Top-Platz dank «Bleichi»-Bebauung
29.08.2025 BaselbietGelterkinden liegt in Wohnbaustatistik weit vorne
2024 legten im Bezirk Sissach die baulichen Investitionen auch dank Gelterkinden um 9 Millionen Franken beziehungsweise um 4,1 Prozent zu, im Bezirk Waldenburg dagegen gingen sie um 10,4 Prozent zurück.
Jürg ...
Gelterkinden liegt in Wohnbaustatistik weit vorne
2024 legten im Bezirk Sissach die baulichen Investitionen auch dank Gelterkinden um 9 Millionen Franken beziehungsweise um 4,1 Prozent zu, im Bezirk Waldenburg dagegen gingen sie um 10,4 Prozent zurück.
Jürg Gohl
«Gelterkinden rückt Sissach immer näher», so hat die «Volksstimme» im Mai getitelt. Als ob die Gemeinde diese Feststellung noch untermauern müsste, begrüsste sie kurz danach ihre 6500. Einwohnerin. Die damals eben erschienene kantonale Bevölkerungsstatistik wies Gelterkinden für das Jahr 2024 eine Zunahme von 154 Personen aus. Das entsprach einem Wert, der nur von vier weit grösseren Gemeinden im unteren Kantonsteil übertroffen wurde. Lupsingen und Lausen, die im «Volksstimme»-Gebiet auf den Ehrenplätzen folgen, brachten es auf einen Zuwachs von knapp mehr als 100 Netto-Zuzügern. Zusammengezählt, wohlgemerkt.
Deshalb überrascht es wenig, dass Gelterkinden, das einstige Sorgenkind der Baselbieter Wirtschaft, auch in der eben erschienenen Wohnbaustatistik obenaus schwingt. 79 neue Wohnungen, 67 davon alleine in einer Überbauung im «Bleichi»-Quartier auf dem ehemaligen Tennisplatz, sorgen dafür, dass Gelterkinden kantonsweit in absoluten Zahlen nur von vier weit grösseren Gemeinden überflügelt wird: Aesch mit 332 neu erstellten Wohnungen, Reinach, Binningen (beide 192) und Liestal (89).
Wachstum um Bubendorf
Bemerkenswert im Oberbaselbiet ist auch das Wachstum rund um Bubendorf, der Standort-Gemeinde des erfolgreichen Chemie-Unternehmens Bachem. Neben Bubendorf selber mit 61 neuen Wohnungen vermelden auch die Nachbarn Ziefen (28), Seltisberg und Lampenberg (beide 10) spürbare Bautätigkeiten im vergangenen Jahr. Und immer wieder bemerkenswert: Diepflingen, der Oberbaselbieter Dauerbrenner in Wachstumsfragen, hat auch 2024 14 neue Wohnungen zu vermelden. 8 sind es in Maisprach, wo bald einmal der 1000. Einwohner begrüsst werden dürfte.
Damit liegt Diepflingen sogar knapp vor dem Kantonshauptort (12). Sissach muss sich wohl um ein Jahr vertrösten, bis verschiedene Projekte, nicht nur in der Nähe des Bahnhofs, bezugsbereit werden und damit in die Statistik einfliessen. Dass sich die Helvetia Versicherung, wie die «Volksstimme» am Freitag berichtete, aus dem Entwicklungsprojekt «Rösslihof» zurückzieht, bedeutet dabei einen herben Rückschlag. Neben Platz fürs Gewerbe geraten damit 45 Mietwohnungen zumindest auf die lange Bank.
Im Bezirk Sissach wurden laut dem kantonalen Amt für Daten und Statistik im vergangenen Jahr 9 Millionen Franken mehr in den Wohnbau investiert als noch 2023. Das entspricht einer Zunahme von 4,1 Prozent. Zurück gingen die Ausgaben hingegen im Bezirk Waldenburg, nämlich gleich um 10,4 Prozent. Oberdorf steht mit neun neuen Wohnungen bezirksintern vor Reigoldswil (6) an erster Stelle.
Im Vergleich zu 2023 schlecht
Verglichen mit dem Vorjahr geht die Neubautätigkeit in den Oberbaselbieter Bezirken zurück. Sissach verzeichnete 2024 mit 155 neuen Wohnungen – trotz Gelterkinden – einen Rückgang um rund 31 Prozent und blieb damit sogar unter dem Zehnjahresschnitt von 207 Wohnungen. Im Bezirk Waldenburg wurden 2024 lediglich 34 neue Wohnungen erstellt. Das entspricht nach dem Ausreisser-Jahr 2023 einem Minus von sogar 69,4 Prozent.
Und im ganzen Kanton? Dort erzielte das Bauvolumen im Jahr 2024 einen leichten Zuwachs von 45 Millionen auf 2,4 Milliarden Franken und erreichte damit einen neuen Höchststand. Zugelegt haben insbesondere die Investitionen beim Gewerbe, nämlich um 21 Prozent.
Am wenigsten Leerwohnungen
jg. Mit einer Quote von unveränderten 0,4 Prozent weist der Bezirk Sissach kantonsweit den tiefsten Stand bei den Leerwohnungen aus. Stichtag der Erhebung war der 1. Juni dieses Jahres. Das geht aus einer weiteren Erhebung des Kantons hervor, die er vergangene Woche gemeinsam mit der Wohnbaustatistik publiziert hat. Kantonsweit ist der Bestand um 0,1 Punkte auf 0,8 Prozent gestiegen und beträgt damit mehr als 1100 Objekte. Das sind immerhin 109 mehr als im Vormonat.
Wirtschaftshistorisch begründet weist die Gemeinde Waldenburg mit 2,1 Prozent knapp vor Zwingen und Röschenz die höchste Leerwohnungsquote auf. Als Bezirk vermeldet Waldenburg hingegen mit 0,5 Prozent hinter Sissach den tiefsten Stand und ist damit sogar rückläufig. Unter den Gemeinden verzeichnete Reigoldswil kantonsweit den grössten Rückgang bei den Wohnungen. Das Minus beträgt 1,1 Prozent.
Und wie steht es um Gelterkinden, die neue Wachstumsgemeinde im Oberbaselbiet? Während die rege Bautätigkeit in Reinach und Binningen zu einem überdurchschnittlichen Bestand an leeren Wohnungen führte, liegt in Gelterkinden, trotz des Baubooms, die Quote bei bescheidenen 0,2 Prozent. Für den Bezirkshauptort Sissach weist die interaktive Karte einen Wert von 0,7 Prozent aus.