Trendwende bei den Bio-Betrieben
21.07.2026 Baselbiet, Baselbiet, LandwirtschaftStatistik zur Landwirtschaft bestätigt Trend zu grösseren Höfen
Knapp über 14 Prozent der Einwohner von Häfelfingen leben von der Landwirtschaft. Gleichwohl ist und bleibt Waldenburg klar der Bauernbezirk Nummer eins. 2015 ging erstmals der Anteil an Bio-Betrieben zurück.
...Statistik zur Landwirtschaft bestätigt Trend zu grösseren Höfen
Knapp über 14 Prozent der Einwohner von Häfelfingen leben von der Landwirtschaft. Gleichwohl ist und bleibt Waldenburg klar der Bauernbezirk Nummer eins. 2015 ging erstmals der Anteil an Bio-Betrieben zurück.
Jürg Gohl
Wären da nicht die Bio-Bauernhöfe, so könnte man die Jahreszahlen des Kantons zur Landwirtschaft ungeschaut zur Seite legen. Denn die Statistik bestätigt die bekannten Trends. Die beiden Oberbaselbieter Bezirke stehen wie gewohnt unangefochten zuoberst: Im Bezirk Waldenburg weist mit 3,5 Prozent den mit Abstand höchsten Anteil der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung auf, Sissach folgt mit 2,5 Prozent.
In absoluten Zahlen allerdings liegt Therwil mit 108 Personen vor Diegten (99) und Zunzgen (97) an der Spitze. Auch beim prozentualen Anteil, also dem Anteil des Bauernstands an der Gesamtbevölkerung, reicht es Eptingen mit 13,1 Prozent wohl zum Höchstwert im Bezirk Waldenburg. Die Nase vorne hat in dieser Statistik aber Häfelfingen. Mit 14,1 Prozent ist dieses Dorf die Baselbieter Bauerngemeinde.
Gürtel entlang der Grenze
Beim Blick auf die Karte fällt ohnehin auf, dass die nächsten Gemeinden, die in dieser Rangliste auf Häfelfingen und Eptingen folgen, ebenfalls an der östlichen Kantonsgrenze liegen. Es sind dies, schön der Reihe nach, Hemmiken (11,0), Oltingen (8,9), Wintersingen (8,2), Bretzwil (8,0), Buus (7,7), Anwil (7,0) und Langenbruck (6,7). Das ist der landwirtschaftliche Gürtel des Kantons. Einzig Roggenburg, die Fast-Exklave im Westen, platzt mit ihren 10,0 Prozent in dieses ansonsten geschlossene Bild herein.
Drei Vertreter des Bezirks im Südosten stehen auch mit den meisten landwirtschaftlichen Nutzflächen geschlossen auf dem Podest: Langenbruck belegt mit 889 Hektaren vor Diegten (698) und Eptingen (638) Platz eins. Vor der ersten «Sissacher» Gemeinde, nämlich Buus (528), schafft es Arisdorf mit 551 Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche auf den vierten Rang.
Hühner im Höhenflug
Der Trend weg von den kleinen zu immer grösseren Betrieben schlägt sich insbesondere in der Tierzucht nieder, in der immer weniger Betriebe immer grössere Tierbestände bewirtschaften. Seit 2001, um dieses Jahr zum Vergleich heranzuziehen, vervierfachte sich in der Geflügelhaltung kantonsweit die durchschnittliche Anzahl Tiere pro Betrieb. Die Höfe hielten im Vergleich zu damals durchschnittlich auch doppelt so viele Schweine. Insgesamt werden im Baselbiet aktuell rund 192 000 Zuchtund Legehühner gehalten. Bei den Rindern fiel der Anstieg im gleichen Zeitraum mit 40 Prozent etwas bescheidener aus.
Alles wie gewohnt oder im langjährigen Trend. Doch da sind noch die Bio-Bauernhöfe. Ihr Anteil an allen Betrieben ist in den vergangenen zehn Jahren bis 2024 von 14,2 auf 19,2 Prozent geklettert und hat mit 170 Höfen einen Höchststand. Doch 2025 verschwanden neun von ihnen, und der prozentuale Anteil ging auf 19,0 Prozent zurück. Im Vergleich liegt das Baselbiet gleichwohl weiterhin über dem nationalen Durchschnitt von 16,9 Prozent.
Im Kanton 22 Höfe weniger
jg. In den Zahlen für die Landwirtschaft zum Jahr 2025, die das kantonale Amt für Daten und Statistik in der vergangenen Woche herausgegeben hat, bestätigen sich die vertrauten Tendenzen. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Betriebe um 22 auf 847 zurück (Minus 2,5 Prozent). Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass dieser Abbau auf Kosten der kleineren Betriebe mit unter 10 Hektaren und der mittleren Betriebe (10 bis 20 Hektaren) geht. Die Zahlen der «Einheiten» über 20 Hektaren bleiben konstant. Auch die Zahl der Beschäftigten bleibt mit total 2777 Personen stabil. Seit 2001 hat sich der Anteil der grossen Bauernhöfe mit 30 und mehr Hektaren von 16 auf 35 mehr als verdoppelt.

