SVP-Sektion steht vor spannender Diskussion
15.01.2026 BaselbietNicole Spiegel-Roth will trotz Umzug erneut im Wahlkreis Sissach für den Landrat kandidieren
Der Wohnortswechsel von SVP-Landrätin Nicole Spiegel-Roth gibt in der Partei zu reden. Trotz ihres Umzugs nach Allschwil plant sie eine erneute Kandidatur im Wahlkreis Sissach. Sie sei ...
Nicole Spiegel-Roth will trotz Umzug erneut im Wahlkreis Sissach für den Landrat kandidieren
Der Wohnortswechsel von SVP-Landrätin Nicole Spiegel-Roth gibt in der Partei zu reden. Trotz ihres Umzugs nach Allschwil plant sie eine erneute Kandidatur im Wahlkreis Sissach. Sie sei nach wie vor im Oberbaselbiet verwurzelt, sagt Spiegel-Roth.
Janis Erne
Der Fall Simon Stocker sorgte schweizweit für Schlagzeilen. Im Frühling vergangenen Jahres hob das Bundesgericht die Wahl des Schaffhauser SP-Ständerats auf, da dieser seinen Lebensmittelpunkt nicht in Schaffhausen, sondern in Zürich hatte. Die Begründung: Für den Ständerat darf man nur in dem Kanton kandidieren, in dem man tatsächlich wohnt.
Auf kantonaler Ebene ist dies lockerer geregelt – zumindest im Baselbiet. Die Bedingungen für eine Kandidatur im Landrat sind, dass man (irgendwo) im Kanton wohnt und stimmberechtigt ist. Somit ist es möglich, auch in einem Wahlkreis ausserhalb des eigenen Wohnorts anzutreten.
Genau das zieht Nicole Spiegel-Roth in Erwägung. Sie sitzt seit 2023 im Baselbieter Parlament und ist im vergangenen Spätsommer von Sissach nach Allschwil gezogen. Trotz Wohnortswechsel sei sie «grundsätzlich offen», im April 2027 erneut im Wahlkreis Sissach für den Landrat zu kandidieren, sagt sie auf Anfrage der «Volksstimme». Durch Familie und Freunde sei sie im Oberbaselbiet weiterhin verwurzelt. Spiegel-Roth ist in Wintersingen aufgewachsen und hat lange Zeit in Sissach gelebt.
Eine Kandidatur im Wahlkreis Allschwil kommt für die Politikerin aktuell nicht infrage. Der Grund: Ihr Mann Florian Spiegel hält dort den einzigen SVP-Sitz und das Ehepaar hat entschieden, nicht gegeneinander anzutreten.
Gerangel um Mandate
Die 31-jährige Spiegel-Roth ist längst mehr als eine Nachwuchshoffnung der Baselbieter SVP. Mit ihren Vorstössen gestaltet sie das Bild der Partei massgeblich mit. So forderte sie etwa mehr Transparenz bei Radarbussen oder finanzielle Unterstützung für Hauseigentümer, die sich gegen Einbrecher schützen möchten (die «Volksstimme» berichtete jeweils).
Sollte sich Spiegel-Roth für die kommenden Wahlen tatsächlich erneut zur Verfügung stellen, würde sich innerhalb der SVP Sissach und Umgebung ein spannendes Rennen abzeichnen. Die SVP dürfte im Wahlkreis Sissach zwei oder drei Sitze holen, wobei es mehr erfolgversprechende Kandidaturen als Mandate geben könnte. Neben Spiegel-Roth wollen – Stand heute – auch die beiden bisherigen Landräte Peter Riebli (Buckten) und Matthias Liechti (Rümlingen) wieder antreten.
Hinzu kommt Sarah Regez (Sissach), die wie Spiegel-Roth mit einem SVP-Politiker verheiratet ist: Nils Fiechter, Kantonalparlamentarier und Präsident der Jungen SVP Schweiz, der im Berner Oberland wohnt. Regez lag bei den letzten Wahlen nur knapp hinter Spiegel-Roth und wird sich wohl erneut zur Verfügung stellen. Auf Anfrage schreibt sie, dass sie «Stand jetzt einer Kandidatur sicher nicht abgeneigt» sei.
Wen die SVP Sissach und Umgebung ins Rennen schickt, entscheiden die Mitglieder der Sektion. Der Vorstand wird vorgängig eine Empfehlung aussprechen, wobei die entsprechenden Diskussionen noch ausstehen. Sektionspräsident Christian Ritter zeigt sich «grundsätzlich offen» gegenüber einer erneuten Kandidatur von Nicole Spiegel-Roth. Peter Riebli ist etwas skeptischer. Der Präsident der SVP Baselland sagt: «Meiner Meinung nach sollte man eigentlich in dem Wahlkreis kandidieren, in dem man wohnt und seinen Lebensmittelpunkt hat.»
Die Meinungen innerhalb der Sissacher SVP-Sektion dürften geteilt sein. Während sich einige für Nicole Spiegel-Roth als Stimmenfängerin und wichtiges Gesicht der Partei einsetzen werden, könnten andere versuchen, ihre Nomination zu verhindern, um die Wahlchancen von Sarah Regez zu erhöhen.
Spiegel-Roth jedenfalls verspürt weiterhin Lust, im Landrat zu politisieren. Sollte es jedoch mit der Nomination oder der Wahl nicht klappen, wäre das für sie «kein Weltuntergang» – denn sie hat auch sonst genug zu tun: Vor wenigen Wochen ist sie zum ersten Mal Mutter geworden und wird bald wieder als Expertin für Intensivpflege am Universitätsspital Basel arbeiten.
Keine Ausnahme
je. Nicole Spiegel-Roth (SVP) wäre nicht die einzige Landrätin, die für eine Region politisiert, in der sie nicht wohnt. Aktuell trifft dies beispielsweise auch auf Simon Tschendlik zu. Der Grünen-Landrat wohnt in Bubendorf im Wahlkreis Liestal, wurde jedoch im Wahlkreis Waldenburg gewählt. Seine Nähe zu diesem Wahlkreis gründet sich darauf, dass er den Forstbetrieb Frenkentäler als Co-Leiter führt.

