«Toll, dass jemand die Initiative ergreift»
20.09.2024 Bezirk Waldenburg, Eptingentho. Die Iduna Holding AG, die Firmengruppe des Immobilien- und Gastrounternehmers Hermann Alexander Beyeler, hat ein Projekt für einen grossen Freizeitpark beim «Kallhof» in Eptingen ausgearbeitet (siehe «Volksstimme» von gestern, Seite 3). Schon ...
tho. Die Iduna Holding AG, die Firmengruppe des Immobilien- und Gastrounternehmers Hermann Alexander Beyeler, hat ein Projekt für einen grossen Freizeitpark beim «Kallhof» in Eptingen ausgearbeitet (siehe «Volksstimme» von gestern, Seite 3). Schon jetzt ist klar, dass der Kanton Baselland eine solche Anlage auf einer Fläche von 18 Hektaren in der Landwirtschaftszone für kaum bewilligungsfähig hält. Es wären umfangreiche Umzonungen nötig – und das in einer Landschaft von nationaler Bedeutung.
Trotzdem: Wie gut ist die Idee eines Freizeitparks im Bölchengebiet aus touristischer Sicht? «Das Projekt wurde uns in groben Zügen vorgestellt – und ich habe spontan unsere Unterstützung für weitere Abklärungen zugesagt», erklärt Tourismus-Baselland-Geschäftsführer Michael Kumli auf Anfrage. Und weiter: «Es ist toll, dass jemand die Initiative ergreift.»
Zielgruppe: Familien
Kumli ist von der anvisierten Zielgruppe überzeugt: «Für Familien gibt es in unserer Region noch nicht allzu viele Angebote, vor allem was Übernachtungsmöglichkeiten betrifft.» Ein solcher Freizeitpark könne ein grosser Gewinn für die gesamte Region Basel sein. Und das angestrebte Vorgehen sei richtig: Der Park soll laut Informationen von Kumli nicht auf einen Schlag gebaut, sondern etappenweise entwickelt werden. So könne immer wieder aufs Neue abgeschätzt werden, ob die Publikumsnachfrage für weitere Attraktionen – von Seilpark über Tubingbahn bis Skulpturenpark und Streichelzoo – tatsächlich vorhanden sei.
Steht ein grosser Freizeitpark in diesem naturnahen Gebiet aus touristischer Sicht nicht einer anderen beliebten Aktivität – dem Wandern in der freien Natur – im Weg? Nein, meint der Tourismusexperte. Im Gegenteil: Auch die Wanderer würden davon profitieren, wenn es beim «Kallhof» oberhalb von Eptingen wieder ein gastronomisches Angebot gäbe. Und auch um die Natur macht sich Kumli keine Sorgen: In solchen Parks habe sich bereits gezeigt, dass die Artenvielfalt sogar gewinne, wenn schon bei der Planung die nötigen Überlegungen angestellt würden. Sollte die angestrebte Parkfläche von den Behörden als zu gross taxiert werden, sei hoffentlich wenigstens ein Kompromiss möglich. Potenzial sei auf jeden Fall vorhanden.
Skepsis aus Langenbruck
Peter Hammer, der in Langenbruck einen Seilpark und eine Solarbobbahn betreibt, kommt zu einem anderen Schluss: «Es wird kaum wesentlich mehr Gäste geben. Da der Markt weitgehend gesättigt ist, würde das auf einen Verdrängungskampf hinauslaufen», sagt er. Und vor allem: «Es würde mich sehr wundern, wenn dort oben ein Freizeitpark eine Bewilligung bekäme.»
Hammers Anlagen in Langenbruck liegen in einer Sport- und Freizeitzone nahe der Hauptstrasse: «Verkehrstechnisch ist die Erschliessung hier optimal – auch mit dem öffentlichen Verkehr.» Sonst wäre die Bewilligung seiner Meinung nach nicht erteilt worden. Der Standort beim «Kallhof» erfülle die Kriterien diesbezüglich wohl nicht.
Der Geschäftsführer der Wasserfallenbahn, die bei der Bergstation oberhalb von Reigoldswil ebenfalls einen Seilpark betreibt, war gestern für eine Einschätzung nicht erreichbar.
