemsdijk
Max Mutzke gilt als eine der markantesten Stimmen Deutschlands. Sein musikalisches Spektrum ist breit: Es reicht von Pop und Rock über Soul und Funk bis hin zu Jazz. Am Montagabend tritt der 43-Jährige im «Elefantehuus» auf – begleitet von der kubanischen Ausnahmepianistin Marialy Pacheco. Im Duo-Format trifft dabei Stimme auf Klavier, eine musikalische Symbiose im reinsten Sinne.
Es sind persönliche Geschichten, welche die beiden Künstler verbindet. Ihr Konzert erzählt von zwei sehr unterschiedlichen Lebensgeschichten aus ganz verschiedenen Kulturen: Mutzke, wohlbehütet aufgewachsen im Hochschwarzwald, und Pacheco aus ärmlichen Verhältnissen auf einer mittelamerikanischen Insel, von der sie vor zehn Jahren floh, um sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen. Pacheco wird das Mikrofon in die Hand nehmen und über ihr Leben und ihre Flucht aus Kuba erzählen.
In seinen autobiografischen Performances setzt sich Mutzke mit seiner persönlichen Geschichte auseinander – und lässt das Publikum daran teilhaben. «Was mich im Leben beschäftigt, ist Thema in meinen Songs: die Alkoholsucht und der Tod meiner Mutter, Trennung, Vatersein, Liebe und Patchworkfamilie», sagt Mutzke auf Anfrage. «Vor allem aber Vielfalt – denn ich habe zusammen mit meiner äthiopischen Freundin vier bunte Kinder.» Max Mutzke ist übrigens nicht nur Sänger, sondern auch Kinderbuchautor. Sein kürzlich erschienenes zweites Kinderbuch «So viel mehr» trägt ebenfalls autobiografische Züge.
Musik im Pfarrhaus
Die Musik kam früh in Mutzkes Leben. Als Protestant wuchs er in einem Pfarrhaus in Krenkingen bei Waldshut auf, das seine Eltern – der Vater Arzt und Jazz-Musiker, die Mutter Schauspielerin – mit Zustimmung der Dorfbevölkerung gekauft hatten. Ein grosses Zimmer diente als Proberaum für regionale Bands. «Ich hatte das grosse Glück, in einer Familie aufzuwachsen, in der Theater und Musik allgegenwärtig waren», erzählt Mutzke. «Bereits mit sechs Jahren habe ich angefangen, Schlagzeug zu spielen, und mit elf Jahren meine erste Band gegründet. Ich war Schlagzeuger und Sänger zugleich.»
Seinen Durchbruch hatte Mutzke 2004 als Sieger der Casting-Show «Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star», die Stefan Raab im Rahmen von «TV total» veranstaltete. Im selben Jahr nahm er für Deutschland am «Eurovision Song Contest» in Istanbul teil und belegte den achten Platz.
Die Idee zum Musikprojekt mit Pacheco entstand spontan bei einem Festival, bei dem sich beide zufällig begegneten. Begeistert voneinander entstand nicht nur eine Zusammenarbeit auf Marialy Pachecos Album «Duets», sondern auch das eigenständige Programm «Unsere Nacht». Fast alle Songs hat Mutzke komponiert, nur drei Lieder stammen von anderen Bandmusikern. «Weil ich diese so wahnsinnig schön finde», sagt er.
In der musikalischen Partnerschaft mit der kubanischen Pianistin sind ganz neue Arrangements seiner Songs entstanden – intensiv, elegant und facettenreich. Oder wie es Max Mutzke selbst umschreibt: «Meine Lieder haben den Weg in das Ohr, durch das Herz und aus den Händen von Marialy Pacheco wieder rausgefunden.»
Marialy Pacheco, Jahrgang 1983, wurde bereits mit sieben Jahren am Konservatorium in Havanna aufgenommen.
Im Jahr 2004 reiste sie als Klavierbegleiterin des Chors ihrer Mutter zur Chor-Olympiade nach Bremen, wo beide zwei Goldmedaillen gewannen. Seit dem Jahr 2013 lebt sie in Deutschland.
Das Duo-Konzert in Liestal verspricht mit einer Mischung aus Pop, Soul und Jazz auf unvergleichliche Weise eine Zelebrierung von Musik in reinster Form. Emotionale und mitreissende Momente werden sich mit humorvollen Interaktionen mit dem Publikum abwechseln.
Konzert am Montag, 2. Februar, um 20 Uhr im «Elefantehuus» in Liestal.


